Marquartstein: Nachruf auf Reinhard Fiebig

Reinhard Fiebig
+
Reinhard Fiebig

Seit 1965 lebte Reinhard Fiebig in Marquartstein, bis 2002 lehrte er Latein, Geschichte und Ethik am dortigen Staatlichen Landschulheim. Nun starb er nach längerer Krankheit im Familienkreis im Frieden mit sich und der Welt.

Marquartstein –Der Verstorbene war durch seine große Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Menschenliebe bekannt. Er war sehr gerne Lehrer.

Im November 1937 wurde Fiebig in Oppeln, Oberschlesien, geboren, er hatte drei Schwestern. Mutter und Tante flohen 1945 mit ihren Kindern nach München. Auf einem Bauernhof am Schliersee erlebte er dann schöne Kinderjahre.

Er besuchte die Volksschule, das Gymnasium in Miesbach und ab 1953 das Wittelsbacher Gymnasium in München, weil die Familie umzog. Nach dem Abitur 1957 studierte er zunächst Maschinenbau an der Technischen Universität und wechselte aber schon im zweiten Semester an die Ludwig-Maximilian-Universität, wo er klassische Altphilologie mit Griechisch, Latein und Geschichte belegte. Nach dem ersten Staatsexamen 1963 folgte das Referendariat in München und in Schongau.

Fasziniert von der Reformpädagogik und den erzieherischen Grundsätzen von Hermann Harless lehrte Fiebig nach dem zweiten Staatsexamen am Staatlichen Landschulheim Marquartstein.

Beim Betriebsausflug 1966 traf er Heidi, eine Nichte des damaligen Schulleiters Hanns Morawetz. Bereits an Weihnachten wurde Verlobung gefeiert, im Mai Hochzeit. 1969 kam Tochter Evi zur Welt. 1972 zog die junge Familie nach Piesenhausen, wo sie mit viel eigener Arbeit das eigene Haus baute.

Der Verstorbene absolvierte eine Zusatzausbildung als Beratungslehrer und für das Fach Ethik, da ihm ethische Grundsätze und religiöses Leben am Herzen lagen. Er engagierte sich in der evangelischen Kirchengemeinde, war 18 Jahre im Kirchenvorstand tätig und gab 22 Jahre die Kirchenzeitung mit heraus, für die er Artikel schrieb. Er liebte Sport und nahm an Stadtläufen teil.

Fiebig kämpfte einige Jahre gegen den Krebs. Er war bis zuletzt geistig völlig klar und dankbar für sein Leben. Seine letzten Tage verbrachte er auf eigenen Wunsch auf der Palliativstation im Krankenhaus Traunstein, um Zeit für seine Lieben zu haben. Er hinterlässt seine Frau Heidi, Tochter Evi, Schwiegersohn Uwe und die Enkel Susanne und Jonathan.

Der Trauergottesdienst für Reinhard Fiebig mit Urnenbeisetzung findet am Montag, 10. August, um 11 Uhr, wegen der Abstandsgebote in der katholischen Kirche in Marquartstein statt. gi

Kommentare