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Durst löschen an der Edelstahlsäule

Markt Prien plant öffentliche und kostenlose Trinkbrunnen an zwei publikumswirksamen Plätzen

Solche Trinkbrunnen entstehen bald am Wendelsteinpark und vor dem Heimatmuseum.
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Solche Trinkbrunnen entstehen bald am Wendelsteinpark und vor dem Heimatmuseum.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Urlauber und Einheimische können schon bald ihren Durst kostenlos an zwei öffentlichen Trinkbrunnen löschen. Der Haupt- und Werkausschuss des Marktgemeinderats gab in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus einstimmig grünes Licht für den Gestaltungsvorschlag der Verwaltung für die beiden „Zapfsäulen“.

Prien - Schmale Edelstahlsäulen sollen als kostenlose Durstlöscher an zwei Plätzen mitten in Prien aufgestellt werden. Die Wahl von Donat Steindlmüller von der Geschäftsleitung im Rathaus, der das Vorhaben federführend betreut, fiel aus zwei wesentlichen Gründen auf diese Variante. Die Edelstahlsäulen seien „hygienisch einwandfrei“ und resistent gegen Vandalismus, erläuterten Geschäftsleiter Andreas Hell (für den verhinderten Steindlmüller) und Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) in der Sitzung.

Brunnen keine „Infektionstreiber“

In der Entstehungsphase hatte es kurzzeitig Verunsicherung gegeben, ob solche Brunnen gerade in Pandemie-Zeiten hygienisch unbedenklich sind. Das Staatliche Gesundheitsamt hatte zunächst eine kritische Stellungnahme abgegeben, später aber erklärt, dass solche öffentlichen Trinkbrunnen unproblematisch seien und nicht als mögliche Infektionstreiber gelten. Das Leitungswasser fließt, sobald jemand einen Knopf drückt, erläuterte Hell den Mechanismus.

Die Initiative für die kostenlosen Wasserspender im öffentlichen Raum war von der CSU-Fraktion ausgegangen. Sie hatte solche Brunnen beantragt.

Für die Edelstahlvariante sprach Hell zufolge auch die zeitnahe Umsetzungsmöglichkeit, die wiederum ein Kriterium für die Förderfähigkeit des Projekts ist. Die Verwaltung rechne derzeit mit 30 000 Euro Gesamtkosten für beide Brunnen. Die Förderung durch das Bayerische Umweltministerium betrage 90 Prozent beziehungsweise maximal 15 000 Euro pro Brunnen, berichtete Hell. Für die Gemeinde entstehen demnach nur geringe Herstellungskosten. Für den jährlichen Unterhalt hatte Steindlmüller 3000 bis 5000 Euro angesetzt, die von der Gemeinde zu tragen sind.

Wasseranschlüsse sind an den beiden geplanten Standorten, am südlichen Eingang des Wendelsteinparks bei den öffentlichen WC-Anlagen und vor dem Heimatmuseum am Marktplatz, wo bereits ein alter Zierbrunnen steht, vorhanden. Beide Plätze sind stark frequentiert. Der Wendelsteinpark soll im Laufe dieses Jahres zudem durch einen neuen Erlebnisspielplatz weiter aufgewertet werden.

Trinkwasser, das aus den Brunnen sprudelt und nicht in den Mündern durstiger Passanten landet, soll im Erdreich versickern beziehungsweise in die Kanalisation abgeleitet werden.

Die Verwaltung hatte „aus hygienischen, praktikablen und nachhaltigen Gesichtspunkten“ davon abgesehen, Angebote für künstlerisch gestaltete Trinkbrunnen einzuholen, wie es aus den Reihen des Gremiums im Herbst 2021 angeregt worden war. Das erschien den Ausschussmitgliedern nach den Erläuterungen nun plausibel. Zumindest gab es keinerlei Nachfragen nach den Erläuterungen des Geschäftsführers.

CSU-Fraktionssprecherin Annette Resch äußerte sich als Vertreterin des Antragstellers erfreut, dass die Planung für die beiden Brunnen voranschreiten. Sie schlug vor, die Edelstahlsäulen dann mit möglichst großen Infotafeln zu versehen, damit sie den Passanten auch ins Auge fallen.

Resch verwies auf den bisher einzigen öffentlich zugänglichen Trinkbrunnen in Prien. Er steht an der Seestraße auf dem kleinen Platz zwischen Ludwig-Thoma-Haus und dem Haupteingang des gleichnamigen Gymnasiums. Dort wird auch mit einer Büste an den Namensgeber, den Heimatschriftsteller Ludwig Thoma erinnert, der im nach ihm benannten Haus öfter seine Ferien verbrachte, weil seine Mutter das Gebäude früher als Hotel führte.

Den Trinkbrunnen vor dem LTG gibt es schon so lange, dass die heute Verantwortlichen auf Anfrage nichts über seine Entstehungsgeschichte sagen konnten.

In ihrem Antrag zur Errichtung von öffentlichen Trinkbrunnen schreibt die Priener CSU unter anderem, das Trinkwasser „gesund, preiswert, umweltschonend und nahezu überall verfügbar“, sei. Es komme nahezu ohne Energieaufwand beim Endverbraucher an. Außerdem sei es stets frisch. Viel zu häufig konsumierten die Menschen in Deutschland Wasser in Plastikflaschen. Die Einrichtung öffentlicher Trinkbrunnen diene laut Argumentation der CSU der Fürsorge für Gäste und Einheimische. Insbesondere Kinder und ältere Menschen sollten bei Hitze im Sommer genügend trinken.

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