61-Jähriger wegen Mordes an Manuela K. aus Bergen angeklagt

Kripo-Beamter: „Alle Körperteile sorgfältig vom Rumpf abgetrennt“

Prozess Mord Landgericht Traunstein Manuela K. Bergen Gericht
+
Der mutmaßliche Täter soll die Frau, die 59 Jahre alt wurde, aus Habgier getötet haben.
  • Xaver Eichstädter
    vonXaver Eichstädter
    schließen

Manuela K. aus Bergen galt Anfang 2020 wochenlang als vermisst - dann wurde ihre Leiche in einem Waldstück gefunden. Ein 61-jähriger, gebürtiger Traunsteiner steht seit Dienstag, den 9. März, wegen Mordes vor Gericht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Prozess am Landgericht Traunstein um Mord an Manuela K. aus Bergen
  • Angeklagter bringt volles Geständnis
  • Beide lernten sich auf Dating-Portal im Internet kennen
  • Angeklagter soll wegen Geldnot aus Habgier gemordet haben
  • 61-Jähriger schlug mit Buddha-Statue zu und erwürgte Manuela K.
  • Leiche mit Astschere zerstückelt 

Update, 16.58 Uhr - Kripo-Beamter: „Alle Körperteile sorgfältig vom Rumpf abgetrennt“

Nun werden Beamte der Kriminalpolizei als Zeugen im Mord-Prozess am Traunsteiner Landgericht geladen. Am 7. März 2020 wurde der Angeklagte auf dem Parkplatz des Globus-Supermarktes in Freilassing festgenommen. „Am Anfang hat er die Tötung noch abgestritten“, so ein Kriminalpolizist. Doch zu dem Zeitpunkt hatten die Ermittler bereits genügend Beweise gesammelt, um ihm die Widersprüche in seinen Aussagen klarzumachen.

Nach einem Gespräch mit seinem Anwalt habe der 61-Jährige der Polizei dann die Stelle im Wald bei Knappenfeld (Gemeinde Siegsdorf) gezeigt, wo die Leichenteile in schwarzen Sporttaschen abgelegt wurden - doch bis dahin wusste noch niemand außer dem Täter selbst, dass der Leichnam der Frau zerstückelt wurde. „Alle Körperteile wurden sorgfältig vom Rumpf abgetrennt“, berichtet einer der Kripo-Beamten vom Fundort.

Ein Polizist berichtet außerdem von einem Gespräch, das der mutmaßliche Mörder mit einer Bekannten nach der Tat geführt haben soll. „Hast Du im Lotto gewonnen?“, habe sie ihn gefragt, weil er plötzlich wieder viel Geld hatte - „Nein, nur einen Mord gemacht“, sei die Antwort des Angeklagten gewesen. Die Polizei konnte ihm nachweisen, dass er nach der Tat 42.000 Euro ausgegeben hatte. Wie der gebürtige Traunsteiner selbst sagte, unter anderem für einen BMW oder eine Sitzgarnitur.

Nun werden eine Reihe Fotos aus der Bergener Wohnung der Getöteten gezeigt. Blutspuren in der Größe von Stecknadelköpfen ließen sich noch an den Wänden finden. Auch die Buddha-Figur, mit der der Angeklagte auf Manuela K. eingeschlagen haben soll, wird dem Gericht präsentiert. Sie glänzt golden, ist aus leichtem Holz und geschätzt knapp 30 Zentimeter groß.

Der Prozess um den Mord an Manuela K. wird am Montag, den 15. März, um 9 Uhr am Landgericht in Traunstein fortgesetzt. 

Update, 15.03 Uhr - Mutmaßlicher Mörder von Manuela K. saß bereits 20 Jahre im Gefängnis

Wer ist der Mann, der zugibt, Manuela K. getötet zu haben? Der 61-Jährige kam in Traunstein zur Welt und ging dort auch zwei Jahre in die Schule. „Dann war ich in einem Kinderheim in Marktl am Inn. Meine Eltern meinten, ich sei schwer erziehbar“, so der Mann. Denn schon im Kindesalter fiel er durch Diebstähle auf und büxte nachts aus. Im Alter von 15 Jahren bekam er seine erste Jugendstrafe aufgebrummt, drei Jahre später der erste Autodiebstahl und ein Einbruch. Auch als Erwachsener setzten sich Haftstrafen fort.

„Insgesamt bin ich über 20 Jahre lang im Gefängnis gesessen“, gibt der Angeklagte an. Er hat zwei Kinder und arbeitete zuletzt bei einer Tischlerei in Salzburg. Der 61-Jährige führte mit Manuela K. keine feste Partnerschaft, er traf sich in den Monaten vor der Festnahme mit mehreren Frauen. Unter anderem hatte er auch Bekanntschaften in Freilassing und Traunreut. „Wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Es war ziemlich schnell ein sehr gutes Verhältnis da“, so der mutmaßliche Mörder zu der Liaison.
 
Die Fragen des Vorsitzenden Richters gehen immer wieder in Richtung des gestohlenen Geldes. „Ich habe Frau K. nicht getötet, um an Geld zu kommen. Ich wusste ja nicht mal, dass so viel Geld da ist“, sagt der Angeklagte. Um seine Mietschulden zu begleichen, sei er in Österreich in eine Gärtnerei eingebrochen und habe 450 Euro Bargeld erbeutet. Aus der Wohnung von Manuela K. nahm der 61-Jährige laut Staatsanwaltschaft insgesamt 85.800 Euro Bargeld mit. Nach eigenen Angaben kaufte er sich davon unter anderem einen BMW, eine neue Sitzgarnitur, ein Handy und eine Stereoanlage.

Nun werden Kriminalpolizisten als Zeugen geladen, die darüber Auskunft geben, wie sich dem Angeklagten auf die Schliche gekommen sind. 

Update, 13.12 Uhr - Angeklagter gesteht Tötung von Manuela K. - Prozess läuft

Die grausige Tötung von Manuela K. am 9. Januar 2020 ist aufgeklärt: Der Angeklagte, ein 61-jähriger gebürtiger Traunsteiner, gestand nun vor dem Landgericht alles - sowohl die Tötung seiner Internetbekanntschaft, als auch die Zerstückelung der Leiche. Er beantwortete ruhig und ausführlich alle Fragen des Gerichts unter Vorsitz von Erich Fuchs.
 
Am Tattag habe es während dem Sex zwischen dem 61-Jährigen und Manuela K. eine Auseinandersetzung gegeben. Zuerst habe er Schläge und Tritte kassiert und dann der Frau schließlich die Buddha-Figur aus der Hand genommen: „Ich habe ihr damit drei, vier Mal ins Gesicht geschlagen.“ Weil sie danach minutenlang schrie, habe er sie dann mit dem Arm von hinten gewürgt. „Ich habe mir gar nichts dabei gedacht. Ich wollte einfach, dass sie still ist.“ Danach habe er sich das Blut abgewaschen und geraucht. „Erst im Laufe der nächsten Stunden ist mir bewusst geworden, was ich getan habe“, so der Angeklagte.
 
8.000 Euro fand der Mann dann in einer Handtasche von Manuela K. Damit fuhr er zurück nach Oberösterreich und beglich seine Schulden. „Dann habe ich mir die größten, schwarzen Müllsäcke gekauft, die ich finden konnte“, erzählt er in ruhigem Ton dem Gericht. Aber die Leiche in Bergen komplett zu verpacken und ins Auto zu hieven, schaffte er nicht. Also zog er die tote Manuela K. in den Keller. Matratze und Bettzeug warf er in den Waginger See, um sich dann wieder auf den Weg in seine Wohnung in Österreich zu machen.
 
„Nach ein paar Tagen bin ich dann zurück nach Bergen gefahren, um Wände zu streichen, Spuren zu vernichten und das Auto nochmal zu versetzen“, so der 61-Jährige - und ein Cutter-Messer hatte er dabei, um die Leiche im Keller zu zerschneiden. „Natürlich hatte ich Angst, dass mich jemand erwischt“, denn im Haus wohnte noch eine weitere Partei. Doch mit dem dünnen Messer konnte er seinen Plan nicht umsetzen - dagegen fiel ihm eine Baumschere im Keller auf.

„Alles was ich mit der Baumschere durchschneiden konnte, hab ich durchgetrennt“, so der Angeklagte. Im großen Gerichtssaal wird es nach diesen Worten mucksmäuschenstill. Was man sich dabei denkt, will Richter Fuchs wissen. „Nicht entdeckt zu werden und es zu vertuschen“, antwortet ihm der Mann. Dann habe er die Leichenteile verpackt und ins Waldstück bei Knappenfeld (Gemeinde Siegsdorf) gefahren. Die Säcke zu vergraben, ging nicht, weil der Boden gefroren war. „Nach der ganzen Aktion war ich fix und fertig“, so der Angeklagte.
 
Nun wird sich der Mann auch zu seinen persönlichen Verhältnissen und zu seiner Biographie äußern.

Update, 10.23 Uhr - Manuela K. mit Buddha-Statue erschlagen und Leiche zerstückelt? Prozess läuft

Er scheint eher wortkarg, spricht ruhig, hat einen fahlen Gesichtsausdruck, die Hände im Schoß vergraben: 61 Jahre alt ist der Angeklagte, der im Januar 2020 Manuela K. aus Bergen getötet haben soll. Auf der Anklagebank im Landgericht Traunstein hat er neben seinem Verteidiger Harald Baumgärtl Platz genommen. Nun wird ihm der Prozess gemacht. Rund 20 interessierte Zuhörer sind - zusätzlich zu den Prozessbeteiligten - ebenfalls im Gerichtssaal. Dem 61-Jährigen wird nicht weniger vorgeworfen als Mord. Staatsanwalt Markus Andrä verliest die Anklage.
 
Der gebürtige Traunsteiner lernte Manuela K. über ein Dating-Portal im Internet kennen. Zuletzt wohnte er in Oberösterreich. Kurz nach dem Kennenlernen sei er Anfang Januar in eine finanzielle Notlage geraten: Mietschulden, keine Arbeit und ein Totalschaden am Auto. Vom 7. bis 9. Januar habe sich der Angeklagte dann in Manuela K.s Wohnung in Bergen aufgehalten. Geht es nach der Staatsanwaltschaft habe er schon da beschlossen, die Frau zu töten, um an Geld zu kommen.
 
Am Morgen des 9. Januar soll dann der Mord passiert sein: Während die beiden intim wurden, habe er seine Chance kommen sehen - mit einer Holz-Buddha-Statue habe er der 59-jährigen Frau mehrfach gegen den Kopf geschlagen. Als sie sich wehrte, habe der Angeklagte sie dann bis zur Regungslosigkeit gewürgt. Danach holte er laut Staatsanwaltschaft knapp 86.000 Euro, Goldplättchen und Edelsteine aus einem Tresor von Manuela K.
 
Einen Tag später sei der 61-Jährige in die Wohnung zurückgekehrt: „Dort begann der Angeklagte die Blutspuren zu beseitigen. Ferner legte er das Opfer im Kellerraum ab und versuchte, das blutige Bettzeug im Waginger See zu versenken. Das Auto der Geschädigten stellte er in Traunstein ab“, so Staatsanwalt Andrä. Später habe er auch Blutspritzer an der Wand in Manuela K.s Wohnung übermalt.
 
„Zuletzt zerstückelte er die Geschädigte im Keller des Anwesens und verpackte die Teile in Müllsäcke und Sporttaschen“, heißt es in der Anklage weiter. Die Taschen und Säcke mit den Leichenteilen habe er in einem Waldstück bei Knappenfeld abgelegt. Vorgeworfen wird ihm ein heimtückischer Mord aus Habgier sowie besonders schwerer Raub mit Todesfolge. Nun darf man gespannt sein, wie sich der Mann zur Tat äußert, die ihm zur Last gelegt wird.

Vorbericht

Bergen/Traunstein - Einer der mysteriösesten und wohl schrecklichsten Vermisstenfälle der jüngsten Zeit scheint aufgeklärt, ab Dienstag, 9. März, wird der Fall vor dem Landgericht Traunstein verhandelt. Der Prozess beginnt um 9 Uhr. Manuela K. aus Bergen galt von Januar bis März 2020 als vermisst. Ihre Leiche wurde schließlich in der Nähe von Knappenfeld (Gemeinde Siegsdorf) gefunden. Bald hatte die Polizei einen Tatverdächtigen: Ein 61-Jähriger, wohnhaft in einem kleinen Weiler in Oberösterreich, gebürtig aus Traunstein.

Seit Anfang Januar 2020 galt Manuela K. aus Bergen als verschwunden. Dass dann plötzlich ihr Auto demoliert im Traunsteiner Ortsteil Haidforst auftauchte, machte den Fall noch rätselhafter. Der mutmaßliche Täter soll die Frau, die 59 Jahre alt wurde, aus Habgier getötet haben. 

Prozess um Tötung von Manuela K. aus Bergen

Gegen ihn wird ab Dienstag vor dem Landgericht verhandelt. Der 61-Jährige soll Manuela K. im Januar 2020 mit einer Holzstatue in im Bett ihres Hauses in Bergen erschlagen haben. Besonders grausig: Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann die Leiche schließlich zerstückelt und die Teile in Taschen und Säcke gepackt. Sie wurden bei Knappenfeld gefunden. Die Bergenerin wurde 59 Jahre alt. Angeklagt ist der gebürtige Traunsteiner wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem Raub mit Todesfolge.

Das Opfer lernte den mutmaßlichen Täter im Internet kennen. Der Angeklagte soll aus Habgier gehandelt haben, weil er der Frau nach der Tat eine hohe Geldsumme gestohlen habe. Das Landgericht Traunstein sieht für den Prozess sechs Prozesstage vor. Am 26. März wird mit einem Urteil gerechnet. Anwaltlich vertreten wird der 61-Jährige vom Strafverteidiger Harald Baumgärtl aus Rosenheim.

Angeklagter saß schon einmal im Gefängnis

Manuela K. galt seit Anfang Januar 2020 als vermisst. Die Polizei schaltete schließlich auch die Öffentlichkeit ein, um Hinweise zu erhalten. Als dann plötzlich ihr Auto demoliert im Traunsteiner Ortsteil Haidforst auftauchte, wurde der Fall noch rätselhafter. In Wäldern rund um Bergen und Surberg waren immer wieder Suchtrupps der Polizei unterwegs. Am 14. Februar dann eine weitere Entdeckung: Am Ufer des Waginger Sees wurde die fehlende Matratze von Manuela K. gefunden.

Am 7. März 2020 konnte der Angeklagte dann in Freilassing festgenommen werden. Zuerst habe er die Tat geleugnet, zeigte nach einem Gespräch mit seinem Anwalt den Beamten dann aber sogar die Stelle im Wald, wo er die Leichenstücke abgelegt haben soll. „Schon ab 1974 kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, es ging aber vor allem um Eigentums- und Vermögensdelikte“, so Hans-Peter Butz, Leiter der „Soko Manuela“, im März 2020. Auch in Oberösterreich sei der Mann straffällig geworden und sei mehrere Jahre im Gefängnis gesessen. Seit 2013 war er wieder auf freiem Fuß.
chiemgau24.de wird ab Dienstag aktuell vom Prozess berichten.

xe

Kommentare