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Makkabi Winter Games

Comeback nach 85 Jahren schreibt Geschichte: Darum kommen jüdische Sportler nach Ruhpolding

2015 fanden die Europäischen Makkabi Spiele auf dem Berliner Olympiagelände statt. Im Januar werden die internationalen Winter Games nach Ruhpolding kommen.
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2015 fanden die Europäischen Makkabi Spiele auf dem Berliner Olympiagelände statt. Im Januar werden die internationalen Winter Games nach Ruhpolding kommen.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Der Schrecken des Attentats von den Olympischen Spielen in München 1972 sitzt tief. Nun kommen 500 jüdische Sportler nach Ruhpolding zu den Makkabi Winter Games. Wie steht es um ihre Sicherheit?

Ruhpolding – Es ist eine ganz besondere Neuauflage in Ruhpolding: Vor über 85 Jahren wetteiferten jüdische Sportler zuletzt bei den Makkabi Winter Games. Nun finden die Spiele von 2. bis 9. Januar 2023 erstmals wieder statt – und zwar in Ruhpolding.

Bis zu 500 Teilnehmer aus der ganzen Welt werden im Winter erwartet. „Wir schreiben Geschichte“, sagt Alon Meyer, Leiter des jüdischen Turn- und Sportverbands Makkabi Deutschland. Zum ersten Mal seit 1936 werde hier eine Tradition wiederbelebt. „Mit den Spielen möchten wir ein positives Zeichen über die Grenzen Deutschlands hinaus setzen“, so Meyer.

Teilnehmer aus 16 Nationen

Die Erwartungen sind auch bei Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hoch: „Die Games in Ruhpolding sollen ein leuchtendes Beispiel für jüdisches Leben in Deutschland werden.“ Neben Israel haben sich bereits Teilnehmer aus 16 Nationen angekündigt. Wobei nicht nur Juden teilnehmen können, sondern alle Makkabi-Mitglieder – unabhängig von Religion und Herkunft.

Für Justus Pfeifer (CSU), Bürgermeister von Ruhpolding, sind die Winterspiele etwas ganz Besonderes. „Ich freue mich auf den Austausch mit den Sportlern und unserer Dorfgemeinschaft“, sagt Pfeifer. Denn neben sportlichen Wettkämpfen soll auch ein Bildungsprogramm angeboten werden, bei dem die Begegnung der Teilnehmer mit Menschen in Ruhpolding geplant ist. Für Pfeifer ein ganz wichtiger Punkt, schließlich gebe es auf dem Land wenig Berührungspunkte zu jüdischem Leben. Zudem soll es eine große Eröffnungsfeier und Abendveranstaltungen geben. Freiwillige sollen das Sportfest unterstützen, auch dies unabhängig von Herkunft und Religion.

Gute Zusammenarbeit

Makkabi habe 2020 erstmals Kontakt zu Ruhpolding aufgenommen, sagt Pfeifer. Die Sympathie zwischen Gemeinde und Veranstalter, aber auch die „hervorragende Sport-Infrastruktur“ und die touristischen Kapazitäten führten laut Bürgermeister dann zur Wahl Ruhpoldings. Nach Auskunft von Alfi Goldenberg, Vizepräsident bei Makkabi Deutschand für Sport, werden alle Sportler im aja Hotel untergebracht werden. „Die Zusammenarbeit läuft prima und die Gemeinde Ruhpolding gehört zu unseren ganz wichtigen Unterstützern“, so Goldenberg.

Ein friedliches Sportfest mit dem Ziel der Völkerverständigung, jedoch schrecklichem Ende, ist vielen Menschen noch in Erinnerung. Die Olympischen Spiele in München 1972 und das dortige Attentat haben auch im Chiemgau einen Schatten hinterlassen. Damals hatte eine palästinensische Terrororganisation elf israelische Sportler als Geiseln genommen. Sie alle starben bei einem Befreiungsversuche.

Nahostkonflikt und Antisemitismus

Doch man muss gar nicht so weit zurück in die Geschichte gehen. Laut Verfassungsschutz habe sich während der Corona-Pandemie habe der Antisemitismus deutlich verstärkt und dringe inzwischen in die Mitte der deutschen Gesellschaft vor. Zumal sich der Nahostkonflikt seit einigen Monaten wieder zuspitzt. „Zum jetzigen Zeitpunkt rechnen wir nicht damit, dass die Veranstaltung das Ziel von antisemitischen Straftaten oder Handlungen sein wird“, so Bürgermeister Pfeifer. Man stehe mit dem Veranstalter in engem Austausch, wie Martin Emig, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, mitteilt. „Zu etwaigen Schutzmaßnahmen können aus Gründen der Geheimhaltung keine Details bekannt gegeben werden“, so Emig.

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