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„Malen ist Bewegung mit dem Pinselstrich“

Butoh-Tanz und ganz viele Pinselstriche: Das bewegte Leben einer Priener Künstlerin

Derzeit sind im Kronasthaus am Priener Marktplatz Werke der Wahl-Prienerin Magdalene Engels ausgestellt.
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Derzeit sind im Kronasthaus am Priener Marktplatz Werke der Wahl-Prienerin Magdalene Engels ausgestellt.

Mitte Dezember beging die Wahl-Prienerin Magdalene Engels ihren 96. Geburtstag – Grund genug, sich den Lebensweg der Künstlerin genauer anzuschauen.„Malen ist Bewegung mit dem Pinselstrich“, beschreibt die Künstlerin. Im Fokus ihres Schaffens sind Menschen, denen sie begegnet ist.

von Petra Wagner

Prien – Und so sind die Porträts der Prienerin Magdalene Engels auch Erinnerungen an geliebte Personen, deren Verlust sie damit verarbeitet, aber so auch mit ihnen in Verbindung bleibt. „Mit dem Malen kann ich Gefühle begreifen und mit dem Pinsel ausdrücken“, so Engels, was teils auch schmerzhaft sei. Vor allem, wenn das, was „weggestellt“ wurde, wieder hervorgeholt werde.

Dem Heimatmuseum zwei Werke vermacht

Zwei ihrer Werke aus der Serie „Köpfe“ hat sie 2021 dem Heimatmuseum vermacht; zudem zeigte das Heimatmuseum 2018 in der Ausstellung „Ich ist ein anderer“ 30 ihrer Menschenbilder im Kontrast zu Priener Porträts aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Geboren im Thüringer Wald, waren die Anfangsjahre von häufigen Wohnortwechseln geprägt, die auf Arbeitsstellen des Vaters – Lehrer und Schulleiter – zurückzuführen sind. Stationen waren Gera, Berlin-Strausberg, Erlangen und Nürnberg, wo ihr als kleines Mädchen vor allem der Christkindlmarkt einprägsam in Erinnerung geblieben ist, wie sie den OVB-Heimatzeitungen im Gespräch erklärt.

Es folgte nach dem Doktoranten-Studium des Vaters eine Anstellung im Rotenburg an der Fulda, wo er eine Schule übernahm. Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Schule geschlossen. Besonders in Erinnerung geblieben sind Magdalene Engels „die vielen Jungs, die von der Front nicht zurückgekommen sind“. Später zog die Familie nach Bayern, wo sie sich am Ammersee niederließ.

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Nach Kriegsende begann Engels ein Kunstlehramt-Studium in München, das sie aber nach zwei Semestern beendete – anders als der Wunsch des Vaters wollte sie keine Lehrerin werden. Von Kindheitstagen an habe sie davon geträumt, zu malen. Sie wechselte ins Textilfach. Dort schloss sie eine Gesellenprüfung im Bildweben ab.

In Innig am Ammersee arbeitete sie anschließend als Grafikerin bei einer Filmproduktion. Doch lange hielt sie es nicht aus, das Fernweh zog sie nach Italien. Kurzum gab sie ihre Stelle auf, um mit Mitte Zwanzig für drei Monate mit der vom Bruder geschenkten Vespa unter anderem durch die Toskana zu ziehen.

Mit Mitte 50 nach Prien gezogen

Als sie wieder – erfüllt mit vielen Eindrücken und zahllosen Skizzen – zurückkehrte, machte sie sich am Ammersee mit einem Kameramann, ihrem Lebensgefährten, selbstständig, um Unterrichts- und Lehrfilme zu produzieren.

Als ihr Partner nach vielen Jahren schwer erkrankte und schließlich verstarb, wagte sie einen Neuanfang – und zog mit Mitte 50 nach Prien.

Unabhängig nach einer Erbschaft

Durch eine Erbschaft unabhängig geworden, konnte sie sich im Chiemgau ihrer Leidenschaft, der Kunst, widmen.

Es folgten zahlreiche Kurse, Workshops und Seminare in München, Salzburg, Rosenheim und Aschau, in denen sie ihre Techniken verfeinerte.

In dieser Zeit entdeckte sie auch den japanischen Butoh-Tanz, eine Bewegungsart, die sie inspiriert.

Derzeit ist eine Porträt-Serie mit Skizzen von Magdalene Engels in Tusche, Blei- und Farbstift noch bis Ende Januar im Erdgeschoss im Scherzl des Kronast-Hauses am Marktplatz zu sehen.

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