Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Jahrestreffen der "DRechlberger"

Ludwig Voit gibt 2014 Amt zurück

Trachtenvorstand Ludwig Voit (links) und Zweiter Vorstand Andi Bauer (rechts) ehrten für langjährige Vereinsmitgliedschaft (von links) Mathias Meier, 50 Jahre, Lisi Schmid, 60 Jahre, Barthl Irlinger, 50 Jahre, und Franz Meier, 50 Jahre. Gertraud Maier (50 Jahre) war verhindert. Foto Flug
+
Trachtenvorstand Ludwig Voit (links) und Zweiter Vorstand Andi Bauer (rechts) ehrten für langjährige Vereinsmitgliedschaft (von links) Mathias Meier, 50 Jahre, Lisi Schmid, 60 Jahre, Barthl Irlinger, 50 Jahre, und Franz Meier, 50 Jahre. Gertraud Maier (50 Jahre) war verhindert. Foto Flug

Unterwössen - "Leicht schockiert" habe ihn die Ankündigung des Trachtenvorstandes Ludwig Voit, 2014 nicht mehr zu kandidieren. Das meinte der Zweite Bürgermeister Barthl Irlinger und so ähnlich sahen es auch die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung der "D‘Rechlberger Oberwössen" im Gasthof "Zur Post". Gerade auch, weil Ludwig Voit in seinem Jahresbericht seine enge Verbundenheit zur Trachtensache dargestellt, und die Jugendleitung einen Bericht über eindrucksvolle Jugendarbeit und damit Vereinszukunft gegeben hatte.

"Ich wünsche mir, dass das noch nicht das letzte Wort war", hofft Irlinger. Dabei hatte Ludwig Voit am Ende seines Jahresberichtes klar ausgedrückt: "Ich werde aus persönlichen Gründen bei den nächsten Vorstandswahlen in 2014 nicht mehr kandidieren. Das ist lange überlegt, wohl durchdacht und unabänderlich." Dabei glaubt Voit, dass der Verein gutes Potenzial für seine Nachfolge hat. Er denkt, dass sich bis 2014 ein Nachfolger finden wird, wenn der Verein nur mit allen Kräften darauf hinwirkt.

Das Leitbild "Sitte und Tracht der Alten wollen wir erhalten" erscheine auf den ersten Blick ein bisschen altbacken, begann Voit seinen Jahresbericht. Wer aber das erste Mal die Tracht oder später eine neue Tracht trage, tue das voll Freude und auch ein wenig mit Stolz. Die Tracht, unser Gewand, verbindet und präsentiert uns mehr als alles andere nach außen. Die zuletzt in 2004 von den 23 Vereinsvorständen den Gau festgelegten Regeln sollen die Tracht in ihrer Ursprünglichkeit erhalten, sie aber auch mit gewachsenen Veränderungen weiterleben lassen, meinte Voit. Diese Regel sollen nicht Persönlichkeitsrechte einschränken. Sie erhalten den Respekt vor den festgelegten Zielen der Trachtensache, denkt Voit. Schwieriger sei es da schon für den Erhalt von Sitten und Gebräuchen einzutreten, wenn zum Beispiel der Dialekt einem ständigen Wandel unterläge. Es sei Aufgabe Kirche und den Glauben als Baustein des Trachtenwesens nicht aus den Augen zu verlieren. Mit dem notwendigen Stolz und Selbstbewusstsein, dann aber auch ein wenig mit bayerischem Dickschädel werde es gelingen, auch in Zukunft "Sitte und Tracht der Alten" zu erhalten.

Nach solch eher theoretischen Gedanken waren es dann diese Tatsachen erfolgreicher Jugendarbeit, die Jugendleiterin Anja Voit vermittelte. Die Jugend- und Kindergruppen hatten bei einem bayerischen Abend im Oberwössner Poststüberl den auswärtigen Gästen bayerische Sprache und Trachtenwesen nachdrücklich näher gebracht. Den Pfingstheimatabend hatten Jugend und Kinder mit eigenem Programm gestaltet, von der Moderation bis hin zum Theaterspiel. Dass die Reit im Winkler Jugend an diesem Abend unterstützte, sieht Anja Voit als Modell für die Zukunft. Vereinsübergreifende Zusammenarbeit sei immer mehr gefragt. Das erwies auch, dass fünf Achentalvereine zur gemeinsamen Probe zusammenfanden.

Nach Auffassung von Anja Voit hat sich die Jugendarbeit verändert, ist vielseitiger und umfangreicher geworden. Im Moment sieht die Jugendleiterin den Nachwuchs im Verein gut aufgestellt. Die Kinder- und Jugendgruppen hätten Schwung. Für die kommenden Jahre werde es aber zäh, weil wenig Nachwuchs nachkäme. Die Jugendleiter würden aber nicht nachlassen und weiterhin ihr Bestes geben. Jugendarbeit beträfe aber alle im Verein. Jedes Vereinsmitglied müsse auf die jungen Leute zugehen, mit ihnen reden, sie für die Sache motivieren. Ein Trachtenverein habe den Vorteil, dass sich darin Jung und Alt zusammen tun. Anja Voit: "Ich bin der Meinung, dass sich die Jungen später einmal gerne mit stolz an eine gemeinsame Zeit mit den überlieferten Bräuchen zurückerinnern. Das macht die Zukunft des Trachtenvereins aus."

Schwung bringen auch die Röckifrauen mit, berichtete Christel Durchner. Viele gemeinsame Unternehmungen vom Stammtisch bis zum Ausflug zur Jageralm in Zell am See bringen ein munteres Miteinander. Aber dann wird auch wieder kräftig angepackt, wenn eine Unzahl an Kuchen zum Beispiel zum Almkirta beigesteuert wird. Solche Feste wie auch der Gaujugendtag werden von den Röckifrauen begleitet.

Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger sprach ein herzliches "Vergelt's Gott" von der Gemeinde aus, "für einen Trachtenverein, in dem die Leute mehr tun, als ihre Pflicht ist".

Das Jahr 2013 wird einen Vereinsausflug am 5. Mai auf das Gauderfest in Zell im Zillertal bringen. Das entschied die Mitgliederversammlung aus insgesamt drei vorgestellten Alternativen. Auf dem Programm steht das Gaufest in Wildenwart und das 50. Jubiläum der Musikkapelle Weißbach. Vor dem Hintergrund des Gartlerfestes und des Rettenburger Ritterfestes wird der Trachtenverein mit eigenen Festen zurücktreten.

Nach dem offiziellen Teil stieß die Bilderschau von Andreas Greimel mit humorvollen Impressionen aus dem Vereinsjahr auf große Begeisterung. lfl

Kommentare