Aus dem Gemeinderat

Lkw und Kindergarten: Verkehrsprobleme im Rimstinger Gewerbegebiet werfen Fragen auf

Die Nordstraße im Rimstinger Gewerbegebiet: Die Nähe von Kindergarten (rechts) zu Firmen auf der anderen Straßenseite, die beliefert werden müssen, warf im Gemeinderat zuletzt Fragen rund ums Verkehrsaufkommen auf. Man sieht die Gefahr, dass durch den Zuzug eines Getränkemarkts noch mehr Verkehr hinzukommt. Berger
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Die Nordstraße im Rimstinger Gewerbegebiet: Die Nähe von Kindergarten (rechts) zu Firmen auf der anderen Straßenseite, die beliefert werden müssen, warf im Gemeinderat zuletzt Fragen rund ums Verkehrsaufkommen auf. Man sieht die Gefahr, dass durch den Zuzug eines Getränkemarkts noch mehr Verkehr hinzukommt. Berger
  • Elisabeth Sennhenn
    vonElisabeth Sennhenn
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Im Rimstinger Gemeinderat löste das Bauvorhaben einer Firma im Gewerbegebiet an der Nordstraße viele Fragen aus: Zum Beispiel diejenige, wie man künftig mit dem Verkehrsaufkommen umgeht. Denn ganz in der Nähe ist auch der Kindergarten.

Rimsting– Mit einer Anfrage zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 20 „Gewerbegebiet Nordstraße“ im Bereich des Betriebsgrundstücks an der Nordstraße 10 befasste sich zuletzt der Rimstinger Gemeinderat. Der Antragsteller möchte das Baufenster vergrößern.

Das Gremium hatte sich bereits 2015 und 2016 mit dem Thema auseinander gesetzt, doch wurde damals wegen verschiedener Einwände kein Beschluss gefasst. Auch der Antragsteller verfolgte das Vorhaben zunächst nicht weiter.

Fliegender Bau für Getränkemarkt

Inzwischen ist dieser aber erfolgreich im Bereich Photovoltaik, Solar und E-Mobilität und will seine Bauvorhaben wieder aufleben lassen: Auf der Südseite seines Betriebsgebäudes soll ein Wintergarten als Schauraum entstehen, wofür das Baufenster erweitert werden soll. Auf der Nordseite ist ein Carport mit Solardach für 35 Fahrzeuge geplant. Dort besteht auch ein Lkw-Wendeplatz. Zudem soll nördlich eine Halle als fliegender Bau – ohne Fundamente – für einen Getränkemarkt aufgestellt werden. Der fliegende Bau wurde deshalb gewählt, um für den Getränkemarkt Wierer, der aus seinem jetzigen Standort ausziehen muss, nicht die Bebauungsplanänderung abwarten zu müssen.

Während der Rat den Verbleib des Getränkehändlers in der Gemeinde grundsätzlich begrüßt, wurde von einigen Mitgliedern das mögliche zusätzliche Verkehrsaufkommen in der Kalkgrubstraße kritisiert.

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Ein weiterer Umstand führte zur Diskussion: Das Nachbargrundstück gehört einem Baustoffhändler. Ihm gegenüber liegt der Kindergarten – für Nina Weinland (Grüne) eine „unglückliche Verquickung“ –, dazwischen verläuft die Nordstraße. Laut Weinland müssten Eltern morgens ihre Kinder oft an Sattelzügen vorbei geleiten. Thomas Friedrich (SPD) sieht jetzt bereits das Problem, dass Lkw, die auf Anlieferung bei der Baustofffirma warteten, stundenlang am Straßenrand stünden. Auch Brigitte Feichtner (UWG) gefällt nicht, „wie der Verkehr ins Gewerbegebiet geleitet wird“ – der Markt würde nicht zur Entlastung beitragen. Josef Stöffl (FW) schlug vor, den Konsumentenverkehr nur für Anlieger zu erlauben, „denn für die Bürger ist der Getränkemarkt wichtig“. Der fliegende Bau sei eine gute Übergangslösung. Stefan Julinek (CSU) führte die 33 Stellplätze an, die am Standort schon vorhanden seien, aber zur Firma des Antragstellers gehören.

Der Getränkemarkt an der Greimhartinger Straße soll im Gewerbegebiet eine neue Heimat finden.

Straße müsste in der Kurve überquert werden

Alles in allem, so Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU), sei einst die Entscheidung, den Kindergarten im Gewerbegebiet anzusiedeln, von Gemeinde und Landratsamt für gut befunden worden, vor allem wegen der Lage am Ortsrand und in Waldnähe. Zudem besaß die Kommune das dortige Grundstück.

Unter anderem von Thomas Friedrich kam die Anregung, über einen Gehweg zum Kindergarten entlang des Feuerwehrhauses in der Nordstraße nachzudenken, wobei dann allerdings eine Querung der Straße in der Kurve davor erfolgen müsste. An der östlichen Nordstraße besteht bereits ein Gehweg, so sahen die Räte das Kernproblem in den Lkws. Das Gremium wünscht, dass die Gemeinde mit der Baustofffirma das Gespräch für eine neue logistische Lösung sucht.

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Ein zweites Problem aus Sicht der Gemeinde ist der geplante Wintergarten, der an die Gewerbegrundstücke 924/4 und 924/3 angrenzen würde. Dort hat sich die Gemeinde eine Grunderwerbsoption gesichert für den Fall, dass dort die seit Langem angedachte Querverbindungsstraße zwischen Bahnhofs- und Endorfer Straße verwirklicht werden soll. Das Baufenster würde dort andocken und müsste daher mindestens acht Meter davon abrücken. Unter dieser Voraussetzung stimmten alle Räte geschlossen für eine Erweiterung des Baufensters. Genauso einstimmig wurde der Bau des Solar-Carports beschlossen. Für die Halle als Übergangslösung stimmten die Räte mit zwei Gegenstimmen.

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