Lithopunktur-Stein verschönert Chiemsee-Ufer Iin Gstadt

Das Kunstwerk von Marco Pogacnik am Ufer des Chiemsees in Gstadt.
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Das Kunstwerk von Marco Pogacnik am Ufer des Chiemsees in Gstadt.

Slowenischer Bildhauer beschenkte Alpengemeinden in vier Ländern mit gemeißelten Kunstwerken. Sie sollen dazu auffordern, Landschaft und Natur zu erhalten.

HansThümmler

Gstadt – Seit fast 25 Jahren hat die Gemeinde Gstadt einen von Bildhauern gemeißelten Stein vor dem Haus des Gastes am Chiemsee-Uferweg nahe der Dampferanlegestelle aufgestellt. Wie kommt dieser Stein nach Gstadt, fragen sich viele Spaziergänger.

Es ist ein sogenannter Lithopunktur-Stein, geschaffen vom slowenischen Bildhauer Marco Pogacnik. Dieser hat damit vor rund 25 Jahren, in einem Landschaftsraum von rund 500 Kilometern, ein Projekt mit fünf Steinsetzungen in vier verschiedenen Ländern des östlichen Alpenraumes verwirklicht.

Der Ursprung des Projektes war in Villach, wo Pogacnik zusammen mit Künstlerkollegen ein bildhauerisches Gesamtprojekt mit zehn Steinsetzungen im ganzen Stadtbereich realisierte. Das Projekt fand in der Bevölkerung so großen Anklang, dass die Stadtverwaltung Villach erneut auf ihn zukam, als es um die Projektidee einer europäischen Kulturstadt, als „Alpenstadt des Jahres 1997-Villach“ hervorging.

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Sein Anliegen war die energetische und geistig-seelische Qualität der Landschaft zu stärken und ins Bewusstsein zu holen. Er vertrat die Meinung, dass die Methode der Akupunktur, ähnlich auf Lithopunktur anzuwenden sei: mit der Bedeutung auf die „Installierung genauer Ausrichtung von Steinsäulen auf Kraftbahnen und Kraftpunkten der Landschaft“.

Vier Gemeinden bekamen einen Stein

So erhielten die Städte Maribor in Slowenien, Meran in Italien, Bohinij in Slowenien, Kerschdorf in Österreich sowie Gstadt am Chiemsee je einen gemeißelten Stein.

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Das großräumige Kunstprojekt wurde finanziell unterstützt von Pogacniks Heimatgemeinde Villach, welche die Initiative mitgetragen hatte. 1997 wurden in einem Zeitraum von sechs Wochen alle Steine gemeißelt und in einem feierlichen Akt mit Gästen aus allen teilnehmenden Orten eingeweiht. Die Anfrage der Stadt Villach, sich an dem Projekt zu beteiligen, hatte eine einstimmige Zusage des Gemeinderates Gstadt zur Folge.

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Somit waren Meran und Gstadt die letzten Orte, die sich dem Projekt „Alpenstern“ anschlossen. Mit Beteiligung der Gemeinde und Bürger wurde der Gstadter Stein am Chiemseeufer aufgestellt. Im Zuge des Ausbaues der Uferpromenade und der Verschönerung des Vorplatzes des Verkehrsamtes, blieb auch der Stein mit dem eingemeißelten Kosmogramm erhalten. In dem Kosmogramm will der Künstler zum Ausdruck bringen, achtsam mit der Chiemsee-Landschaft umzugehen.

„Jede Landschaft ist ein Abbild geistiger–seelischer Schöpfungs-Geschichte“, so der Bildhauer. Wichtig sei es, in einer schnelllebigen Zeit mit fast keinen Berührungspunkten mit der Landschaft, das Gegenteil zu tun: „Durch die Landschaft zu gehen, ruhig zu verweilen, Plätze und Orte aufzusuchen, still zu werden.“ Noch seien wir von einer weltweiten ökologischen Krise weit entfernt. „Umso wichtiger sei es, die in Stein gemeißelte Vision, die Erhaltung der Natur, nie aus den Augen zu verlieren und alle Kraft und Fantasie dafür einzusetzen“, erklärte der Künstler.

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