Nur zur Weihnachtszeit

Warum eine Prienerin ihr Haus aufwändig schmückt und beleuchtet

Es blinkt und glitzert am Haus von Carolin Angermann. Für sie ist Weihnachten die schönste Zeit des Jahres.
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Es blinkt und glitzert am Haus von Carolin Angermann. Für sie ist Weihnachten die schönste Zeit des Jahres.

Carolin Angermann freut sich jedes Jahr ganz besonders auf die Weihnachtszeit. Ihre helle Freude über das Fest kann jeder sehen. Lichterketten, Nikolaus und Leuchtfiguren tauchen ihr Haus in der Seestraße in weihnachtlich strahlenden Glanz.

von Tanja Weichold

Prien – Die 43-Jährige lebt mit ihre Familie im Haus, das ihre Großeltern im Jahr 1956 an der Seestraße erbaut haben. „Für mich ist Weihnachten die schönste Zeit im Jahr“, schwärmt die Prienerin. Über Jahre hinweg kaufte sie die verschiedensten Dekorationsgegenstände. Fürs nächste Jahr wünscht sie sich noch Lichterkettenvorhänge für den Giebel.

Dekoration dauert zu zweit eineinhalb Tage

Eineinhalb Tage lang dekorierte sie mit ihrem Mann, einem Elektroinstallateur, das ganze Haus samt Garten. Fenster sind beleuchtet, Lichterfiguren und Lichterketten breiten sich über Bäume und Hecken aus. „Ich mag am liebsten weiße Lichter und eine ruhige Beleuchtung“, erklärt die zweifache Mutter. Blinkende und bunte Szenarien will sie weder sich selbst noch den Nachbarn zumuten. Täglich sind die Lichter ab 16.30 Uhr eingeschaltet. Angermann erhält freundlichen Zuspruch, von Spaziergängern, die ihr Haus bewundern: „Sie sagen mir, dass sie ihre Runde so legen, dass sie bei uns vorbei kommen.“

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Die Prienerin möchte anderen Menschen eine Freude bereiten

Kleine Kinder stehen mit leuchtenden Augen vor dem Haus mit den vielen Lichtern an der Ecke Seestraße/Felix-Dahn-Straße. „Dieses Jahr ist wegen Corona so schwierig, es freut mich, wenn ich anderen eine Freude bereiten kann.“ Klar gibt es auch den ein oder anderen weniger begeisterten Spruch. „Das ist in Ordnung, jeder hat seine eigene Meinung. Ich mache das nicht, um zu protzen“, so Carolin Angermann. Die gelernte Krankenschwester und Operations-Assistentin erlebt die Corona-Pandemie beruflich aus dem Blickwinkel in einer orthopädischen Praxis. So erzählt sie zum Beispiel von älteren Menschen, die argumentieren, dass sie den Krieg und Bombardierungen mitgemacht hätten, dass sie eine vermeintliche unsichtbare „Kleinigkeit“ wie das Coronavirus nicht ängstige. Da kommt es vor, dass viel geredet werden muss, bis die Patienten einsehen, dass sie ihre Maske – ordentlich über Mund und Nase – tragen müssen. „Das ist manchmal anstrengend“, so Angermann. Sie weiß und versteht aber auch, dass es manchen Menschen schwerfällt, mit der aktuellen Situation umzugehen.

Die Leidenschaft fürs leuchtende Fest vom Vater geerbt

Carolin Angermann genießt ihren Weihnachtsurlaub und kann sich an ihrem beleuchteten Weihnachtshaus erfreuen. Ende Januar wird das ganze Lichtermeer abgebaut und bis zum nächsten Weihnachtsfest in Kartons verstaut. Für Weihnachten und leuchtende Lichter hat übrigens auch ihr Vater Robert Lingauer eine Leidenschaft. Der 81-Jährige besaß nach eigener Aussage einst die größte Tanne am Rübezahlweg, die er mit bis zu zwölf Lichterketten schmückte.

Vater wachte einst über die Christbäume

Die Freude über das weihnachtliche Leuchten brachte ihn jedes Jahr dazu, ein Auge auf die Christbäume der Marktgemeinde Prien zu haben. „Ich habe Lichter wieder hineingedreht, die bei Streichen gelockert worden waren“, erzählt er. „Das habe ich mit großer Hingabe betrieben.“ Leider sei es nicht immer bei kleinem Schabernack geblieben, manchmal seien auch Lichter zerbrochen oder Ketten zerrissen worden. „Wenn ich es nicht reparieren konnte, habe ich in der Gemeinde Bescheid gegeben.“

Polizei „erwischt“ Kontrolleur statt Vandalen

Als er seine eigene große Tanne vor circa zehn Jahren wegen Käferbefall umschneiden musste, hörte er auch mit seinen Rundgängen auf. „Ich bin schließlich nicht mehr der Jüngste“, erklärt er lachend und erzählt noch eine Anekdote aus der damaligen Zeit: „Ich stand einmal vor dem Christbaum am Rathaus und hab Lichter hineingedreht, als ein Polizeiauto heranfuhr und die Beamten glaubten, sie hätten einen Vandalen erwischt. Gott sei Dank hat mich einer der beiden gekannt und das Ganze hat sich schnell geklärt.“

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