Park-Chaos am Chiemsee soll ein Ende haben - Bernau will Leitsystem und App

Eine neue Lösung für den Feldener Parkplatz am Seeufer will der Bernauer Gemeinderat bis 2021 erarbeiten. Unter anderem sollen Besucher durch eine App im Vorfeld über die Parkplatzsituation informiert werden.Damit die Fläche größer wird, müssten jedoch die Fichten (Mitte) weichen, meinen die Behörden.
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Eine neue Lösung für den Feldener Parkplatz am Seeufer will der Bernauer Gemeinderat bis 2021 erarbeiten. Unter anderem sollen Besucher durch eine App im Vorfeld über die Parkplatzsituation informiert werden.Damit die Fläche größer wird, müssten jedoch die Fichten (Mitte) weichen, meinen die Behörden.
  • vonElisabeth Kirchner
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Der Gemeinderat Bernau stellt die Weichen für ein Leitsystem am Feldener Parkplatz. Dieses soll Besuchern schnell Infos darüber geben, ob ein Parkplatz frei ist. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber liebäugelt auch mit einer speziellen App.

Bernau – „Dem immensen und haarsträubenden Parkaufkommen“ am Chiemsee mit einem Parkleitsystem entgegenwirken, und dies am besten bis zum Beginn der nächsten Saison, ist das Ziel des Bernauer Gemeinderates.

Auch wenn Matthias Vieweger (CSU) dieses in der jüngsten Sitzung als „sehr ambitioniert“ bezeichnete, so waren sich doch alle Räte einig, dass die Parkplatzsituation am Chiemseepark Bernau-Felden verbessert werden müsse. Im „Corona-Sommer“ waren die Stellplätze in Seenähe nach Einschätzung vieler Einheimischer so voll wie noch nie.

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Behörde: Fichten sollen weg

Als erste Sofortmaßnahme hatte Bürgermeisterin Irene Biebel-Dainer (CSU) zusammen mit ihrem Überseer Amtskollegen Eberhard Bauerdick (GfÜ) eine App initiiert, die über volle Parkplätze zeitnah informiert.

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Der östliche Bereich des Platzes wurde vom Bauhof bereits provisorisch angelegt, nun soll das von der Gemeinde betriebene Areal fertiggestellt werden. Da diese Maßnahme städtebaulich gefördert wird, kam hierzu eine neue Stellungnahme von behördlicher Seite. Demnach soll die Aufteilung der Flächen verändert und die Fichtenhecke demnächst beseitigt werden. Diese werde in der Stellungnahme „als störend für die Landschaft“ eingeschätzt, durch eine Entfernung der Baumreihe könnten eine neue Einteilung erfolgen und mehr Stellplätze geschaffen werden.

Gefördertes Pilotprojekt

Ebenso werde ein Parkleitsystem entstehen, das auch förderfähig ist, informierte Biebl-Daiber. Für einen Förderantrag sei aber eine Änderung des Plans erforderlich. Zusammen mit der Gemeinde Übersee sei Bernau Teil eines von der Regierung von Oberbayern geförderten Pilotprojekts, welches unter anderem Parkplatzsuchende über die Parksituation an ihrem Zielort informiere.

Die Bürgermeisterin erläuterte dem Gremium zudem ihre Idee eines „Minikreisels“: „Sollte der Parkplatz voll sein, können Badegäste gleich wieder umdrehen und weiterfahren.“ Matthias Vieweger regte ein Einbahnstrassensystem auf dem Parkplatz an. Er erkundigte sich außerdem, wie man künftig mit „wild kreuz und quer“ parkenden Wohnmobil-Besitzern umgehen wolle und wie die Segler zu ihren Booten kommen sollen. Alexander Herkner (SPD) hakte nach, wie es mit Parkplätzen für die Wasserwacht aussehe.

Plätze der Wasserwacht schützen

Severin Ohlert (Grüne) regte ein günstigeres Parkticket für Besucher des Badehauses an. Was die Fichten angehe, brauche es seiner Ansicht nach „keinen Kahlschlag“: „Es müssen doch nicht alle weg, sie spenden ja auch Schatten.“ Peter Steindlmüller (CSU) sprach sich für rechtwinklige Parkplätze aus, um mehr Stellfläche zu schaffen; Helmut Wachter (WMG) für den Ausbau der Wiesen-Ausweichfläche zum Sonderparkplatz.

Biebl-Daiber ging auf alle Wortmeldungen ein. In einem Gespräch mit den Segelvereinen sei der Vorschlag aufgekommen, dass die Segler an der hinteren Rasthausstrasse mit Sonderausweisen parken können. Und was die Wasserwachtler angehe, so sei es „nicht länger hinnehmbar“, dass deren sechs speziell gekennzeichnete Stellplätze zugeparkt werden. Auch die Wasserwacht werde mit Sonderparkausweisen eigene Parkplätze bekommen. Überhaupt könne mit der App und dem Parkleitsystem viel geregelt werden, warb sie weiter.

Strafen für Falschparker

Wohnmobilbesitzer könnten so zukünftig mit viel höheren Gebühren belangt werden, sollten sie nicht auf dem Caravan-Stellplatz, sondern auf dem allgemeinen Parkplatz parken. Bislang gebe es zwar ein Übernachtungsverbot und eine Zehn-Euro-Strafe, „das ist aber nicht ausreichend“, so Biebl-Daiber. Sie begrüße den Vorschlag der Grünen, nicht alle Fichten zu entfernen, sondern gezielt vorzugehen und einzelne zu ersetzen. Die Flächenplanung solle umgeändert und ein Büro mit der Ausarbeitung des Leitsystems beauftragt werden. Einstimmig verständigte sich der Gemeinderat darauf, dass Parkfläche und Leitsystem bis zum Beginn der Sommersaison 2021 fertiggestellt und einsatzbereit sein sollen.

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