Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Jährliches Gespräch mit dem Bürgermeister

Lehrer von Passanten angegriffen: Priener Elternbeiräte fordern Pausenhofzaun

Der Pausenhof an der Franziska-Hager-Grundschule in Prien ist offen zugänglich.
+
Der Pausenhof an der Franziska-Hager-Grundschule in Prien ist offen zugänglich.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
    schließen

Sicherheit in den Schulen, Autoverkehr: Beim jährlichen Gespräch des Priener Bürgermeisters mit den Elternbeiräten aus den sieben örtlichen Schulen wurden verschiedene Themen kontrovers diskutiert.

Prien – Nach einer Reihe von Berichten und Vorträgen brachten Eltern am Ende in der Diskussion unter anderem eine 30er-Zone im Bereich der Franziska-Hager-Schulen in der Seestraße als auch eine Einzäunung des Pausenhofs zur Sprache. Den Wunsch nach einem Zaun beim Pausenhof äußerte mit Nachdruck Monika Stadler vom Elternbeirat der Franziska-Hager-Grundschule. Sie berichtete von einem Vorfall, bei dem ein Lehrer von einem Passanten angegriffen worden sei. Sowohl Bürgermeister Friedrich als auch Wolfgang Schlemer von der Polizeiinspektion Prien bestätigten einen solchen Vorfall aus dem Jahr 2020.

Weiter argumentierte Stadler mit der Gefährdungssituation durch den nahen Bahnhof, mit den Büschen, hinter denen sich Personen verstecken könnten und von außenstehenden Menschen, die Wege über den Schulhof abkürzten.

Bürgermeister Friedrich erklärte, ein solcher Zaun sei im Mittelschulverband kontrovers diskutiert worden. Am Ende sei sich die Mehrheit einig gewesen, die Schule nicht mit einem drei bis vier Meter hohen Zaun wie bei einem Gefängnis zu umgeben.

Schule soll offen und mit Ort und Menschen verknüpft sein

„Wir wollen eine offene Schule sein und sie nicht als ein abgeschlossenes Konstrukt sehen, sie soll möglichst begeh- und erlebbar sein und mitten im Zentrum mit dem Ort und den Menschen verknüpft sein“, sagte er. Er verwies als Beispiel auf den Pumptrack, der außerhalb der Schulzeit offen zugänglich sein solle. Von Lehrern oder Schülern sei nie diskutiert worden, dass sie Angst hätten. Der größte Knackpunkt sei Vandalismus, weshalb es im Schulhof Videokameras und Bewegungsmelder gebe.

Stadler erwiderte, dass Eingänge in einem solchen Zaun offenstehen könnten. Auch Annette Resch (CSU), Jugend- und Schulreferentin im Marktgemeinderat, sah in einem solchen Zaun einen Schutz für die Grundschüler. Sie sagte, sie könne sich das schon vorstellen und schlug vor, diesbezüglich noch einmal Gespräche auch mit der Schule zu führen.

Nicola Jaworek von der Mittagsbetreuung der Franziska-Hager-Grundschule berichtete, dass der Pumptrack viele Jugendliche anziehe.

Zu Beginn habe es durchaus unschöne Situationen „mit uns und den Jugendlichen“ gegeben. Nach Gesprächen mit ihnen, der Polizei und der Schule habe sich das relativ beruhigt. Nur die Grundschule einzuzäunen halte sie für schwierig, weil die Kleinen den Sportplatz bei der Mittelschule nutzen dürften. Weiter verwies sie auf das Problem, dass in der Jensenstraße viele Eltern parkten, die ihre Kinder von der Schule abholten.

Jaworek bestätigte überdies, dass immer wieder Personen über den Schulhof spazierten: „Ich kann aber nicht sagen, dass das illustre Gestalten sind. Für uns ist es noch zu keiner kritischen Situation gekommen.“

Auch sie sah eher das Problem im Vandalismus und dem Müll, der immer wieder hinterlassen werde.

Eine weitere Bitte von Stadler war, dass der Schulbus fünf Minuten früher fahren solle, da die Kinder immer sehr knapp zum Unterricht kämen. Sie wollte auch wissen, wie der Bus organisiert werde, wenn demnächst die Osternacher Straße saniert wird. Dazu konnte Friedrich noch keine Details nennen, bei vergleichbaren Straßensanierungen habe der Bus aber meistens trotz Baustelle durchfahren können. Die Bitte mit dem Fahrplan nehme er mit.

Stephan Nicolai, Elternbeirat am Ludwig-Thoma-Gymnasium, erkundigte sich, warum der Bereich der Schule von der Tempo-30-Zone in der Seestraße ausgenommen sei. Friedrich korrigierte, dass bei den angesprochenen Bereichen in der Seestraße keine 30er-Zone, sondern eine örtliche Beschränkung gelte, weil es im Bereich des Bahnübergangs oft zu Fahrradunfällen gekommen sei.

Beschränkung zeitlich begrenzen

Die Straßenverkehrsordnung ermögliche Tempo 30 explizit vor Schulen nur dann anzuordnen, wenn der Eingang direkt auf die Straße führe, was beim LTG nicht der Fall sei.

Dies bestätigte auch Polizist Schlemer. Beide verwiesen darauf, dass die Seestraße eine klassische Durchfahrtstraße sei.

Eine Mutter berichtete, dass vor der Schule in Raubling Tempo 30 gelte. Dies könne auch zeitlich begrenzt werden. Friedrich sagte, er kenne dort die Situation nicht und dass bei der Grundschule keine 30er-Zone gebildet werden könne. Roth schlug vor, im Zuge der Baumaßnahme Tempo 30 zu testen.

Nächste Verkehrsschau bei Kindergärten und Schulen

Diana Frank vom Elternbeirat der Kommunalen Realschule schlug als Alternative Hinweisschilder vor, die die Autofahrer auf die Schüler aufmerksam machten. Solche gibt es laut Schlemer bereits. Am Ende versprach Bürgermeister Friedrich, das Thema in die nächste Verkehrsschau mitzunehmen: „Vielleicht schauen wir uns da mal gezielt Kindergärten und Schulen an.“

Marktgemeinderätin Rosi Hell (CSU) schilderte noch ihre Erfahrungen mit den Schwärmen von Schülern im Morgenverkehr: „Sie gehen nicht über den Zebrastreifen und schauen nicht, wenn sie die Straße überqueren.“ Auch Kinder müssten richtiges Verhalten im Straßenverkehr lernen.

Öffentlicher Personennahverkehr ist ausbaufähig – Landkreis am Thema dran:

Katrin Stein vom Elternbeirat der Kommunalen Realschule monierte, dass Schüler bei Teilnahme an Wahlfächern keinen Anspruch auf Beförderung und keinen Busanschluss hätten, weshalb sie mit dem Auto fahren müsse. Sie sprach sich für bessere Busverbindungen im Schulsprengel aus. Bürgermeister Andreas Friedrich erklärte, bei den weiterführenden Schulen sei dies Sache des Landkreises. Mit dieser Antwort gaben sich mehrere Mütter nicht zufrieden und verlangten, dass die Marktgemeinde Prien solchen Forderungen Nachdruck verleihen solle beim Landkreis Rosenheim. Gabriele Roth vom Elternbeirat am Ludwig-Thoma-Gymnasium fragte nach einem klimaverträglichen Nahverkehrskonzept. Friedrich wies darauf hin, dass Prien im Vergleich zu anderen Gemeinden noch sehr gut angebunden sei. Natürlich sei das verbesserungsfähig, der Landkreis sei am Thema dran. Die Priener Jugend- und Schulreferentin vom Marktgemeinderat und Kreistag, Annette Resch, bestätigte die Worte Friedrichs. Sie verwies auf das Anruf-Sammeltaxi als „guten Anfang“, das in einigen Monaten an den Start gehen solle und Verbesserungen bringen werde: „Verkehr (im ÖPNV, Anm. d. Red.) soll nur bei Bedarf und passgenau entstehen, er muss preisgünstig und bezahlbar sein, da passiert einiges“, so Resch.

Mehr zum Thema