Lebenswelt für Pflanzen und Tiere

Einen neuen Museumsführer präsentierten (von links) der neue Museumsleiter Stefan Kattari, der ehemalige Museumsleiter Dr. Klaus Thiele und Bürgermeister Rudi Jantke. Die Broschüre erstellt hat Thiele. Eder
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Einen neuen Museumsführer präsentierten (von links) der neue Museumsleiter Stefan Kattari, der ehemalige Museumsleiter Dr. Klaus Thiele und Bürgermeister Rudi Jantke. Die Broschüre erstellt hat Thiele. Eder

Grassau – Dr. Klaus Thiele hatte zehn Jahre lang das Museum Klaushäusl geleitet.

Diese Aufgabe übernahm nun Stefan Kattari (wir berichteten). Mit einem besonderen Geschenk, einem von ihm geschriebenen Moor- und Museumsführer, verabschiedete sich Thiele aus dem Amt des Leiters. Die ersten Exemplare überreichte er im Klaushäusl Bürgermeister Rudi Jantke und dem neuen Leiter des Museums.

Wie Thiele erklärte, hatte sein Vorgänger Klaus Gluth für den 1995 eröffneten Bereich „Solepumpstation“ einen hervorragenden Führer erarbeitet, der immer noch aktuell und im Museum erhältlich ist. Für das im Jahr 2005 hinzu gekommene Moormuseum aber habe bislang ein Führer gefehlt. Diese Lücke habe er mit einer Broschüre schließen wollen.

Thiele ist sich sicher, dass die 68 Seiten starke DIN A5- Broschüre neben vielen Informationen über das Moormuseum auch zu Wanderungen mit einzigartigen Naturerlebnissen in den Mooren südlich des Chiemsees, vor allem in der Kendlmühlfilze, motiviert. Konzipiert habe er diesen Führer für alle Interessierten, die nach einem Besuch des Museums dann auch noch in die angrenzenden Moore gehen und Flora und Fauna erkunden wollen.

Mit zahlreichen Fotos sind die Pflanzen und Tiere im Moor in der Broschüre dargestellt. Erläutert werden insbesondere auch die Veränderungen, die im Laufe der Zeit eingetreten sind. Aufgezeigt werden viele Möglichkeiten, wie man sich die Moore auf Wanderungen, beim Radfahren oder Reiten erschließen kann. Die vielen Bilder von Landschaften werten die Broschüre zusätzlich auf und machen sie auch für Kinderaugen interessant. Die Texte sind kurz und interessant gehalten, ohne auf wichtige Informationen zu verzichten. Letztlich wagt Thiele noch einen Ausblick auf die Zukunft der Moore südlich des Chiemsees.

Bürgermeister Rudi Jantke zeigte sich begeistert von dem Engagement des ehemaligen Museumsleiters. Die ganze Bandbreite von der Entstehung der Moore über die Tier- und Pflanzenwelt bis zur Nutzung des Torfs sei abgedeckt. Besonders gefreut habe ihn, Jantke, dass der Moorerlebnisweg, der besonders Familien mit Kindern das Moor spielerisch nahebringt, im Führer beschrieben werde. Erhältlich ist der Museumsführer im Museum, der Touristinformation Grassau sowie im örtlichen Buchhandel.

Bei einem kleinen Rundgang durch die Ausstellung konnte Thiele zudem zwei Ergänzungen präsentieren: zum einen eine neue Vitrine mit Nachbildungen von im Moor wachsenden Pilzen, zum anderen eine neue Darstellung zur Frage „Die Moore – Klimaretter oder Klimakiller?“ Dr. Thiele erklärte, dass die Moore immer als Klimaretter dargestellt werden, weil sie das Kohlendioxid der Luft aufnehmen und speichern können. Auf der anderen Seite aber entwickle sich durch die langsame Vergärung der Pflanzenreste Methan, ein hochwirksames Treibhausgas, das in die Atmosphäre gelange. Intakte Hochmoore seien dadurch klimaneutral. Werden Hochmoore entwässert, gelangen laut Dr. Thiele gewaltige Mengen an gespeichertem Kohlendioxid zusätzlich in die Atmosphäre. Jede Entwässerung sei sehr klimaschädlich.

Stefan Kattari betonte, dass ihm seine neue Aufgabe Freude mache, zumal ihm ein intaktes, interessantes Museum an die Hand gegeben worden sei. tb

Museum Klaushäusl

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