Pfarrgemeinde feierte Weihe von Kirche in Chieming vor 125 Jahren

Lebendiges Haus Gottes

Die Mädchen und Buben des Pfarrkindergartens bereiteten Weihbischof Wolfgang Bischof (Mitte) einen herzlichen Empfang. Den Bischof begleiteten Pfarrer Mathias Häusl (links) und Gemeindereferent Uli Englmaier (hinten rechts). Foto Ortner
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Die Mädchen und Buben des Pfarrkindergartens bereiteten Weihbischof Wolfgang Bischof (Mitte) einen herzlichen Empfang. Den Bischof begleiteten Pfarrer Mathias Häusl (links) und Gemeindereferent Uli Englmaier (hinten rechts). Foto Ortner

Chieming - Vor 125 Jahren ist die Pfarrkirche in Chieming geweiht worden. Den Festgottesdienst anlässlich des Jubiläums zelebrierte dieser Tage Weihbischof Wolfgang Bischof. Er rief die Gläubigen auf, sich von Einzelnen nicht die Sicht auf Jesus versperren zu lassen.

Zum Weihejubiläum hatte die Pfarrei zahlreiche Veranstaltungen angeboten und Gastprediger zu ausgewählten Gottesdiensten nach Chieming geholt. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete der Festgottesdienst, den Weihbischof Wolfgang Bischof gemeinsam mit Pfarrer Mathias Häusl sowie den Ruhestandsgeistlichen Josef Hofmann (Hart, früher Seelsorger in Chieming), Hubert Hintermaier (Ising) und Ulrich Wimmer (Nußdorf) jetzt in der Pfarrkirche zelebrierte.

Die Kinder des Pfarrkindergartens empfingen den Bischof mit dem Lied "Wir sind das Salz in der Suppe der Gemeinde" und einem freudig-ehrlichen "Grias di, Bischof!"

Im Hinblick auf seine älteren Mitbrüder, die mit ihm am Altar standen, äußerte Weihbischof Wolfgang Bischof erfreut, es sei "ein wunderschönes Zeichen, dass der Glaube eine lange Tradition" habe, an der sie schon von Jugend an mitgearbeitet hätten. Bischof ging auch auf das Lukasevangelium und die Geschichte von Zachäus ein, dem "die Menschen die Sicht auf Jesus versperrten" und der deshalb auf einen Baum stieg. "Es war eine Chance für Jesus, dass Zachäus die Geschichte nicht auf sich beruhen ließ, sondern sehen wollte."

"Menschenmengen versperren die Sicht auf Jesus - und wir sollten uns fragen: Sind wir nicht auch manchmal diejenigen, die anderen die Sicht versperren? So wie durch das Handeln und Tun Einzelner in jüngerer Zeit vielleicht vielen die Sicht auf längere Zeit versperrt sein wird?"

Weihbischof Wolfgang Bischof sprach in seiner Predigt auch die vielen Helfer und Gläubigen der Pfarrei an, die "lebendigen Glieder der Gemeinde: Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen und das Salz in der Suppe unserer Zeit werden!"

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen der Kirchenchor und das Orchester unter Leitung von Stephan Wahl. Zu hören war die "Missa in B-Dur" von L. B. Est, eine selten aufgeführte Messe, die wohl etwa zur Zeit der Kirchenweihe entstanden ist.

Beim anschließenden Pfarrfest im Pfarrheim war mit einer reichhaltigen Speisenkarte und einem umfangreichen köstlichen Kuchenbuffet bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Ein buntes Rahmenprogramm erfreute alle Anwesenden einschließlich des Weihbischofs, der sich "unter den Leuten" sichtlich wohl fühlte. Annemarie Nieder und Korbinian Maier spielten auf der "Ziach", einige Blechbläser hatten sich eingefunden. Die Brüder Albert, Konrad und Rainer Asenkerschbaumer präsentierten Lieder auf ihren selbst entworfenen Alphörnern. Buben des Trachtenvereines zeigten einen schwungvollen Schuhplattler. Theresa und Tini bastelten unter einem schattigen Busch pfiffige Papierhüte. or

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