Mann möchte Straßenlaternen in Rimsting eine Nacht ausschalten, doch das ist nicht so einfach

Nächtlicher Sternenhimmel: Bei Straßenbeleuchtung kann man ihn schlecht beobachten. Aber nicht nur deshalb, sondern auch aus Umweltschutzgründen soll bei der „Earth Night“ am 17. September das Licht aus bleiben. Auch in Rimsting, was für die Gemeinde aber nicht so leicht umzusetzen ist.
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Nächtlicher Sternenhimmel: Bei Straßenbeleuchtung kann man ihn schlecht beobachten. Aber nicht nur deshalb, sondern auch aus Umweltschutzgründen soll bei der „Earth Night“ am 17. September das Licht aus bleiben. Auch in Rimsting, was für die Gemeinde aber nicht so leicht umzusetzen ist.
  • Elisabeth Sennhenn
    vonElisabeth Sennhenn
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Die Gemeinde Rimsting kann die von Astrophysiker Manuel Philipp geplante „Earth Night“ gegen Lichtverschmutzung nur ideell unterstützen. Denn die Straßenbeleuchtung für eine Nacht auszuschalten, birgt ein großes Risiko. Und ist technisch kompliziert.

Rimsing – Dunkle Nacht wird bei Neumond am Donnerstag, den 17. September, herrschen. Der Rimstinger Physiker und Astronom Manuel Philipp hat dieses Datum genau im Fokus, ruft er doch mit seinem mittlerweile bundesweiten Projekt „Paten der Nacht“ Bürger und Gemeinden dazu auf, am 17. September möglichst das Licht auszuschalten. Erstmals heuer durchgeführt und durch zahlreiche Ehrenamtliche unterstützt, soll die Aktion unter dem Namen „Earth Night“ jährlich stattfinden.

Laternen aus auf eine Nacht: „Nicht einfach“

Geht es nach Initiator Manuel Philipp, soll die ganze Nacht über die Beleuchtung reduziert werden, um damit insbesondere auf Lichtverschmutzung und ihre Folgen für Umwelt und Tiere aufmerksam zu machen.

Warum da Licht ausgehen soll

An die Gemeinde Rimsting stellte Philipp nun eine Anfrage, ob sie sich an der „Earth Night“ beteiligen möchte. Seine Anregung: Am 17. September die Straßenbeleuchtung ganz oder teilweise abzustellen. Monika Walter (Grüne) fand auf der jüngsten Gemeinderatssitzung, man sollte es zumindest mit einem ausgewählten Straßenzug versuchen, allein schon, um Bürger für das Thema zu sensibiliseren. „So einfach ist das leider nicht“, gab Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) zu bedenken. Man finde die Idee grundsätzlich gut und unterstütze Philipps „Paten der Nacht“ seit 2019 bekannterweise. Laternen ab- und anschalten könne man aber nicht eigenmächtig: „Nach Rücksprache mit den Bayernwerken müssten an zahlreichen Stromkästen das automatische Einschalten deaktiviert werden und am nächsten Tag wieder aktiviert. Das können nur die Bayernwerke und das kostet.“

Viele Lichter schon reduziert

Geschäftsführerin Regina Feichtner wies darauf hin, dass das Bayerische Straßen- und Wegegesetz die Straßenbeleuchtung regele und man an die Sicherheit der Bürger denken müsse. „Wir als Gemeinde haften dafür, wenn just in der Nacht vom 17. September jemand einen Unfall hat, weil wir die Laternen ausgeschaltet haben“, gab sie zu bedenken. Bestimmte Straßenzüge ließen sich aber dimmen, warf Fenzl ein, und dass man diese Möglichkeit noch einmal prüfen werde. 

Gemeinde unterstützt "Earth night" anders

Andere Beleuchtungen, die zur „Earth Nght“ beitragen können, seien seitens der Gemeinde schon reduziert oder abgestellt worden. Nach kurzer Diskussion einigte sich der Gemeinderat darauf, im Mitteilungsblatt die Bürger auf die „Earth Night“ aufmerksam zu machen, ergänzt um den Hinweis, dass die Gemeinde selbst das Projekt aus Rechts- und Sicherheitsaspekten nur ideell unterstützen könne.

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