Landratsamt: Bienenseuche scheint gestoppt zu sein

Die Ausbreitung der Bienenseuche bei Siegsdorf scheint gestoppt zu sein: Aktuelle Untersuchungsergebnisse der übrigen 19 Bienenbestände im Sperrbezirk zeigen derzeit keine weitere Ausbreitung der Seuche, meldete gestern das Landratsamt Traunstein.

Siegsdorf - Im August war südlich von Traunstein die "Amerikanische Faulbrut" in einem Bienenbestand ausgebrochen (wir berichteten). Die sofort eingeleiteten Umgebungsuntersuchungen durch das Veterinäramt Traunstein hatten ergeben, dass bereits vier benachbarte Bienenbestände in den Gemeinden Siegsdorf und Vachendorf betroffen waren. Aktuelle Untersuchungsergebnisse der übrigen 19 Bienenbestände im Sperrbezirk zeigen derzeit keine weitere Ausbreitung der Seuche, meldete gestern das Landratsamt Traunstein. Durch die sofort eingeleiteten behördlichen Maßnahmen habe offensichtlich eine weitere Verbreitung bislang verhindert werden können.

Der gebildete Sperrbezirk bleibt aber bestehen, da erst nach einer weiteren Untersuchung aller Bestände im Frühjahr 2013 festgestellt werden könne, ob die Bienenseuche tatsächlich vollständig erloschen ist. Bis dahin dürfen weder Bienen noch Gerätschaften aus Bienenbeständen des Sperrbezirkes verbracht werden.

Seit 2003 erster Seuchenausbruch

Seit 2003 ist es der erste Ausbruch dieser Seuche im Landkreis Traunstein. Da die Bakterien der Amerikanischen Faulbrut als Sporen jahrelang in befallenen Beständen überleben können und von diesen Beständen auch in Nachbarbestände transportiert werden, wurde im vorliegenden Fall von allen beteiligten Seiten konsequent gegen die Seuche vorgegangen. Mit Hilfe der Bienenhygienewarte wurden die erforderlichen Untersuchungen rasch durchgeführt. Die Imker der betroffenen Bestände entfernten sofort die befallenen Völker und führten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durch. Um jegliche Gefahren der Weiterverbreitung auszuschließen, wurden etwa 2000 Kilogramm Gerätschaften, die sich nicht ausreichend reinigen ließen, auf Kosten des Landratsamtes in der Müllverbrennung entsorgt.

Um die Auswirkungen der Seuche für die Bienenbestände des Landkreises mit dem Veterinäramt zu diskutieren, hatte der Kreisverband Traunstein der bayerischen Bienenzüchter bereits Mitte September eine Sondersitzung der Vorstände organisiert. Als "sehr erschwerend" für die Seuchenbekämpfung stellte sich dabei heraus, dass einzelne Bienenhaltungen im Sperrbezirk nicht registriert waren oder nicht sofort zugeordnet werden konnten.

In diesem Zusammenhang fordert das Landratsamt alle bisher nicht registrierten Bienenhalter im Landkreis auf, umgehend ihrer Verpflichtung gemäß Bienenseuchenverordnung nachzukommen und ihre Haltung unter Angabe der Bienenvölker und ihres Standortes beim Veterinäramt anzuzeigen. Zudem hat jeder Besitzer von Bienenvölkern, die nur vorübergehend an einen anderen Ort verbracht werden, an dem Bienenstand ein Schild mit seinem Namen und seiner Anschrift sowie der Zahl der Bienenvölker in deutlicher und haltbarer Schrift gut sichtbar anzubringen.

Abschließend weist die Behörde nochmals daufhin, dass für Menschen keine Gefahr besteht, da die Bienenseuche für sie völlig ungefährlich ist. Auch Honig und Honigprodukte werden in ihrer Qualität nicht beeinflusst.

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