Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Geschäftsführer BBV Traunstein: „Sind früh im Jahr - auch bei der Ernte“

Zu viel Hitze, zu wenig Regen: Wie steht es um die Ernte im Kreis Traunstein?

Getreide
+
Viele Felder wie dieses Weizenfeld sind schon erntereif. Zu früh für die Saison, meint Traunsteins BBV-Geschäftsführer Matthäus Michlbauer.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
    schließen

Temperaturen klettern in die Höhe, Niederschläge werden weniger: Der Wassermangel in den Sommermonaten bereitet den Landwirten in der Region Kopfzerbrechen. Wie sieht es im Chiemgau aus?

Landkreise Traunstein/Berchtesgadener Land - Nach dem ersten Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes vom Juli zeichnet sich ab: Trockenschäden konzentrieren sich in vielen Regionen vor allem auf den Weizen

Hohe Düngepreise für Landwirte zusätzlich belastend

Ähnliche Erkenntnisse sieht Matthäus Michlbauer, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, Zweigstelle Traunstein, auch in den beiden Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land: Die Landwirte erwarten für die Region zwar „gute, aber unterdurchschnittliche Ernten“.

„Die Vegetation hat dieses Jahr bereits früh begonnen. Wir sind früh im Jahr - auch bei der Ernte. Von den Landwirten erhalte ich derzeit oft die Rückmeldung, dass die Inhaltsstoffe gerade bei Brotgetreide nicht passen. Das hat aber weniger mit dem Wetter als mit den hohen Düngepreisen und der Düngeverordnung zu tun. Wird der Weizen nicht mehr mit ausreichend Stickstoff versorgt fehlt am Ende das Eiweiß, soll heißen er ist unter Umständen nicht für den Bäcker geeignet“, erklärt Michlbauer gegenüber chiemgau24.de.

In punkto Regen zeigt sich Michlbauer vorsichtig zuversichtlich: „Wir leben hier in einer Region in der wir immer noch gut mit Niederschlägen versorgt sind. Gott sei dank sind wir in diesem Jahr von Starkregen und Gewittern weitestgehend verschont geblieben. Wir hatten aber auch Regionen in denen der Hagel ganze Striche verwüstet hatte. Starkregenereignisse schaden oft mehr als sie helfen.“  

Landwirtschaft in der Region „akut von Klimaschwankungen betroffen“

Südeuropäische Länder wie Spanien sind von Hitzewellen stärker gebeutelt als Bayern. Glaubt man den Prognosen, könnte es auch im Freistaat in Zukunft deutlich wärmer werden während länger anhaltende Niederschläge ausbleiben. Die Landwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft sei Michlbauer zufolge „akut von den Klimaschwankungen betroffen“

Der BBV-Geschäftsführer der Geschäftsstelle Traunstein erklärt dazu: „Die Landwirte müssen in der Wahl der Früchte, Sorten, Fruchtfolgen, Erhalt der Bodenstruktur, Humusaufbau und vielen anderen Baustellen aktiv sein um weiter erfolgreich gesunde und regionale Nahrungsmittel produzieren zu können. Sehr wichtig dabei ist eine intakte Kreislaufwirtschaft, welche gerade in unserer Region mit viel Rinderhaltung und Grünland seit Generationen praktiziert wird.“ 

Mais „völlig zu Unrecht unbeliebt“

Auf die Frage, ob es Getreidesorten gibt, die für länger anhaltende Hitze besser geeignet sind und in der Region Zukunft haben könnten, antwortet er: „Da fällt mir als erstes der Mais ein. Er hat genetisch sehr viel Potenzial. Und vor allem sind Sorten mit höheren FAO (Reifezahlen) Zahlen bereits verfügbar. Der Mais wir bei uns vorwiegend zur Tierernährung eingesetzt, weltweit aber auch für Industrie und ein großer Teil für die Nahrungsmittelproduktion. In unserer Gesellschaft ist der Mais aber, völlig zu Unrecht, wenig beliebt.“

Grüne Mauer: Maisfelder nehmen zwar Autofahrern die Sicht, sind für die Landwirtschaft aber praktisch.

Auch bei Getreide gebe es Möglichkeiten bei der Sortenwahl, fährt Michlbauer fort: Hier setzten viele Landwirte bereits auf Winterungen, um die Winterfeuchte in der Frucht „mitzunehmen“.

An dieser Stelle sieht Michlbauer die Politik in der Pflicht, um Landwirte bei Trockenheit zu unterstützen. Im Fokus für ihn: Förderung von Forschung an resilienten Sorten. „Dort wo Betriebe mit Bewässerung arbeiten müssen braucht es einen verlässlichen Zugang um beispielsweise Gemüsebau regional zu sichern. Ansonsten wünsche ich mir nur, dass die Politik wieder mehr auf die Praxis hört und faktenbasierte Politik macht“, schließt er seine Ausführungen.

mb

Kommentare