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GROßGRUNDBESITZER MIT 834 HEKTAR

Landkreis Traunstein will weitere Moor-Areale am Chiemsee kaufen

Vor allem rund um den Chiemsee konzentrieren sich wichtige Moorgebiete. Grafik: Landratsamt Traunstein
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Vor allem rund um den Chiemsee konzentrieren sich wichtige Moorgebiete.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Der Landkreis Traunstein ist „Großgrundbesitzer“ mit einer Grundstücksfläche von rund 834 Hektar. Dies entspricht etwa einem Zehntel der Größe des Chiemsees, der 7990 Hektar Fläche aufweist.

Traunstein – Allerdings verteilen sich die Areale des Kreises auf viele kleine Gebiete. Die Einzelheiten erläuterte Liegenschaftsverwalter Ludwig Mörnerim im Kreisausschuss unter Vorsitz von Landrat Siegfried Walch. Das Gremium nahm den Bericht zur Kenntnis und befürwortete ausdrücklich weitere Maßnahmen.

Auf Flächen für den Straßenverkehr, für Geh- und Radwege sowie Grünstreifen entfallen nach Mörner 400 Hektar oder 48 Prozent der Gesamtfläche im Eigentum des Landkreises. Den zweitgrößten Anteil bilden Moor- und Sumpfflächen mit 176 Hektar oder 21 Prozent. Grün- und Ackerland summieren sich zu 145 Hektar oder 17 Prozent.

55 Hektar oder sieben Prozent umfassen Flächen mit Wald oder Gehölz. Die restliche Fläche machen 28 Hektar oder drei Prozent für Schulen und Verwaltung aus sowie 31 Hektar oder vier Prozent der Gesamtfläche für „Sonstiges“ aus. 2015 standen 771 Hektar Grundstücke im Kreiseigentum. Somit hat sich die Fläche bis Sommer 2020 um 63 auf 834 Hektar vergrößert. Der Flächenerwerb seither ist noch nicht berücksichtigt, so der Referent.

Grabenstätt hat größte Waldflächen

Die „Holzbodenfläche“, darin auch bewaldete Moorgebiete, bezifferte Ludwig Mörner mit 72 Hektar. Davon würden 15 Hektar „Landwald“ forstwirtschaftlich genutzt. Aufgeschlüsselt nach Kommunen verfügen Grassau mit knapp 27 Hektar und Bergen mit 25 Hektar über die höchsten Holzbodenflächen. Ein Großteil davon ist Moorwald. Die größten Landwaldflächen weist Grabenstätt mit 3,4 Hektar auf.

„Ökokontoflächen“ in Kreiseigentum

Die sogenannten „Ökokontoflächen“ in Kreiseigentum sind mit 19,5 Hektar ausgewiesen. Die noch „abbuchbare Ökokontofläche“ von aktuell etwa 6,6 Hektar ist eine Art „Reserve“ für notwendige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen des Landkreises, wie sie durch Bauprojekte, Straßenbau oder sonstige Vorhaben entstehen. Ökologisch höherwertige Flächen sollen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft „ausgleichen“. Maßnahmen zur Aufwertung der Ökokontoflächen und zur laufenden Pflege liegen in Händen des Landschaftspflegeverbands.

Wie der Liegenschaftsverwalter informierte, wurden derartige Aufwertungen letztes Jahr auf 1,5 Hektar Fläche bei Truchtlaching realisiert sowie auf einem 0,7 Hektar großen Areal bei Seeon mit streifenweiser Neuaussaat ökologisch bedeutsamer Pflanzenarten.

Bei abbuchbaren Flächen die Nase vorn

Im Gemeindebereich von Seeon-Seebruck liegen nach Mörner die größten Ökokontoflächen, gefolgt von der Stadt Traunstein und von Bergen. Seeon-Seebruck und Traunstein haben auch bei den noch abbuchbaren Flächen die Nase vorn. 2020 konnte der Landkreis im Burghamer Filz nördlich des Chiemsees insgesamt 2,8 Hektar Ökokontofläche kaufen, wobei vier kleinere Flächen das Areal zwischen den wertvollen FFH-Gebieten „Chiemsee“ und „Moore von Eggstätt-Hemhof bis Seeon“ ergänzten.

Im Grabenstätter Moos kamen 0,7 Hektar neu hinzu, für 2,8 Hektar bei Kammer konnte der Landkreis Ökopunkte erwerben. Ludwig Mörner hofft, heuer im Bergener Moos entsprechende Verträge abschließen zu können. Unter Einbeziehung von Grünland, Wald und weiteren Flächen auf Moorboden ist der Landkreis Traunstein Eigner von 227 Hektar Moorflächen, davon 57 Hektar reinem Moorwald. Das Bergener Moos weist die größte Moorfläche mit 79 Hektar auf. Dahinter rangieren Rottauer Filz/Weitmoos mit 57 Hektar, Kendlmühlfilzen mit 34 Hektar und Pavoldinger Moos mit 20 Hektar.

Moorgebiete wieder vernässen

Letztes Jahr erweiterten sich die Moorflächen des Landkreises um einen Hektar im Bergener Moos mit seinen vielen gefährdeten Arten, darunter Wiesenbrüter. Über ein Förderprogramm des Freistaats gelangte der Kreis in Besitz von 7,2 Hektar in der Pechschnait, gelegen südöstlich von Traunstein. Im Bergener Moos und in der Pechschnait will man Ludwig Mörner zufolge heuer weitere wichtige Areale ankaufen – mit dem Ziel einer künftigen Wiedervernässung der Moorgebiete.

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