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Zukunft der kommunalen Krankenhäuser

„Rückgrat“ der medizinischen Versorgung: Traunstein erhöht Zuschüsse für Kliniken-Verbund

Übersicht der Bauvorhaben der Kliniken Südostbayern. Landratsamt Traunstein
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Übersicht der Bauvorhaben der Kliniken Südostbayern.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Die Kreiskrankenhäuser sind nach Worten von Landrat Siegfried Walch das „Rückgrat“ der medizinischen Versorgung. Diese Stütze lässt sich der Landkreis Traunstein nun rund eine halbe Milliarde Euro kosten.

Traunstein – Einstimmig entschied der Kreisausschuss Traunstein, die Bauinvestitionszuschüsse des Landkreises für die Kliniken Südostbayern AG ab 2023 von bislang zwei auf drei Millionen Euro jährlich zu erhöhen.

Von 2025 bis 2028 steuert der Landkreis sogar pro Jahr jeweils vier Millionen Euro bei, um die Zukunft der kommunalen Krankenhäuser in Traunstein, Trostberg, Ruhpolding, Berchtesgaden, Bad Reichenhall und Freilassing im Zug des Konzepts „KSOB 2.0“ nachhaltig zu sichern.

Der Nachbarlandkreis Berchtesgadener Land als Co-Träger des Klinikverbunds hat bereits entschieden, seine Investitionszuschüsse ebenfalls deutlich anzuheben – von bisher einer Million Euro auf 1,5 Millionen Euro für 2023 und 2024 sowie anschließend auf jährlich zwei Millionen Euro bis 2028.

Kliniken Rückgrat der Versorgung

Die Kreiskrankenhäuser sind nach Worten von Landrat Siegfried Walch (CSU) das „Rückgrat“ der medizinischen Versorgung. Die Kliniken zu errichten und zu unterhalten sei Pflichtaufgabe der Landkreise. Gemeinsam mit dem Klinikverbund habe man das in die Zukunft gerichtete medizinische Gesamtkonzept „KSOB 2.0“ entwickelt, das unter anderem den Ausbau des Standortes Traunstein und einen Neubau der Kreisklinik Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall beinhaltet. Seit Jahren arbeite die KSOB AG – im Gegensatz zu anderen Kreisen – wirtschaftlich und benötige keine Defizitausgleiche mehr, betonte der Landrat. Es sei dringendes Anliegen der Landkreise, das auch künftig sicher zu stellen.

Zum aktuellen Stand informierte Walch, dass in Traunstein zur Zeit der Bauabschnitt I umgesetzt werde. Die Abschnitte II und III würden „zügig“ folgen. Für den Neubau in Bad Reichenhall habe das Bauleitverfahren begonnen. Die Planungen für die Gebäude liefen. Dazu der Landrat: „Eine baldige Realisierung des Projekts ist dringend notwendig.“ Ansonsten wäre die medizinische Versorgung der Bürger gefährdet.

Das bestehende Klinikum könne nur noch wenige Jahre in der bisherigen Form betrieben werden.

Insgesamt steht die KSOB AG laut Landrat Walch mittelfristig vor einem Investitionsvolumen von knapp einer halben Milliarde Euro. Der Freistaat Bayern fördere einen Großteil der Investitionen, einen erheblichen Teil müsse die Klinikgesellschaft selbst finanzieren. Hinzu komme die finanzielle Beteiligung der zwei Landkreise entsprechend ihres Anteils an der AG.

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Das gewährleiste „kalkulierbare Kosten“ und sei auch günstiger für die Krankenhäuser. Walch: „Unsere Kliniken waren uns bisher viel Geld wert. Ich stehe zu der kommunalen Trägerschaft. Damit schaffen die Landkreise Arbeitsplatzsicherheit und gleichzeitig klinischen Fortschritt.“

Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der KSOB AG, erläuterte zahlreiche Details. Das Gesundheitswesen laufe „auf schwierige Zeiten“ zu – von steigenden Kosten bis zu klammen Kassen. Reihenweise seien Klinikträger in die Verlustzone gerutscht. Die vom Bund beschlossenen acht Milliarden Euro für das Krankenhauswesen seien nur für den Betrieb, nicht für Investitionen bestimmt. Zur gegenwärtigen Ertragslage sprach Dr. Gretscher von deutlich gestiegenen Aufwendungen. Unter den Herausforderungen in der Klinikplanung nannte der Referent das Thema „Robotik“: „Wo heute Putzfrauen arbeiten, denken wir über Roboter nach.“

Neubau in Traunstein erforderlich

Zu den aktuellen Bauvorhaben erwähnte Dr. Gretscher geplante Investitionen von 11,28 Millionen Euro an der Kreisklinik Trostberg, von 230 Millionen Euro am Klinikum Traunstein und rund 200 Millionen Euro an der Zentralklinik Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall. In Traunstein sei ein Neubau erforderlich und möglich. Der Neubau auf dem schon für fünf Millionen Euro gekauften Grundstück in Bad Reichenhall „in bester Lage gegenüber den Rupertus-Thermen“ werde „keine kleine Butze auf dem Land. Das ist praktisch Traunstein, nur etwas kleiner.“ Zurzeit werde das Raum- und Investitionsprogramm erstellt.

Die Fraktionen im Kreisausschuss signalisierten ihre Zustimmung zu den künftigen Investitionszuschüssen.

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