Landkreis Traunstein: 10,6 Millionen Euro Schulden getilgt

In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses im Landratsamt Traunstein ging es um viel Geld: Allein Personalkosten werden mit 27 Millionen Euro veranschlagt.
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In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses im Landratsamt Traunstein ging es um viel Geld: Allein Personalkosten werden mit 27 Millionen Euro veranschlagt.
  • vonMonika Kretzmer-Diepold
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In der vergangenen Kreisausschussitzung in Traunstein ging es um Geld: Landrat Siegfried Walch stellte die Jahresrechnung 2019 vor. Der Landkreis hat Schulden abgebaut und investiert in Schulen, Kliniken und den Wohnungsbau.

Traunstein – Das von Landrat Siegfried Walch zu Amtsbeginn erklärte und vom Kreistag beschlossene Ziel, den Schuldenstand des Landkreises sukzessive abzubauen, wird Schritt für Schritt Wirklichkeit.

Der Schuldenstand lag vor sechs Jahren bei rund 70,5 Millionen Euro. Im Kreisausschuss präsentierte der Landrat nun die neueste Zahl: „Ende 2019 belief sich der Wert auf 38,1 Millionen Euro. Binnen eines Jahres konnte der Landkreis seine Schulden um knapp 10,7 Millionen Euro verringern.“ Das ist seit 2014 die größte Tilgungssumme in einem Haushaltsjahr.

Ursprünglich geplant war eine jährliche Schuldenreduzierung zwischen einer und eineinhalb Millionen Euro.

Weniger Kosten fürs Personal

Im Bericht zur einstimmig abgesegneten Jahresrechnung 2019, die jetzt in die Rechnungsprüfung geht, nannte Walch die wichtigsten Zahlen. Der Verwaltungshaushalt wies Soll-Einnahmen und Soll-Ausgaben von jeweils 188,87 Millionen Euro auf, der Vermögenshaushalt von jeweils 35,192 Millionen Euro. In der „Allgemeinen Rücklage“ befanden sich Ende 2019 11,4 Millionen Euro.

Überschuss bei Abfallgebühren

Der Abfallgebührenhaushalt schloss mit einem Überschuss von 1,5 Millionen Euro, der in die „Sonderrücklage Abfallgebühren“ fließt und der Sicherung der Gebührenstabilität dient. Der „Sonderrücklage Abfallwirtschaft“ wurden 147 000 Euro für Investitionen entnommen.

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Die „Sonderrücklage Wohnungsbau“ enthält jetzt 5,5 Millionen Euro. Hieraus werden Investitionsdarlehen an den „Zweckverband Heimat Chiemgau“ ausgereicht, wie der Landrat erläuterte. Unter den wesentlichen Punkten im Verwaltungshaushalt waren knapp 27 Millionen Euro Personalkosten, fast ein Prozent weniger, als veranschlagt. Ebenfalls unter dem Haushaltsansatz blieben die Sozialhilfeleistungen mit netto 4,5 Millionen Euro.

Weniger Fallzahlen bei Hartz IV

Der Kreis muss für die Kosten der Unterkunft, für Heizung und Warmwasser von Hartz IV-Empfängern aufkommen. Der Grund für die Minderausgaben: geringere Fallzahlen und höhere Erstattungen, teils für frühere Jahre. Weitgehend im Plan blieben die Ausgaben im Kreisjugendamt. Grund hierfür ist ein Rückgang im stationären Bereich und mehr präventive Maßnahmen: „Wir helfen jungen Menschen früher. Das wirkt sich positiv auf unseren Haushalt aus“, hob Walch hervor.

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Der Vermögenshaushalt beläuft sich auf knapp vier Millionen Euro Einnahmen aus Investitionszuschüssen. Die Ist-Ausgaben von 19,3 Millionen Euro teilen sich laut Walch in Investitionen und Zuschüsse. Drei Millionen Euro seien unter anderem in den Vermögenserwerb, vor allem an Schulen, gesteckt worden. In erster Linie hätten Kliniken und Wohnungsbau Investitionszuschüsse von 2,2 Millionen Euro erhalten: „Wir wollen die beste Ausstattung für die 15 Schulen, für die wir zuständig sind.“

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