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Fremdenverkehr wird digitaler

Kurbeitrag und digitaler Meldeschein: Breitbrunn modernisiert Tourismus

Ein Breitbrunner Ferienwohnungs-Vermieter macht mit einem Schild auf sich aufmerksam. Tourist-Info und Gemeinderat beschlossen, einen Kurbeitrag für die Gäste einzuführen.
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Ein Breitbrunner Ferienwohnungs-Vermieter macht mit einem Schild auf sich aufmerksam. Tourist-Info und Gemeinderat beschlossen, einen Kurbeitrag für die Gäste einzuführen.
  • VonKarl Wastl
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Für den Gemeinderat Breitbrunn und Tourismus-Leiterin Marion Igel sind ein Kurbeitrag und der elektronische Meldeschein beschlossene Sache. Erstmals sollen Gäste der Gemeinde für ihren Aufenthalt eine geringe Gebühr entrichten müssen; der digitale Schein erleichtert die Bürokratie. Kommen wird das alles aber erst 2023.

Breitbrunn – Ein turbulentes Jahr mit vielen neuen Auflagen liegt hinter der Touristik-Branche. Marion Igel, Leiterin der Breitbrunner Tourist-Info, ließ im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung das Corona-Jahr 2020 Revue passieren. Dabei ging es unter anderem um die Einführung eines Kurbeitrags und um einen elektronischen Meldeschein.

Die Tourist Info, berichtete Igel, habe den Lockdown zur Überarbeitung von Gästeverzeichnissen und für Online-Schulungen über rechtliche Auswirkungen der Pandemie genutzt. Aktuell bietet Breitbrunn rund 55 Gastgeber mit rund 400 Betten.

Die meisten Gäste kamen aus Bayern

Trotz misslicher Umstände waren im vergangenen Jahr gut 7400 Gäste gekommen, führte Igel den Gemeinderäten vor Augen, im Vergleich zu 2019 ein Minus von 3,11 Prozent. Insgesamt kam es zu 44.500 Übernachtungen, denn im Schnitt blieben die Gäste sechs Nächte. Ein Gäste- und Übernachtungs-Plus von 2,13 beziehungsweise 2,52 Prozent bei den Privatanbietern resultiert laut Igel aus der ganzjährigen Vermietung.

Wie die Tourist-Leiterin berichtete, hatten diese bereits im Februar 2020 ein Plus von 50 Prozent zu verzeichnen. „Der Löwenanteil von 98 Prozent der Gäste kam aus Deutschland“, resümiert die Touristikerin, „davon wiederum ein gutes Viertel aus dem Freistaat, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit je 20 Prozent.“ Interessant sei, dass laut Statistik 78 Prozent der Gäste das erste Mal zu Besuch in Breitbrunn waren.

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Ein weiteres Thema in der öffentlichen Sitzung war der angedachte Kurbeitrag. Als einziger Ort direkt am Chiemsee ohne den Obolus wäre die Einführung durchaus gerechtfertigt, so die Touristikerin. Dass dies sich auf die Buchungsentscheidung der Gäste auswirkt, sei nicht zu befürchten.

Mit dem derzeitig bestehenden Meldesystem „Vianova“ wäre die technische Umsetzung unproblematisch. Die Integration aller bereits erfassten Gastgeber und die Freischaltung des Kurbeitrag-Moduls könne über den Systembetreiber kostenfrei erfolgen. Die Datenübergabe an das Kassensystem könne zudem für einmalig 450 Euro ermöglicht werden, so Igel.

Es braucht nur Internet und einen Drucker

Zur Einführung eines Kurbeitrags muss vorab eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt werden, da mit dem Kurbeitrag keine Gewinne erzielt werden dürfen, hieß es aus der Verwaltung. Es muss ein Erlass einer Kurbeitragssatzung erfolgen. Aktuell liegen die Beitragssätze der verschiedenen Anrainer-Gemeinden zwischen 85 Cent und 2,70 Euro pro Tag und Person.

Ein weiterer Schritt wäre die Überlegung, einen elektronischen Meldeschein einzuführen, schlug Igel dem Gemeinderat vor.

Erforderliche Meldedaten würden gemäß Bundesmeldegesetz vom Gastgeber online ins System eingepflegt. „Ein automatischer Ausdruck der Gästeanmeldung, mit der Kurbeitragshöhe, die vom Vermieter gleich einbehalten werden muss, wären nur einige Vorteile“, erklärte sie den Mandatsträgern.

Diese Daten seien zur Berechnung des Kurbeitrags auch von der Tourist-Info parallel abrufbar. Die Umsetzung könne schrittweise erfolgen, der Gastgeber benötige lediglich einen Internetzugang und einen handelsüblichen Drucker.

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Mit dem bereits bestehenden System könne der elektronische Meldeschein eingeführt werden. Trotzdem schlägt die Fachfrau vor, Vergleichsangebote anderer Anbieter einzuholen, um Kosten und verschiedene Möglichkeiten abgleichen zu können.

Weniger Aufwand für die Anbieter

Allerdings sei bei einem Anbieterwechsel zu bedenken, so Marion Igel, dass eine komplette Neuerfassung aller Gastgeber und Daten erforderlich sowie das Abrufen statistischer Zahlen rückwirkend nicht mehr möglich wäre.

Grundsätzliche Vorteile des elektronischen Meldescheins seien weiter, dass die Online-Gästeanmeldung und Anmeldedaten vom Gast unterschrieben wird. Das erfolge innerhalb von 24 Stunden und reduziere die Meldeschein-Eingabe – „immerhin rund 2000 Stück pro Jahr.“

Nach eingehender Vorstellung sprach sich der Gemeinderat grundsätzlich und einstimmig für die Einführung eines Kurbeitrags sowie des elektronischen Meldescheins ab dem Jahr 2023 aus. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung soll durchgeführt und die Kurbeitragssatzung vorbereitet werden.

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