Kunstvolles Lehm-Tönnchen als Kinderstube: Kokon der Mörtelwespe in Truchtlaching gefunden

Sie sticht nichtund ist harmlos: Die Mörtelwespe baut kunstvolle Tönnchen aus Lehm für ihren Nachwuchs. naturspaziergang.de/ Benekam/MathieuMD

Sie ist harmlos und schadet weder Menschen noch Einrichtung: Die Orientalische Mörtelwespe wird bald wieder unterwegs sein, um in Häusern oder Wohnungen ihre Lehmnester zu bauen.

Truchtlaching – Ausgangbeschränkung hin oder her. Wer dieser Tage einen eigenen Garten hat, der darf sich glücklich schätzen. Noch dazu, wer nette Nachbarn hat, mit denen sich ab und an bei frühlingshaftem Wetter ein Schwätzchen im Sicherheitsabstand über den Gartenzaun halten lässt.

SeltsamesKonkon gefunden

Beim frühjährlichen Stöbern im und ums Haus fand Robert Görig in Truchtlaching einen seltsamen Kokon: Knapp drei Zentimeter, oval, an den Enden konisch zulaufend, sandig, aber hart wie Ton und mittig ein Loch, das Einblick in eine insektenhafte Kinderstube gewährt. Drin liegt eine rotbraune Larve mit schwarzem Köpfchen gebettet, leider, wie sich bei genauerer Untersuchung zeigte, bereits mumifiziert. Was, stellte sich die Frage, wäre das wohl geworden, hätte es seine Metamorphose vollenden können? Ein Blick in den Insektenband, der im Bücherregal steht, bringt Licht ins Dunkel: Aha – eine Orientalische Mörtelwespe hätte es werden sollen. An warmen Sommertagen, so steht es geschrieben, ist sie bei geöffneten Fenstern in Wohnungen unterwegs, um dort dann ihre Lehmnester zu bauen.

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Sie fliegt dabei unzählige Male mit Material ein und aus und baut kunstvolle Tönnchen aus Lehm für ihren Nachwuchs. Die Mörtelwespe ist harmlos und schadet weder Menschen noch Einrichtungen.

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Die erwachsene Wespe wird 15 bis 20 Millimeter lang. Der schwarzgelb bis schwarz-rot-braun gefärbte Hinterleib ist lang gestielt und macht die Art unverwechselbar.

Unverwechselbare Art, die nicht sticht

In Europa wurde die aus Zentralasien (Indien, Nepal, Pakistan) stammende Mörtelwespe zum ersten Mal 1979 in Österreich nachgewiesen. Inzwischen hat sie sich in über 13 europäischen Ländern ausgebreitet. Das Tierchen kann nicht stechen, verursacht im Haus keinen Schaden, baut aber seine Lehmtönnchen gern an Verstecken im Haus ihre Wespen-Kinderstube. bek

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