Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Rotary-Club Chiemsee unterstützt die Praxisklasse der Franziska-Hager-Mittelschule

Kuhnlein bis Angerer: Werke von Chiemsee-Künstlern für einen guten Zweck unter dem Hammer

Präsident Thomas Buchbinder, Andrea Dorschund Gabriele Zedlmayer (von links) vom Rotary-Club Chiemsee mit dem Bild in Acryl- und Mitschtechnik „Wartende“ von Greta Fischer..
+
Präsident Thomas Buchbinder, Andrea Dorschund Gabriele Zedlmayer (von links) vom Rotary-Club Chiemsee mit dem Bild in Acryl- und Mitschtechnik „Wartende“ von Greta Fischer..
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
    schließen

Von 150 bis 17500 Euro reicht die Spanne der Aufrufpreise von handverlesenen Werken bei der Benefiz-Kunstauktion des Rotary-Club Chiemsee am Samstag, 2. Oktober, in der Alten Villa in Prien. Unterstützt wird mit dem Erlös das Projekt Praxisklasse der Franziska-Hager-Mittelschule. Jeder Schüler bekommt hier eine Chance auf eine Lehrstelle.

Prien – Kein Schüler bleibt an der Franziska-Hager-Mittelschule ohne Berufsperspektive. Seit 21 Jahren werden junge Menschen mit Lernschwierigkeiten aus der Marktgemeinde, aus Bad Endorf und Stephanskirchen in der Praxisklasse so gefördert, dass sie am Ende sehr große Chance haben, eine Lehrstelle finden. Unterstützung bekommen sie einmal mehr vom Rotary-Club Chiemsee. Der führt am Samstag, 2. Oktober, von 14 bis 18 Uhr in der Alten Villa am Herrenberg eine Benefiz-Kunstauktion zugunsten der Praxisklasse durch.

Werke von Kuhnlein, Angerer und Endriß

Unter den Hammer kommen laut Rotary „handverlesene Werke“, unter anderem von Künstlern wie Arnold Balwé, Andreas Kuhnlein, Rudl Endriß, Antje Tesche-Mentzen oder Walter Angerer dem Jüngeren. „Das Angebot umfasst ausschließlich Werke von Künstlern aus dem Chiemsee-Raum“, erklärt Rotarierin Andrea Dorsch im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen. 26 Werke von 24 Künstlern würden aufgerufen.

Das Angebot richte sich an Liebhaber, Kenner und Sammler. Der Erlös gehe zur Hälfte an die Künstler und zur Hälfte in den Sozialfond des Rotary-Club. Aus diesem unterstützt er die Praxisklasse der Franziska-Hager-Mittelschule sowie weitere Projekte wie die Lese- und Sprachförderung am Ludwig-Thoma-Gymnasium für Migrantenkinder, Umwelttafeln oder Defibrillatoren. Im Fokus steht laut Dorsch aber die Praxisklasse.

Das könnte Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Prien

Marcus Hübl, Leiter der Franziska-Hager-Mittelschule, erklärt dazu auf Anfrage: „Die Praxisklasse ist ein Erfolgsmodell.“ Heuer habe Andreas Zintl die 15-köpfige Gruppe von Franz Wagner übernommen, der sie mit großem Engagement die ersten 20 Jahre betreut habe. Unterstützt wurde Wagner von Sozialpädagogin Franziska Sieferlinger. Ihre Aufgabe übernahm mit Schuljahresbeginn Birte Andersson.

In der Praxisklasse, so erklärt Hübl, liege der theoretische Schwerpunkt auf den Hauptfächern Mathematik und Deutsch. Englischunterricht gebe es nicht, die Nebenfächer seien gestrafft. Dafür nähmen Praktika sowie Projekte wie Lehrbienenstand oder Buswartehäuschen breiten Raum ein.

Praktische Fähigkeiten und mehr Selbstwert

Laut Hübl unterstützten die örtlichen Betriebe die Praxisklasse tatkräftig, indem sie Praktikumsplätze bereitstellen. „Wenn jemand in Mathematik eine Schwäche hat, kann er trotzdem ein guter Handwerker sein“, so Hübl. In der Praxisklasse gehe es aber auch darum, den Schülern mehr Selbstwertgefühl zu vermitteln.

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit geben dieser Strategie recht. Laut Hübl seien in der Vergangenheit viele Schüler erfolgreich ihren Weg gegangen. Aufgrund der vielen Praktika hätten in den vergangenen 21 Jahren alle eine Lehrstelle gefunden.

Damit dies so bleibt und vor allem um die Einschränkungen durch die Pandemie auszugleichen, will der Rotary-Club-Chiemsee noch stärker finanziell unterstützen. Denn gerade die Praxisklasse-Schüler seien besonders durch Corona benachteiligt.

Die Idee kam von Präsident Thomas Buchbinder, der sich mit Künstlern in Kontakt setzte. Unterstützung kommt zum Beispiel aber auch von Rotary-Mitglied Hubertus von und zu Aufseß, der die Alte Villa für die Benefiz-Kunstauktion zur Verfügung stellt. Interessenten können die Kunstwerke bereits am Freitag, 1. Oktober, von 14 bis 16 Uhr besichtigen.

Spaß mit Auktionator Thomas Tramp

Auktionator ist Rotary-Mitglied Thomas Tramp aus Rosenheim. Eine Premiere, wie er unserer Zeitung verrät. „Man wächst mit seinen Herausforderungen, ich gebe mein Bestes“, meint er dazu in humorvollen Ton. Er wolle die Auktion unterhaltsam gestalten, sagt er. „Die Veranstaltung soll Spaß machen.“ Er wolle auf unterhaltsame Weise klar machen, dass die Kunstwerke nicht nur Freude machen, sondern sie für einen guten Zweck versteigert werden: „Vielleicht fällt es dem ein oder anderen dann leichter, doch noch einmal ein bisschen höher zu gehen.“

Ein Ansinnen, das auch der Rotary-Club so ausgibt: „Die Auktion wird als unterhaltsames Event unter dem Motto Kunst am Chiemsee für ein buntes Publikum gestaltet.“

Die Werke:

Die Aufrufpreise für die 26 Kunstwerke liegen zwischen 150 bis mehrere tausend Euro. Teuerstes Werk ist mit 17 000 Euro die sechsteilige Keramik-Skulptur „Mysterium*“ von Antje Tesche-Mentzen. Informationen zu den einzelnen Bildern und Objekten gibt es auf einer eigenen Internetseite.

Die Alte Villa am Herrenberg:

Im Volksmund heißt die Alte Villa in Prien „Siemens-Villa“. Sie ist seit 100 Jahren in Familienbesitz und hat eine wechselvolle Geschichte unter anderem als Müttergenesungs-, später als Studentenwohnheim und dann als Veranstaltungs-Villa hinter sich, wie Eigentümer Hubertus von und zu Aufseß gegenüber den OVB Heimatzeitungen erklärt. Die Urgroßtante seiner Frau Michaela sei eine Tochter des Firmengründers Werner von Siemens gewesen und habe die Villa damals als Feriendomizil erworben. Heute ist sie von der Familie von und zu Aufseß privat bewohnt und für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich. Von daher bietet sich die Auktion zusätzlich als Gelegenheit an, einen Blick hineinzuwerfen.

Mehr zum Thema

Kommentare