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Zweiter Platz bei Bundeswettbewerb

Software mit Künstlicher Intelligenz programmiert: Traunsteiner Gymnasiasten fahren ins Silicon Valley

Haben beim Bundeswettbewerb von „Jugend gründet“ den zweiten Platz gemacht: (von links)Tobias Schoel, Florian Scherl und Alberto Moritz vom Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium. Sie haben eine Software entwickelt, die selbstständig Filme erstellt.
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Haben beim Bundeswettbewerb von „Jugend gründet“ den zweiten Platz gemacht: (von links)Tobias Schoel, Florian Scherl und Alberto Moritz vom Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium. Sie haben eine Software entwickelt, die selbstständig Filme erstellt.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Alberto Moritz, Florian Scherl und Tobias Schoel, alle Elftklässler am Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium, haben beim Bundeswettbewerb „Jugend gründet“ den zweiten Platz erreicht. Sie haben eine Software programmiert, die mit Künstlicher Intelligenz arbeitet und ihre Idee in einem Geschäftsplan aufgeschrieben.

Traunstein – Florian Scherl (17) hat schon immer gern programmiert. Er hat Kurse gemacht, an Wettbewerben teilgenommen und war in Programmier-Camps. Irgendwann habe er sich immer mehr für Künstliche Intelligenz (KI ) interessiert, sagt er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Deshalb war es für ihn klar, im schulinternen P-Seminar „Jugend gründet“ ein Geschäftsmodell aufzubauen, in dessen Zentrum eine Software steht. Eine, die mit nur wenigen Materialien selbstständig Filme erstellt, also kostengünstig und weniger aufwendig ist.

Software generiert Stimme

Startpunkte sind ein Foto einer Person und ein Thema, das Florian Scherl vorgibt. Die KI durchsucht selbstständig das Internet, pickt sich Bilder zum Thema heraus und kürzt automatisch geeignete Artikel auf die passende Länge. Die von Scherl programmierte Software generiert die Stimme der Person auf dem Foto und animiert deren Lippen synchron zum gesprochenen Text. Anwenden kann man die Software zum Beispiel für Wetterberichte oder Nachrichten.

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Rund zweieinhalb Monate habe er daran gearbeitet, sagt der Elftklässler, Nachmittage und Abende dafür aufgewendet. Typisch Florian, findet sein Lehrer Georg Klumpner, der das P-Seminar betreut. „Er ist sehr ehrgeizig und gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden“, sagt Klumpner.

Geschäftsplan bei „Jugend gründet“ eingereicht

Während Scherl sich um die Technologie kümmerte, waren Alberto Moritz für Marketing und Tobias Schoel für den Vertrieb zuständig. Denn für ein erfolgreiches Unternehmen braucht es schließlich nicht nur die richtige Technik. Auch drum herum muss alles stimmen.

Ihr Konzept haben die drei Jungs in einem Geschäftsplan aufgeschrieben und ihn im vergangenen Januar bei „Jugend gründet“ eingereicht. Darin sind neben der KI-Technologie Punkte wie Marketing, Konkurrenz, soziale und ökologische Nachhaltigkeit sowie Zielgruppe des Projekts festgehalten. Tipps und Hilfestellungen für die Arbeit hat ihnen Lehrer Georg Klumpner im Unterricht gegeben. „Am Ende mussten wir Sachen wegkürzen, wir hatten so viele Ideen“, sagt Florian Scherl.

Das Projekt war ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Darin sind sich die Drei einiCOeing. Daraus mitgenommen haben aber alle viel. „Ich habe vor allem interessant gefunden zu sehen, wie man ein Start-up aufbaut“, sagt Tobias Schoel. Alberto Moritz erinnert sich derweil an Motivationsprobleme. „Ich bin eher der materielle Typ, Künstliche Intelligenz war mir fremd.“ Er musste sich in das Thema erst einfinden. „Ich habe es aber keine Sekunde bereut, mitgemacht zu haben.“ Vor allem, da er durch das Projekt seine Affinität zu Marketing entdeckt habe. Eine berufliche Zukunft in diesem Bereich könne er sich jedenfalls vorstellen.

Für Bundesfinale qualifiziert

Dass sich die ganze Arbeit von ihm und seinen zwei Mitschülern gelohnt hat, zeigt der zweite Platz im Bundeswettbewerb von „Jugend gründet“. Daran haben laut dem Chiemgau-Gymnasium rund 3700 Schüler teilgenommen. Die Gruppe um Florian Scherl war eine von zehn, die es ins Finale geschafft haben.

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Davor mussten die drei Elftklässler aber zuerst ihren Geschäftsplan einer Jury auf einer Online-Veranstaltung präsentieren – in einer Minute. „Ich war schon sehr aufgeregt, bin aber von meinem Lehrer gut vorbereitet worden“, sagt Florian Scherl. Zusätzlich hatten sie die Aufgabe, in einem Planspiel ein virtuelles Unternehmen erfolgreich führen. Dafür gab es Punkte, auf deren Grundlage sich das Team für das Finale qualifizierte.

Reise ins Silicon Valley in den USA

Florian Scherl, Alberto Moritz und Tobias Schoel haben im Finale einige Preise abgeräumt, darunter einen Computer und eine GoPro-Kamera. Aber am besten finden die drei die Reise ins kalifornische Silicon Valley, Zuhause von Apple, Google, Facebook und Co. Zusammen mit dem Bundessieger werden sie einen Einblick in die Konzerne erhalten.

Und wer weiß, vielleicht sitzt einer der drei irgendwann mal selbst im Chefsessel eines Silicon-Valley-Unternehmens.

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