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Mehr Standorte für Sirenen

Künftig wird in der Gemeinde Bernau wieder lautstark gewarnt

Der Bernauer Feuerwehrkommandant Marcus Praßberger zeigt auf das Dach des Haus des Gastes. Dort wird eine der vier neuen Sirenen installiert.
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Der Bernauer Feuerwehrkommandant Marcus Praßberger zeigt auf das Dach des Haus des Gastes. Dort wird eine der vier neuen Sirenen installiert.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Längere Zeit war es ruhig um die Sirenen in Bernau, doch das ändert sich bald. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Donnerstagabend (10. März 2022) im Rathaus einstimmig, im Gemeindegebiet von zwei auf vier Sirenen-Standorte zu erweitern.

Bernau – Damit können die Bernauer künftig wieder lautstark gewarnt werden, zum Beispiel wenn nachts alle schlafen und plötzlich gefährliche Situationen wie Hochwasser Gefahr drohen. Der Bernauer Feuerwehrkommandant Marcus Praßberger erläuterte dem Gemeinderat die Sachlage. Hintergrund sei, dass der Freistaat Bayern ein Sonderförderprogramm zur Verbesserung der Warninfrastruktur aufgelegt habe. Dieses wird über die Regierung von Oberbayern abgewickelt. Da es aber nur dieses Jahr laufe und das Projekt heuer noch abgeschlossen werden muss, „pressiert‘s“.

Bund verstärkt Bevölkerungswarnung mit Sirenen wieder

Aktuell ist es nach seinen Worten so, dass beim Haus der Musik und unweit davon auf einem weiteren Haus Sirenen existieren. Wobei jene am Haus der Musik defekt ist und seit sechs Jahren nicht mehr genutzt werde. Nicht zuletzt aufgrund von immer häufigeren Hochwasserkatastrophen legt der Bund wieder verstärkt ein Augenmerk darauf, die Bevölkerung mit Sirenen zu waren und sich nicht mehr nur zum Beispiel auf einschlägige Warn-Apps zu verlassen.

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Die Feuerwehr habe sich Gedanken gemacht, was für die Gemeinde Bernau Sinn mache, so Praßberger und legte zwei Varianten vor. Sein Favorit, so der Kommandant, sei die Variante mit 4 Sirenen-Standorten und zwar am Haus des Gastes, auf dem Bernauer Feuerwehrhaus, beim Kindergarten in Hittenkirchen und bei Scheck in Weisham. Die Sirenen seien im Umkreis von einem Kilometer gut zuhören.

Ergänzend dazu würden im Notfall Fahrzeuge durch den Ort fahren und mit Durchsagen über Lautsprecher warnen. Diese Lautsprecheranlage, so erklärte Praßberger auf Nachfragen aus dem Gremium, könnten unkompliziert auf jedes Auto montiert werden, das über einen Zigarettenanzünder-Anschluss verfüge. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) sah darin einen großen Vorteil dieses Systems, so könnten auch Fahrzeuge vom Bauhof oder jedes andere Fahrzeug eingesetzt werden.

Verschiedene Töne - Regelmäßige Übungen

„Die Leute werden nur munter, wenn sie konkret angesprochen werden“, meinte der Feuerwehrkommandant aus Erfahrung. Das Martinshorn erziele heutzutage nicht mehr den erwünschten Effekt.

Josef Genghammer (Grüne) erkundigte sich, ob es verschiedene Warntöne gebe. Marcus Praßberger bejahte dies und erklärte, dass die Töne vom Innenministerium vorgeben seien. Auf Genghammers zweite Frage, wie die Bevölkerung aufgeklärt werde, schlug der Feuerwehrkommandant vor, dass dies in Zeitabständen geübt werden könne. Er räumte aber ein, dass es schwierig sei, die Thematik der Bevölkerung nahe zu bringen.

Er wies noch darauf hin, dass die elektronische Sirene mit Schlagworten automatisch gesteuert werden könne: „Damit sie nicht bei jeder Ölspur auslöst.“ Gemeinderat Franz Praßberger (ÜWG) erinnerte an die großen Diskussionen nach dem letzten landesweiten Probealarm in Bayern im vergangenen Jahr. Dabei habe sich gezeigt, dass viele Kommunen mangels Sirenen gar nicht mehr einsatzfähig seien. Marcus Praßberger betonte: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir im Notfall die Bernauer Bevölkerung warnen können.“ Mit Warntönen erreiche man 80 Prozent der Bevölkerung.

High-End-Lösung hat mehrere Nachteile

Die zweite Variante, die Praßberger vorstellte, war eine „High-End-Lösung“ mit neun Standorten. Hier würden die Durchsagen direkt vom Standort der Sirene aus ausgestrahlt. Das verlangt eine höhere Dichte, denn die Durchsagen sind nur etwa 300 Meter weit noch gut zu verstehen. Die Standorte könnten laut vorliegendem Plan vom Bernamare her entlang des Ortszentrums bis zum Chiemseeufer aufgestellt werden. Allerdings seien allein aufgrund der Akkus hohe Wartungskosten für die Gemeinde zu erwarten. Diese Lösung lehnte der Gemeinderat dann auch einstimmig ab. Praßberger berichtete noch, dass vor sechs Wochen sechs Firmen um ein Angebot angeschrieben worden, bislang aber noch keine Antworten eingetroffen seien.

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