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Keine Nachfolger gefunden

Krieger- und Soldatenkameradschaft Schleching: Vereins-Aus nach 162 Jahren

Sie wurden geehrt für 40 Jahre Mitgliedschaft: Hartmut Rihl, Andi Stadler, Andi Hell und Ludwig Schlagbauer (von links).
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Sie wurden geehrt für 40 Jahre Mitgliedschaft: Hartmut Rihl, Andi Stadler, Andi Hell und Ludwig Schlagbauer (von links).
  • VonSybilla Wunderlich
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Sie pflegten das Kriegerdenkmal, sammelten Geld für die Kriegsgräber und schärften das Bewusstsein für die schlimmen Auswirkungen von Kriegen: Damit ist in Schleching nun Schluss. Der traditionsreiche Verein KSK ist aufgelöst.

Schleching – Im Jahr 1859 gründeten drei Männer mit 57 Mitgliedern in Schleching den Militärverein, aus dem im Jahr 1972 der Verein „Krieger- und Soldatenkameradschaft Schleching“ wurde. In den 162 Jahren seines Bestehens hat der Verein vier Kriege, drei Könige, zwei Prinzregenten, die Räte- und Weimarer Republik und schließlich die Diktatur des Dritten Reiches überstanden. Jetzt wurde der Verein in der Jahreshauptversammlung aufgelöst, weil sich trotz zweijähriger intensiver Suche kein Vorstand mehr fand.

Ergebnislose Suche nach Nachfolger

Die Auflösung des Vereins stand bereits im November 2019 auf der Tagesordnung, damals kam bei einer Abstimmung von 13:10 allerdings die erforderliche Mehrheit von neun Zehnteln nicht zusammen. In der damaligen Sitzung hatte Emil Huber (OVB E-Paper) nach 19 Jahren sein Amt als Vorstand aus persönlichen Gründen niedergelegt, ein Nachfolger fand sich nicht.

Andi Stadler hatte sich bereit erklärt, als Interims-Vorstand einzuspringen. Auch der übrige Vorstand hatte signalisiert, nicht weitermachen zu wollen. Die Suche nach einem Nachfolger für Emil Huber und den weiteren Vorstand blieb ergebnislos. Zuerst stimmte die Versammlung einstimmig für die Satzungsänderung, damit die Auflösung mit einer einfachen Mehrheit beschlossen werden konnte. Wobei dies gar nicht mehr notwendig gewesen wäre, denn die Mitglieder sprachen sich danach ebenso einstimmig für die Auflösung des Vereins aus. Es folgten viele Dankesbekundungen für die langen Jahre des Einsatzes der Vorstandschaft. Der frühere Kassier Ludwig Schlagbauer bedankte sich beim Patenverein Sachrang für die lange Treue seit 145 Jahren mit einer Urkunde.

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Der ehemalige Sachranger Vorstand Herbert Hoyer aus Sachrang war sichtlich bewegt über die Entwicklung. Ebenso ging der Dank mit einer Urkunde für 75 Jahre Freundschaft mit dem Kameradschaftsbund Kössen an Ehren-Obmann Martin Gründler. Bürgermeister Josef Loferer dankte allen Akteuren im Namen aller Bürger und bezeugte seine Hochachtung vor der Arbeit des Vereins. Auch er bedauerte die Auflösung.

Am Ende bedrückt und erleichtert

Die Stimmung am Schluss der Sitzung war bedrückt und auch erleichtert. Erleichtert weil die ordnungsgemäße Auflösung des ruhenden Vereins durchgeführt werden konnte. Bedrückt, weil sich trotz größter Bemühungen keine jüngeren Mitglieder finden ließen, die den Verein hätten weiterführen wollen.

In seinem Tätigkeitsbericht ließ Andi Stadler die vergangenen beiden Jahre Revue passieren. So wurden im vergangenen Monat am Kriegerdenkmal noch die Putzschäden ausgebessert und die Außenfassade neu gestrichen, sowie das Pflaster und die Stufen repariert. Das Kupferdach erhielt eine Versiegelung und das Holzkreuz zur Friedhofseite wurde abgeschliffen und neu gestrichen. Von den Kriegsgräbersammlungen auf den Friedhöfen in Schleching und Raiten konnten 540 Euro weitergegeben werden. Die Kasse verlas Ludwig Schlagbauer und teilte die Mitgliederstände mit, so waren es 184 im Jahr 2019, 175 im Jahr 2020 und aktuell immer noch 170 Mitglieder in der KSK Schleching.

Ehrungen:

Die KSK Schleching ehrte bei der letzten Versammlung in der Geschichte des Vereins Hartmut Rihl, Andi Hell, Schorsch Mix und Vinzenz Bachmann für 40 Jahre Mitgliedschaft. Gauvorstand Michael Bernauer und Zweiter Gauvorstand Anton Linner ehrten folgende, langjährig in ihrem Amt tätigen Funktionäre: als Vorstand Emil Huber, Fähnrich Josef Bachmann sowie Kassier Ludwig Schlagbauer, Kanonier Peter Hell, Beisitzer Hubert Zaiser und Fähnrich Hermann Loferer. Sie waren auch von ihrem Ortsverein entsprechend gewürdigt worden.

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