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Überwältigt von Priens Solidarität für die Ukraine

Bevölkerung sorgt für Massenansturm am Feuerwehrhaus mit Hilfsgüter-Lieferung

Organisiertes Gewusele in der Priener Feuerwehrhalle: Die angelieferten Spendengüter werden sortiert und neu verpackt. Berger
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Organisiertes Gewusele in der Priener Feuerwehrhalle: Die angelieferten Spendengüter werden sortiert und neu verpackt. Berger
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Feuerwehrler, Privatpersonen, Geschäftsleute – zum Auftakt der Hilfsaktion für die Menschen in der Ukraine lief die Marktgemeinde Prien zur Hochform auf. Bürgermeister Andreas Friedrich zeigte sich schier überwältigt.

Prien – Täglich erreichen uns neue Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen, die den brutalen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine dokumentieren. Fassungslos macht vor allem die Bombardierung der Zivilbevölkerung in dem seit Längerem demokratisch regierten Land. Um das Leid der Menschen ein wenig zu mildern, engagieren sich - wie im gesamten Bundesgebiet – auch im Chiemgau Organisationen wie auch Privatpersonen und leisten humanitäre Hilfe. So hatte auch Priens Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) vor wenigen Tagen für die Marktgemeinde Prien zu einer Spendenaktion aufgerufen mit Start am Samstag. Verlauf und Ergebnis übertrafen alle Erwartungen.

Hier werden Hygieneartikel neu verpackt (von rechts): Anna-Maria Schmelz, Vroni Palk und Bodo Sagebiel, Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

Im Minutentakt fahren Autos vor

Samstagvormittag: Aus dem Ortszentrum sind die Glockenschläge vom Turm der Kirche Mariä-Himmelfahrt zu hören, gerade hat’s 11 Uhr geschlagen. Vor der Fahrzeughalle des Priener Feuerwehrhauses herrscht ein Wuseln und Wimmeln: Nahezu im Minutentakt fahren Autos vor, die von der Straße Am Reitbach über den Parkplatz der Feuerwehr ums Gebäude herum hierher geleitet werden. Prienerinnen und Priener laden Kartons und Pakete aus, legen sie auf Biertischen vor der Halle ab. Feuerwehrmann Samuel Pfenning packt mit an. „Ich finde die Reaktion aus der Bevölkerung toll. Das schafft Gemeinsamkeit, es ist beeindruckend.“

Seine Kameraden Hans Herzinger und Bernhard Ugrinovich prüfen die Inhalte, übergeben die Kartons in der Halle an weitere Aktive zur Sortierung. Die koordiniert Anna-Maria Schmelz mit ihrem Team. „Angeliefert wurden in den ersten drei Stunden überwiegend Lebensmittel, Konserven, Pflegemittel für Kinder wie Windeln, Hygieneartikel, Spielsachen, Handtücher, Bettwäsche“, zählt die 23-Jährige auf.

Auch Peter Bugla (links) liefert Waren an, hauptsächlich Kleidung, Medikamente, Betten und Verbandsmaterial. Johannes Dreikorn (rechts) packt die Hilfsgüter auf Paletten.

Die Artikel werden möglichst sortenrein zusammengestellt – Nudeln zu Nudeln, Reis zu Reis, Windeln zu Windeln – dann neu verpackt und auf Europaletten gestapelt. Mehrfach umrundet Johannes Dreikorn dann die Paletten und fixiert die Stapel mit einer breiten Klarsichtfolie. Das alles läuft vor und im Feuerwehrhaus wie am Schnürchen, die etwa 20 Aktiven der Feuerwehr sowie einige Privatpersonen haben alles voll im Griff.

Bürgermeister Friedrich: „Die Anlieferung reißt nicht ab“

„Ohne deren guter Organisation wäre die Aktion nicht machbar gewesen“, ist sich Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen sicher. Er weiß, wovon er spricht – Friedrich ist selbst seit Jahren aktiver Feuerwehrler. Schon kurz nach acht Uhr seien die ersten Sachspenden abgegeben worden. „Die Spendenbereitschaft ist einfach überwältigend. Selbst jetzt nach etwa drei Stunden hatten wir noch keinen Leerlauf, die Anlieferung reißt einfach nicht ab“, freut sich Friedrich. Aber es gehe nicht darum, viel abzugeben, sondern einfach zu helfen. So habe er fortlaufend auch Geldbeträge bekommen.

Mit der großen Resonanz auf seinen Aufruf habe er schon gerechnet, „zum einen, weil ich meine Bürgerinnen und Bürger kenne, zum anderen aufgrund der Erfahrungen, die zuvor andere Gemeinden bei ähnlichen Aktionen gemacht haben“, betont der Bürgermeister. Immer wieder höre er Fragen, ob die Sachen denn auch gezielt in der Ukraine verteilt würden.

„Wir haben das große Glück, genau darin Sicherheit zu haben, weil wir mit dem Verein Chiemgauer Helferkreis für die Diözese Ternopil-Ukraine mit Sitz auf Frauenchiemsee zusammenarbeiten.“ Dessen Vorsitzende Katharina Schmid und ihr Stellvertreter Fritz Tischner sind vor wenigen Minuten angekommen, um sich ein Bild von der Aktion zu machen. „Es ist ein Wahnsinn, was hier abgeht, diese Hilfsbereitschaft und hervorragende Organisation“, sagen sie unserer Zeitung.

Dankbar für Einsatz der Feuerwehrler

„Fasziniert von dem Massenansturm“ ist auch Feuerwehrkommandant Samuel Witt. „Es ist toll zu sehen, wie sich die Priener für die Menschen der Ukraine einsetzen.“ Besonders stolz sei er auf seine Truppe, die sich so stark engagiere, „besser kann es nicht laufen“. Dankbar sei er zudem einigen Aktiven der benachbarten Frasdorfer Feuerwehr, „die sich hier voll einbringen“. Am späten Nachmittag dann der Anruf des Bürgermeisters mit dem Ergebnis des Sammeltages. „30 Paletten mit Hilfsgütern stehen zum Abtransport bereit, über 1000 Euro an spontanen Geldspenden sind dokumentiert“, berichtet Friedrich hörbar stolz unserer Zeitung. Er kann auf seine Priener zählen…

Alle helfen mit:

In Zusammenarbeit mit Ärzten sowie den Kirchen stellte der Priener Gewerbeverein PrienPartner 2000 Euro zur Verfügung, erklärte Vorsitzender Dr. Herbert Reuther am Samstag unserer Zeitung. Mitarbeiter der Marienapotheke hätten zudem spontan für die Kinder gesammelt. Sachspenden im Wert von 1000 Euro lieferte der Hagebaumarkt Prien, unter anderem Feldbetten, Wasserbehälter und Kochgeschirr aus dem Campingbereich. Für den Transport hat Mathias Hof aus Söchtenau, Inhaber der Firma Tonwerk Musikproduktionen & Veranstaltungstechnik, spontan einen Sattelschlepper samt Fahrer zur Verfügung gestellt, wie er den OVB-Heimatzeitungen gestern auf Anfrage bestätigte.

Aktion geht bis Donnerstag:

Die Spendenaktion am Priener Feuerwehrhaus läuft noch bis Donnerstag, 10. März, von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Die Güter sollen in stabile Kartons verpackt und mit dem Inhalt beschriftet werden.