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Lichterkette gegen Krieg in der Ukraine

250 Menschen in Prien gehen für den Frieden auf die Straße

Solidarität mit der Ukraine: Etwa 250 Menschen reihten sich mit ihren Kerzen und Leuchten in der Bernauer Straße auf zu einer langen Lichterkette.
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Solidarität mit der Ukraine: Etwa 250 Menschen reihten sich mit ihren Kerzen und Leuchten in der Bernauer Straße auf zu einer langen Lichterkette.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Knapp 250 Menschen versammelten sich am Mittwochabend (2. März) in Prien und setzten ein Zeichen für Frieden in der Ukraine.

Prien – Die Gespräche verstummen, es wird still auf dem Priener Marktplatz. Das Licht von flackernden Kerzen in den Händen der rund 250 Menschen gibt in der Dämmerung eigentlich ein heimeliges Bild wieder. Aber der Eindruck täuscht, der Grund für die Versammlung am frühen Mittwochabend (2. März) ist dramatisch und traurig zugleich: der brutale russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Soeben hat der evangelische Pfarrer Mirko Hoppe um eine Schweigeminute gebeten.

Als ein Zeichen der Solidarität für die Menschen in der Ukraine hatte Hoppe gemeinsam mit der Priener Ärztin Dr. Katharina Dziura sowie Carla Fischer von der Priener Flüchtlingshilfe diese Versammlung organisiert, unterstützt von vielen engagierten Helferinnen und Helfer, die unter anderem als Ordner fungieren.

Lennons Hymne für den Frieden erklingt

In die Stille erklingt jetzt aus einer Lautsprecherbox „Imagine“ von John Lennon. Den Song hatte der Ex-Beatle 1971 während des Vietnam-Krieges geschrieben. „Stell‘ dir vor, alle Menschen leben in Frieden“, heißt es übersetzt unter anderem in dem Text. Das machte in weltweit zur Hymne für Frieden und Freiheit.

Dr. Katharina Dziura, Bürgermeister Andreas Friedrich, Pfarrer Mirko Hoppe und Carla Fischer (von links).

Die große Versammlungsrunde auf dem Marktplatz löst sich auf, langsam bewegen sich die Menschen auf die Kreuzung Bernauer Straße/Alte Rathausstraße zu, Polizeibeamte stoppen den Verkehr, auf dem östlichen Bürgersteig bildet sich in Richtung Rathaus eine lange Lichterkette, die fast bis zur Tankstelle reicht.

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Es ist ein friedliches Bild: Jung und Alt, Paare, Einzelpersonen, auch Familien mit Kindern haben sich in kleinen Gruppen oder einzeln im gebührenden Corona-Abständen entlang der Häuserfassaden aufgereiht. Einige halten A4-formatige Drucke mit Friedenstaube oder den Begriffen „Peace“ oder „Frieden“ in den Händen. Aus den Gesprächen ist beim Vorbeigehen nur ein Thema zu hören: Wie geht es den Menschen in der Ukraine?

„Es ist wichtig ein Zeichen zu setzen für Frieden, Zusammenhalt und Solidarität“, erklären Gemeinderat Michael Voggenauer (FWB/FP) wie auch Maria Riepertinger, die zufällig nebeneinander stehen, unserer Zeitung.

Licht leuchtet für die Menschen, die leiden

Diese Botschaft stand zuvor auch in der Ansprache von Pfarrer Hoppe auf dem Marktplatz im Mittelpunkt. „Was so lange undenkbar schien, ist doch eingetreten: Krieg in Europa. Panzer überqueren Grenzen. Raketen durchziehen den Himmel über der Ukraine. Menschen sterben. Kinder, Frauen, Männer“, sagte Hoppe unter anderem.

Friedens-Demo auf dem Priener Marktplatz am Mittwochabend.

„Unser Licht leuchtet heute für diejenigen, die unter den Kriegshandlungen leiden und sich vor noch größerem Unheil fürchten; die ihre Häuser und Wohnungen verlieren; die mit wenig Gepäck aufbrechen aus ihren Orten und Städten; für die Familien, die sich trennen müssen. Unser Licht leuchtet auch für die, die sich für Frieden einsetzen, nicht müde werden, andere Wege zu suchen als den der Gewalt und Anfeindung.“

Dass so viele Menschen dem Aufruf gefolgt seien, mache deutlich, dass es allen ähnlich gehe, mutmaßte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG), der wie auch sein Stellvertreter Michael Anner (CSU) an der Aktion teilnahm; Dritter Bürgermeister Martin Aufenanger war terminlich verhindert. Friedrich: „Wir sind mit der Situation überfordert: Krieg vor unserer Haustür – das kennt vermutlich keiner von uns. Das war bis vor einer Woche nicht denkbar, das stellt uns vor ganz neue Herausforderungen, aber auch vor Ängste.“

Beten um Vernunft bei Verantwortlichen

Wichtig sei, „sich solidarisch zu zeigen mit den Menschen, auf die seit einer Woche Bomben, Granaten und Raketen niederprasseln, die sich vor diesen Bombardierungen in Kellern, Bunkern oder U-Bahn-Schächten retten mussten, die konfrontiert sind mit furchtbarem Leid und auch dem Tod“, so der Bürgermeister. „Ich hoffe und ich bete dafür, dass der Auslöser dieses Angriffs zur Vernunft kommt und den Krieg beendet.“ Darauf hofft auch Dr. Katharina Dziura, wie sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen betonte. Ihr Antrieb für die Aktion im Ortszentrum: „Auch wir könnten Betroffene sein. Das Kriegsgeschehen läuft sozusagen vor unserer Haustür ab, ich habe mir so etwas bislang nicht vorstellen können.“

Der Demo-Zug auf den Weg durch den Ort, angeführt von Friederike Fischer (links) und Sarah Stepat (rechts).

„Stell‘ dir vor … eine Menschheit in Brüderlichkeit…“, singt Lennon in seinem Song „Imagine“. Ein derzeit wohl utopisch anmutender Gedanke…

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