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Abfrage in den Rathäusern

Ukraine-Flüchtlinge in Zweit- und Ferienwohnungen am Chiemsee: Im Sommer droht ein großes Problem

Unter anderem Ferienwohnungen nutzen die Gemeinden derzeit, um Flüchtlinge aus der Ukraine unterzubringen.
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Unter anderem Ferienwohnungen nutzen die Gemeinden derzeit, um Flüchtlinge aus der Ukraine unterzubringen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Um Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine unterzubringen, nutzen Gemeinden rund um den Chiemsee auch Zweit- und Ferienwohnungen. Doch im Sommer könnte das zum Problem werden.

Chiemgau – Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge aus der Ukraine ist allerorten groß. Doch die Helfer sind auf der Suche nach Wohnraum für die Geflüchteten. Auf der anderen Seite finden sich rund um den Chiemsee Zweitwohnungen, welche mitunter über eine geraume Zeit des Jahres leer stehen. Die OVB-Heimatzeitungen haben bei Kommunen rund um den Chiemsee nachgefragt, wie es um die Belegung dieser, aber auch der Ferienwohnungen mit Flüchtlingen steht.

Das Angebot an Zweitwohnungen für Flüchtlinge aus der Ukraine bleibt in den Chiemsee-Kommunen überschaubar, wie eine Nachfrage in den Rathäusern erbracht hat. Es sind überwiegend Ferienwohnungen oder andere private Unterkünfte, in denen die Geflüchteten untergekommen sind. Und auch das wohl nur auf absehbare Zeit.

Natürlich gebe es einige Gemeindebürger, welche ihre Zweit- und Ferienwohnungen zur Verfügung stellten. „Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir in der Gemeinde generell eine sehr große Hilfsbereitschaft erfahren, sei es durch Spenden, durch das zur Verfügung stellen von Wohnraum oder durch den unermüdlichen Einsatz unseres Helferkreises, der den ukrainischen Gästen in Seeon-Seebruck mit Rat und Tat zur Seite steht“, sagt Rathauschef Martin Bartlweber.

Genaue Zahlen wollte der Bürgermeister aus Gründen des Datenschutzes nicht preisgeben. Er beruhigt aber mit Blick auf die Ferienwohnungen und die anstehende Saison: „Unsere Feriengäste haben immer noch ein breites Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten. Hier sind keine Einschränkungen für den Tourismus zu befürchten.“

Oftmals nur Ferienwohnungen

Für die Gemeinde Chieming berichtet Bürgermeister Stefan Reichelt, dass Flüchtlinge aus der Ukraine derzeit nur in Ferien, nicht in Zweitwohnungen untergebracht seien, jedoch gerade mal drei von 170 Ferienwohnungen und Fremdenzimmern, welche die Kommune verzeichnet. Zweitwohnungen seien bislang keine Angebote worden.

Auch dem Bürgermeister der Gemeinde Übersee, Herbert Strauch, sind keine Zweitwohnungseigentümer bekannt, die ihre Räume für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hätten. Stattdessen sei ein Teil der derzeit 32 ukrainischen Flüchtlinge ebenso in Ferienwohnungen untergekommen.

Wie es um die Situation in der Gemeinde Ruhpolding in dieser Sache bestellt ist, ließ sich gestern auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen nicht klären. Deren Bürgermeister Justus Pfeifer war aus Termingründen nicht zu erreichen. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Prien verweist auf die morgige (27. April) Gemeinderatssitzung, während der das Thema zur Sprache kommen soll.

Ferienwohnungen für den Sommer schon gebucht

Die Gemeinde Reit im Winkl wiederum habe die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine überwiegend in Ferienwohnungen untergebracht, wie deren dritte Bürgermeisterin Dr. Sabine Wörnle berichtet. Für die Kommune stelle sich damit jedoch auch ein Problem. Denn die Unterkünfte seien für den Sommer oftmals bereits von Touristen gebucht, die Zeit, während der Ukraineflüchtlinge in diesen unterkommen, könnte damit absehbar sein.

„Wir müssen jetzt schauen, wie man das regeln kann“, sagt Wörnle mit Blick darauf, was nach Ablauf der Vereinbarungen geschieht. Auch die Leiterin des Marketings bei der Chiemsee-Alpenland-Touristik, Corinna Raab, bestätigt, dass viele Ferienwohnungen rund um den Chiemsee für die Sommermonate bereits gebucht seien.