Kreistag Traunstein: Junge Liste und AfD greifen Sitze ab

Die Ergebnisse der Kreistagswahl Traunstein auf einen Blick. Stärkste Kraft ist dabei erneut die CSU, obwohl sie trotz Stimmengewinns Mandate abgeben musste. Grund: mehr Parteien als vorher sind ins Gremium gekommen. klinger

Jetzt steht auch die künftige Besetzung des Kreistags in Traunstein fest. Obwohl die CSU im Vergleich zu 2014 um 4,3 Prozente zulegen konnte, verliert sei zwei Sitze. Grund: Mehr Parteien kamen in das Gremium als noch bei der letzten Kommunalwahl.

von Silvia Mischi

Traunstein – Die CSU wird also künftig mit 27 Sitzen vertreten sein. Insgesamt enfielen auf die Partei – summa summarum – 1,999 Millionen Stimmen. Das ist ein Plus von 100 000 Stimmen. Der gemeinsame Landratskandidat von CSU/Bayernpartei und Junger Liste hatte ja – wie berichtet – als Amtsinhaber mit 63 Prozent den Chefsessel im Landratsamt Traunstein schon am Sonntag für sich gewonnen.

Wahlpremiere bringt gleich drei Mandate

Neu im Gremium dabei ist die Junge Liste, die im Vorfeld sogar noch Unterstützerunterschriften hatte sammeln müssen, um überhaupt zugelassen zu werden. Mit 3,8 Prozent entfallen bei ihrem ersten Einzug in den Kreistag gleich drei Sitze auf die Gruppierung. Die Bayernpartei wiederum büßt ein. Sie gibt ein Mandat ab und kommt auf 4,3 Prozent. Dabei steigert sie sich um 0,3 Zähler im Vergleich zu 2014. Der große Verlierer der Wahl ist die SPD. Sie fällt von 2014 mit damals 20,5 Prozent dramatisch ab auf 9,3 Zähler. Vier Sitze gibt sie somit auf einen Schlag ab. Ebenfalls Verluste hinnehmen müssen die Freien Wähler/Unabhängigen Wähler. Sie geben zwei Mandate ab und sind künftig nur noch mit neun Köpfen vertreten. Insgesamt entfielen 13,3 Prozent (14 in 2014) auf die Partei.

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Unverändert zu vor sechs Jahren werden wieder drei ÖDP-Kreisräte im Gremium vertreten sein. Die kommen auf 3,7 Prozent und damit 1,2 Zähler weniger als bei der letzten Wahl.

Wahlberechtigt waren im Landkreis Traunstein 143 654 Wähler, wovon auch 87 231 ihre Kreuze setzten. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 60,72 Prozent. Ungültig waren dabei 4,40 Prozent der Wahlunterlagen.

Nur 18 Frauen ins Gremium gewählt

Auffallend in der Besetzung des 70-köpfigen Kreistags: Lediglich 18 Frauen – aus allen Fraktionen und Gruppierungen zusammen – sind darin vertreten. „Alleinherrscherin“ in ihrer Gruppe ist – neu im Gremium – mit einem Sitz Manuela Pertl (Linke). Ebenfalls „Alleinsitzer“ ist Christian Schunck für die FDP. Die Fraktion verteidigt ihr Mandat. Hingegen drei Sitze Zugewinn verzeichnet die AfD im Kreistag. Sie springt damit von nll auf drei bei ihrem ersten kreisweiten Antritt.

Die Grünen gewinnen erneut – wie auch schon in 2014 – weitere zwei Sitze hinzu und stellen künftig mit 13 Mandaten die zweitstärkste Kraft im Kreistag.

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