Kreisjugendring Traunstein zog in Unterwössen Jahresbilanz

Die Jugendbeauftragte des Landkreises, Ulli Himstedt geht zum Jahresende in Ruhestand. Ihre Nachfolgerin Katrin Fritzenwenger (vorne) stellte sich in der Jahresvollversammlung dem Kreisjugendring vor. Markus Burghammer, Vorsitzender des Kreisjugendringes und Geschäftsführerin Michaela Bauer freuen sich auf die Zusammenarbeit.
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Die Jugendbeauftragte des Landkreises, Ulli Himstedt geht zum Jahresende in Ruhestand. Ihre Nachfolgerin Katrin Fritzenwenger (vorne) stellte sich in der Jahresvollversammlung dem Kreisjugendring vor. Markus Burghammer, Vorsitzender des Kreisjugendringes und Geschäftsführerin Michaela Bauer freuen sich auf die Zusammenarbeit.

„Die Corona-Krise machte alles zunichte“, hieß es in der Jahresversammlung des Kreisjugendrings Traunstein. Viele geplante Anschaffungen mussten gestrichen werden.

Von Ludwig Flug

Unterwössen – „Wir hatten große Pläne und wollten einiges anschaffen. Aber die Corona-Pandemie machte alles zunichte“, bedauerte Markus Burghammer, Vorsitzender des Kreisjugendrings (Kjr) Traunstein, in der Jahresversammlung in der Achentalhalle des Alten Bades in Unterwössen.

Von den geplanten großen Anschaffungen in 2020 sei nur eine übrig geblieben, noch vor der Corona Pandemie: „Ein Pizza-Ofen für den Jugendzeltplatz. Der steht so wie gekauft nach wie vor unausgepackt da.“ Alles sei gestrichen worden, „Wenn nichts reinkommt, können wir nichts ausgeben“, so Burghammer.

Der Jahresabschluss 2019 brachte wie 2018 ein ordentliches Plus. „Das rettet uns nun durch dieses Jahr“, so Geschäftsführerin Michaela Bauer. Der Kreisjugendring habe keine Schulden, aber aus den Vorjahren allgemeine Rücklagen in Höhe von 14 000 Euro und zweckgebundene in Höhe von 11 000 Euro.

Jugendzeltplatz in Chieming nicht geöffnet

Der Jugendzeltplatz in Chieming konnte trotz einer beinahe verzweifelten Suche nach Auswegen nicht geöffnet werden, so die Geschäftsführerin. „Mit nur einer abgetrennten Dusche in den Sanitärräumen und Gangbreiten von unter 1,50 Meter in der WC-Einheit sind die Auflagen nicht zu erfüllen.“ Das Personal, das in der Zeit von 6 bis 22 Uhr die Einhaltung der Schutzvorschriften kontrollieren müsste, würde mehr kosten als der Betrieb einbringe. Die Geschäftsführerin plant auch für 2021 ohne Einnahmen daraus.

Eine organisatorische Meisterleistung der Helfer

Einer „organisatorischen Meisterleistung“ der Helfer sei es zu danken, dass der Kreisjugendring in den Sommerferien vier Wochen Ferienbetreuung auf die Beine stellte. Die Kommunen Chieming, Surberg, Grabenstätt, Seeon-Seebruck und Traunstein unterstützten das Programm. Dieses Projekt sei auch für 2021 geplant, kündigten Burghammer und Bauer an.

Ansonsten waren dieses Jahr laut Burghammer Veranstaltungen und Lehrgänge weit zurückgefahren. Noch vor Corona gab es einen Rettungsschwimmer- und einen Erste-Hilfe-Lehrgang.

In allen Diskussionen dieses Jahres habe immer wieder die Frage bewegt, wie die Mitgliedsverbände unterstützt werden könnten, betonte Beisitzerin Monika Morrison. Herausgekommen sei die Idee, Tagesmaßnahmen der Mitgliedsverbände zu fördern.

Den Zuschussanträgen zugestimmt

Die 40 Delegierten erteilten den Zuschussanträgen geschlossen ihre Zustimmung. Auch vergangene Tagesfreizeiten im Jahr 2020 würden gefördert, soweit die Anträge bis zum 23. Oktober eingehen, hieß es. Für aktuelle Tagesveranstaltungen müssten die Anträge innerhalb von acht Wochen gestellt werden.

Zwar wies der Jahresabschluss 2019 ein ordentliches Plus aus, doch 2020 war laut Geschäftsführerin Bauer ein eher katastrophales Jahr. „Der für das Jahr beschlossene Haushaltsplan 2020 ist Makulatur.“

Bauer stellte den Antrag auf einen Nachtragshaushalt. Die zum Teil zweckgebundenen Rücklagen aus den Jahren 2018 und 2019 möchte sie zur Deckung der Kosten im laufenden Jahr verwenden.

Zeltplatz wird 2021 kaum Einnahmen generieren

Der Kreisjugendring beantragte beim Landkreis die Aufhebung der Zweckbindung des Zuschusses für die Jugendverbände von 30 000 Euro für das Jahr 2020, und vorsorglich für 50 000 Euro im Jahr 2021.

„Vorsorglich deshalb“, so die Geschäftsführerin, „weil das Geld nicht in Anspruch genommen wird, wenn Einnahmen aus Zeltplatz oder Vermietung Kosten decken.“

Derzeit gehe der Kreisjugendring aber davon aus, dass der Zeltplatz auch 2021 kaum Einnahmen generiere. „Mit euren 30 000 Euro aus dem Topf der Verbände können wir das Personal des Kreisjugendringes halten.“

Thomas Hoffmann von der Bayrischen Sportjugend wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob der Kreisjugendring selbst Gelder aus etwaigen Schutzschirmen beantragt habe. Michaela Bauer enttäuschte ihn, weil es für den Kreisjugendring als öffentliche Körperschaft keine Schutzschirme gebe. Stellvertretender Landrat Sepp Kohnhäuser riet zum beschriebenen Nachtragshaushalt. Die Vorgehensweise sei mit dem Landkreis abgestimmt.

Die Versammlung erteilte einstimmig die Zustimmung zur Aufhebung der Zweckbindung und den entsprechenden Antrag an den Landkreis. Die Mitglieder gaben der Geschäftsführerin zudem grünes Licht, alle Ausgaben weitestgehend herunter zu fahren. Genaueres soll ein weiterer Nachtragshaushalt im Herbst regeln.

Ferienaktion soll durchgeführt werden

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie bestehe derzeit noch kein festes Konzept für die Veranstaltungen 2021. „Wir haben einiges ins Auge gefasst“, so Vorsitzender Burghammer. Darunter seien verschiedene Schulungen, auch Online-Schulungen.

„Die Ferienaktion wollen wir auf jeden Fall durchführen. Wir sind schnell in unseren Planungen, und wenn sich Möglichkeiten auftun, dann werden wir das anpacken“, so Geschäftsführerin Michaela Bauer.

Markus Burghammer verwies darauf, dass im Frühjahr Neuwahlen im Kreisjugendring anstehen. „Wir freuen uns über jeden, der sich zur Wahl stellt. Traut‘s Euch.“

Dem Kreisjugendring Anerkennung ausgesprochen

Der Stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser sprach dem Kreisjugendring seine Anerkennung aus. „Es ist eine schwierige Zeit und ich hoffe, dass sie glimpflich zu Ende geht.“ Junge Menschen treffe es besonders, wenn Schule oder der Kontakt zu Freunden fehle. „Dass ihr trotzdem im August ein Programm zusammenbekommen habt, das war eine ganz wichtige Geschichte. Das habt ihr hervorragend gemacht“, lobte Konhäuser.

Unterwössens Bürgermeister Ludwig Entfellner bezeichnete das Ehrenamt „als prägend für unsere Region und unsere Dörfer.“ Die Arbeit des Kreisjugendrings sei „unheimlich wichtig“. Sein Appell: „Helft mit anzuschieben, wenn die Corona-Pandemie ausläuft.“

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Der Kreisjugendring (Kjr) Traunstein im Bayerischen Jugendring ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die sich im Auftrag des Bayerischen Jugendrings und in Abstimmung mit dem Landkreis um Kinder und Jugendliche bemüht. Über 50 Verbände und Organisationen mit Jugendarbeit sind im Kjr zusammengeschlossen. Zusammen ergeben die ein breites Bild weltanschaulicher und politischer Ziele. Seine Arbeit unterstützt der Kreis Traunstein mit insgesamt 200 000 Euro. Davon ist die Hälfte, 100 000 Euro, zweckgebunden für die Mitgliedsverbände gedacht. Der Kreisjugendring finanziert sich weiter über sein Aushängeschild, den Jugendzeltplatz Chiemsee in Chieming und über den Verleih von Geräten und Ausstattung für Jugendaktionen. Er bietet im Normalfall ein eigenes Programm für Kinder und Jugendliche, organisiert Schulungen für die Arbeit im Ehrenamt. Der Geschäftsstellensitz ist in Chieming.

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