Eschentriebsterben erreicht Bernau - Einige Bäume nicht mehr zu retten

Kranke Esche im Kurpark an der Kneippanlage
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Kranke Esche im Kurpark an der Kneippanlage
  • vonElisabeth Kirchner
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Abgestorbene Bäume gefährden die Sicherheit der Bürger. Der Gemeinderat diskutiert über die Frage, wie dringend sie gefällt werden müssen und wer das übernehmen kann.

Bernau – Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) hat das Gremium in seiner jüngsten Sitzung informiert, dass sich auch in Bernau das Eschentriebsterben rasant ausgebreitet hat und dass man die kranken Bäume fällen müsse. Die Gemeinde habe schließlich eine Verkehrssicherungspflicht. Gerhard Kindscher, Baumbegutachter und Mitarbeiter des Bauhofs, hatte schon seit vergangenem Winter den Fortgang der Baumkrankheit beobachtet und mit Fotos dokumentiert, die er den Mitgliedern des Gemeinderats zeigte.

Pilz breitet sich im ganzen Ort aus

Leider breite sich der Pilz im ganzen Ort aus, sei es beim Kneipp-Tretbecken im Kurpark oder im Chiemseepark Felden, so der Fachmann. Die Pilzsporen infizieren im Sommer die Blätter der Esche, von wo aus der Erreger in die Triebe vordringt. Dort entwickeln sich die olivbraun bis orange verfärbten Rindennekrosen, die zum Absterben der Triebe führen. Typisch seien die von weitem erkennbaren verbuschten Kronen mit abgestorbenen Ästen.

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Über die Blattstiele und Triebe breite sich der Erreger weiter bis in Äste und Holz der Bäume aus. Bei Altbäumen verlaufe das Eschentriebsterben zunächst langsam, infizierte Jungbäume sterben rasch ab. „Wenn 50 Prozent der Blätter weg sind, dann ist der Baum nicht mehr zu retten“, so der Fachmann weiter. Michaela Leidel (BL) fragte, ob man für das Fällen der Bäume eine Firma benötige oder ob der Bauhof dies erledigen könne. Bürgermeisterin Biebl-Daiber erklärte: „Wir können das auch.“

Fast abgestorben ist diesern Baum in Felden.Berger

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Gerhard Jell (CSU) hakte nach, ob man nichts gegen das Eschentriebsterben unternehmen könne. Franz Praßberger (FW/ÜWG) wollte wissen, warum man jetzt fällen müsse, die Saison sei doch gerade angelaufen und es herrsche reger Verkehr. Kindscher bedauerte den Zeitpunkt der Baumfällmaßnahmen. Er habe gehofft, dass man die Eschen „noch über den Sommer bringen“ könne, aber die Verkehrssicherungspflicht sei vorrangig. Gegen den Pilz könne man nichts machen.

Eschen werden als Brennholz verkauft

Peter Pertl (CSU) stimmte dieser Aussage zu. Die Krankheit sei unvorhersehbar, und was die Verkehrssicherungspflicht angehe, da sei „Gefahr im Verzug.“ Auf Nachfragen Michaela Leidels erklärte Kindscher, dass das Eschenholz im Bauhof zwischengelagert werde und später als Brennholz verkauft werde. Pia Ostler (Grüne) wünschte sich Neuanpflanzungen „mit Bäumen, die weniger anfällig sind.

Biebl-Daiber erklärte, dass eine Pflanzaktion zeitnah angedacht sei. Bei der Sitzung wurden die Ratsmitglieder lediglich informiert, ein Beschluss musste nicht gefasst werden.

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