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Schlittenhunderennen in Inzell

Von Kraft und Ästhetik fasziniert

Etliche Musher gingen mit großem sportlichen Ehrgeiz an die Sache heran, wie dieser Starter, der mit vollem Körpereinsatz für mehr Aerodynamik sorgt.  Foto Mergenthal
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Etliche Musher gingen mit großem sportlichen Ehrgeiz an die Sache heran, wie dieser Starter, der mit vollem Körpereinsatz für mehr Aerodynamik sorgt. Foto Mergenthal

Inzell - Mit aller Kraft müssen die laufgierigen sibirischen Huskys mit ihren himmelblauen Augen und skandinavischen Hounds mit ihren Hängeohren am Start zurückgehalten werden. Ungeduldig bellen sie, springen mit den Vorderläufen in die Luft und zerren an ihren Leinen. "Drei, zwei, eins, go!": Amüsiert beobachten Jung und Alt, wie die Schlittenhundegespanne beim Startsignal davonpreschen, sobald sie der helfende "Doghandler" loslässt. Szenen wie diese und die Faszination dieses Natursports vor traumhafter Winterkulisse lockten am Wochenende insgesamt über 2500 zahlende Zuschauer nach Inzell. 120 Gespanne aus sieben Nationen trugen die bayerische Meisterschaft im Sprint und der Mitteldistanz aus.

Mit den Kindern und den Zaungästen entlang der Strecke dürften es über 4000 Gäste gewesen sein. Viele gingen ein Stück des Trails mit, vor allem entlang der stark frequentierten Sprint-Runde über die Außerland-Loipe, die alle Gespanne passieren mussten. Fotografen legten sich bäuchlings auf die Piste und sprangen im letzten Moment zur Seite. Die kleine Adele (3) aus Trostberg hielt dagegen lieber Sicherheitsabstand von den wild wirkenden Hunden. "Es hat eine Weile gedauert, bis wir sie überzeugt haben, dass ihr die Hunde nichts tun", erklärte ihre Mutter Annette Maaßen, mit ihrem Mann Ralf und dem warm eingepackten Baby Theo erstmals in Inzell. "Superschön, dieses weite Tal", schwärmte sie.

Auch die Pensionäre Jutta und Willi Witte aus Berlin, die schon 26-mal hier Urlaub machten, jedoch die letzten zehn Jahre nicht mehr, begeisterte ihr erster Besuch bei einem Schlittenhunderennen. "Ich find's bewundernswert", staunte Renate Michaelis aus Inzell über die Körperbeherrschung und die Kondition der Musher, die auf ihren Kufen das Gleichgewicht halten, die Gespanne dirigieren und bei Anstiegen nebenher laufen müssen. Michaelis Traum wäre, diesen Sport in ihrem kurz bevorstehenden Ruhestand einmal auszuprobieren oder eine Schlittenhundereise zu unternehmen.

"Das ist viel Hacmac und viel Trubel, aber schön", befand die Mühldorferin Petra Wiethe. Mit ihrem Mann Max ist die frisch gebackene Wintercamperin jedes Wochenende hier. Ihr gefällt auch das internationale Flair des Rennens. Der Lenggrieser Flori Filgertshofer, von der Power und Ästhetik der Hunde fasziniert, hat sich einen optimalen Beobachtungsplatz oberhalb des Hundelagers gesucht, wo der Trail in nur wenigen Metern Entfernung vorbei führt. "Die Viecher sind schlauer als die Menschen", stellte er fest.

Dass Musher hart im Nehmen sind, bestätigte Wolfgang Fehringer: Der Chef-Organisator fuhr mit Schiene die Mitteldistanz bis zum Frillensee, nachdem er sich vor vier Wochen am Fuß ein Band gerissen hatte. Das habe ihn jedoch beeinträchtigt, beteuerte er. Doch seine fünf Huskys hatten diesmal nicht allzu viel Lust, obwohl sie beim Training ganz gut gewesen waren: Diese tierische Unberechenbarkeit macht diesen Sport auch irgendwie so sympathisch.

Das Rennen verlief ohne große Zwischenfälle, auch dank der Präsenz von Bergwacht, BRK, Feuerwehr, Streckenposten und vielen anderen Helfern. Probleme machte allein eine neue Zeitnahme-Software.

(Siehe auch Bericht im Sportteil auf Seite 25) vm

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