Kosten der Mittagsbetreuung in der Grundschule Reit im Winkl werden übernommen

Die Mittagsbetreuung an der Grundschule in Reit im Winkl soll weiterhin bestehen bleiben. Deshalb beschloss der Gemeinderat einstimmig die Übernahme des Defizits durch die Gemeinde.

Reit im Winkl – Seit vielen Jahren existiert in der Grundschule Reit im Winkl eine Mittagsbetreuung. Die Anmeldungen dazu sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen – von 28 Kindern im Schuljahr 2017/18 auf aktuell 14 Schüler im neuen Schuljahr. Dieser Rückgang und eine deutlich reduzierte Förderung der Betreuung waren Anlass für den Gemeinderat, sich in seiner Sitzung mit dem weiteren Vorgehen zu befassen.

Im vergangenen Schuljahr hatte die Gemeinde einen Förderantrag für zwei Gruppen gestellt. Nachträglich wurde wegen rückläufiger Zahlen die staatliche Förderung nur mehr für eine Gruppe gewährt. Im Anmeldebogen für das Schuljahr 2020/21 wies die Gemeinde die Eltern deshalb vorsorglich darauf hin, dass das Angebot der Mittagsbetreuung nur möglich ist, wenn ausreichend Kinder teilnehmen.

Bis vor Kurzem gab es zudem die Vorgabe, dass die Kinder nicht wie im Regelbetrieb zusammen, sondern Corona bedingt in getrennten Gruppen betreut werden. Dies hätte einen zusätzlichen Personalaufwand nach sich gezogen. Die Vorschrift wurde Ende September aufgehoben, da die Corona-Zahlen im Landkreis Traunstein sehr niedrig lagen.

Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) klärte darüber auf, dass eine Gruppe ab zwölf Kindern förderfähig ist. In Reit im Winkl komme die Mittagsbetreuung ab zwölf Kindern bis 14 Uhr mit einer Staatsförderung von jährlich 3343 Euro in Frage. Die Förderung für die verlängerte Mittagsbetreuung bis 15.30 Uhr mit 7000 Euro komme ebenfalls erst ab zwölf Kindern in Betracht. Wenn die Zeiten 14 Uhr, beziehungsweise 15.30 Uhr unterschritten werden, entfalle die Förderung. Es müssten deshalb täglich Anwesenheitslisten geführt werden.

Den vorliegenden Anmeldungen zufolge ergibt sich im laufenden Schuljahr lediglich eine förderfähige Mittagsbetreuungsgruppe bis 14 Uhr. Die Förderung geht damit von bisher 14 000 Euro auf 3343 Euro zurück. Der Personalaufwand bleibt ähnlich hoch wie im vergangenen Schuljahr, wenn die Mittagsbetreuung auch ohne Förderung als verlängerte Betreuung bis 15.30 Uhr angeboten wird. Wenn das Mittagsbetreuungsangebot entsprechend der vorliegenden Anmeldungen auch ohne die bisherige Höhe der Förderung umgesetzt wird, entsteht für die Gemeinde ein jährlicher Fehlbetrag von rund 27 000 Euro.

Die sich zu Wort meldenden Gemeinderatsmitglieder sahen es einhellig als familienfreundlich an, die Mittagsbetreuung in dem bisherigen Ausmaß beizubehalten. Das Gremium beschloss einstimmig, das Defizit auch bei verminderter Förderung für das Schuljahr 2020/21 zu übernehmen. sh

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