Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


LUDWIG-THOMA-GYMNASIUM

Konzepte machen international Schule

Thomas Gerl präsentierte in Debrecen das „BISA“-Konzept.
+
Thomas Gerl präsentierte in Debrecen das „BISA“-Konzept.

Debrecen/Prien – Mit ihren frischen Unterrichtsideen haben engagierte, kreative Pädagogen des Ludwig-Thoma-Gymnasiums (LTG) in jüngerer Vergangenheit schon einige Male bundesweit für Aufsehen gesorgt und begehrte Preise eingeheimst.

Auf dem „Science on Stage Festival“ 2017 kamen dieser Tage die engagiertesten MINT-Lehrkräfte Europas am Kölcsey Convention Centre im ungarischen Debrecen zusammen.

MINT ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. 450 Teilnehmer aus 30 Ländern präsentierten in Ungarn außergewöhnliche Ideen und Konzepte für einen fesselnden naturwissenschaftlich-technischen Unterricht.

Das LTG war mit zwei Projekten vertreten, die Johannes Almer, Ernst Hollweck und Thomas Gerl entwickelt hatten und die beim deutschen „Science on Stage Festival“ in Berlin bereits gewürdigt worden waren. Für das Lernspiel „Who murdered Sir Ernest‘ bekam das LTG die Sonderehrung „Highly Commended“. In Ungarn wurde zudem „BISA“ (Biodiversität im Schulalltag) präsentiert. Das Konzept zur unterhaltsamen und nachhaltigen Vermittlung von Vogelkunde und Artenschutz hatte die Chiemgau-Zeitung unter anderem mit einer Sonderseite in der Silvesterausgabe 2016 vorgestellt.

Wie schon in Berlin überzeugten die Priener Lehrer auch in Ungarn Jury sowie Kollegen aus vielen Ländern nachhaltig und erhielten eine Sonderehrung: Für die Idee, mit Schülerinnen und Schülern im Klassenzimmer mithilfe von Frequenzanalyse und Flammfärbung auf fiktive Mörderjagd zu gehen, wurden Almer und Hollweck ausgezeichnet.

Beide LTG-Projekte machen nun nach dem Festival in Ungarn in den Klassenzimmern europaweit Schule: Für das „BISA-Projekt“ von Almer und Gerl zum Thema Vogelkunde und Artenschutz gibt es bereits zahlreiche Kooperationsanfragen aus anderen Ländern.

Das „Science on Stage Festival“ ist Europas größte Ideenbörse für MINT-Lehrkräfte. Es findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt. Im Mittelpunkt steht der Austausch gelungener Unterrichtsideen.

Mit ihrer Reise nach Ungarn haben Almer, Gerl und Hollweck die MINT-Erfolgsgeschichte des LTG fortgeschrieben: 2014 wurden sie für ihr Projekt „Mission2Mars“ mit dem Deutschen Lehrerpreis geehrt. 2015 hatten sie Deutschland mit ihrem Projekt „Energie aus Hefe“ beim Europäischen „Science on Stage Festival“ in London vertreten.

Die beiden erfolgreichen LTG-Konzepte:

„Who murdered Sir Ernest?“: Bei einem Ball wird der Hausherr, Sir Ernest, hinterrücks von einem seiner Gäste ermordet – ein kniffliger Kriminalfall, den die Schüler lösen sollen. Einziger Hinweis ist die Tonspur einer Videoaufnahme, bei der Sir Ernest mit seinen Gästen anstößt und der Klang der Gläser den Täter verrät. Beim fächerübergreifenden „Ermitteln“ setzen sie sich mit der Frequenzanalyse der Gläser und der Videoszenen auseinander. Neben der Spektroskopie lernen die Schüler das Spektrum der Flammfärbung als Fingerabdruck der Atome kennen und untersuchen die Zusammensetzung einer Salzmischung. Anschließend werden alltägliche Lichtquellen charakterisiert und untersucht.

„BISA“ (Biodiversität im Schulalltag): Artenschutz fängt vor der Haustür an, denn nur was man kennt, kann man auch schützen. Mit „BISA“ wird klassische Naturbeobachtung mit spielerischen Unterrichtsmethoden und elektronischen Hilfsmitteln verknüpft: So können in einem Online-Test Schüler ihre Kenntnis zu einheimischen Vogelarten prüfen, in einem Paare-Finden-Spiel das Zuordnen von Vogelpaaren üben sowie über speziell entwickelte Apps Vögel anhand ihres Gesangs bestimmen.

Mit einem selbst konstruierten Nistkasten mit Webcam und Sensoren können echte Einblicke in das Brutverhalten von Singvögeln gewonnen und kleine Forschungsarbeiten zur Brutbiologie umgesetzt werden. re/db