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AUV tritt auf die Bremse

Konflikte und massive Toiletten-Probleme: Keine Werbung für den Chiemseerundweg

Mit solchen Schildern werben die Chiemsee-Gemeinden am Uferweg für ein friedliches, konfliktfreies Miteinander von Radlern und Spaziergängern.
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Mit solchen Schildern werben die Chiemsee-Gemeinden am Uferweg für ein friedliches, konfliktfreies Miteinander von Radlern und Spaziergängern.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee verzichtet auf Werbung für eines seiner touristischen Zugpferde. Der Rundweg ums Bayerische Meer ist nämlich in Corona-Zeiten immer voller geworden. Konflikte und Beschwerden bleiben nicht aus.

Rimsting/Chiemsee „Den größten Stress haben am Mittwoch Vormittag die Rentner mit dem E-Bike.“ Quirin Schwaiger, Geschäftsführer des Abwasser- und Umweltverbands (AUV) Chiemsee, konnte sich eine Prise Sarkasmus nicht verkneifen, als er über das Konfliktpotenzial auf dem Chiemsee-Uferweg berichtete. Immer öfter geraten dort Menschen aneinander, die eigentlich alle das Gleiche wollen: sich zu Fuß oder im Fahrradsattel in der Natur erholen und durchschnaufen.

In der AUV-Versammlung im Rimstinger Gemeindesaal berichtete Schwaiger den Kommunalpolitikern aus den zehn Anliegergemeinden des Bayerischen Meeres über die Erfahrungen dieser Saison und die Resonanz auf eine Kampagne, die für gegenseitige Rücksichtnahme wirbt.

AUV-Räte erneuern Werbe-Verzicht

Wenn im Sommer am Wochenende die Sonne scheint, meiden die meisten Einheimischen den Uferweg, weil das Gedränge so groß ist, dass ein Spaziergang oder eine Radtour dort schnell zu einer Tortur werden kann. Seit Corona das Urlaubsverhalten mitprägt und immer mehr Deutsche Ferien im eigenen Land machen statt ins Ausland zu reisen, ist es am Bayerischen Meer noch voller geworden.

Der AUV als Dachorganisation aller zehn Anliegergemeinden hatte schon Jahre zuvor angesichts der Entwicklung seit Beginn des Fahrradbooms einstimmig beschlossen, den Uferweg nicht mehr aktiv als Touristenattraktion zu bewerben. Es kamen auch so schon mehr als genug Erholungssuchende.

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Die Werbe-Defensive haben die Verbandsräte in ihrer Sitzung nun erneuert. Die Information werde auch an die beiden Tourismusverbände Chiemsee Alpenland (CAT, Landkreis Rosenheim) und Chiemgau (Landkreis Traunstein) weitergegeben, kündigte Schwaiger an.

Nach den Erfahrungen mit dem extremen Urlauberansturm im ersten Corona-Sommer 2020 hatte der AUV unter Federführung seiner Umweltbeauftragten Susanne Mühlbacher-Kreuzer heuer eine Initiative gestartet, die Radler und Spaziergänger gleichermaßen für gegenseitige Rücksichtnahme sensibilisieren sollte. An viele Stellen rund ums Bayerische Meer hängen an den Wegen nun blaue Schilder mit Piktogrammen von Fahrrädern und Fußgängern. „Gemeinsam mit Rücksicht“ lautet die Botschaft.

Vielleicht haben sie dazu beigetragen, manchen Konflikt im Keim zu ersticken. Auf alle Fälle habe es heuer in den Tourist-Infos weniger Beschwerden gegeben als im Sommer davor, berichtete Schwaiger stellvertretend für seine erkrankte Kollegin Mühlbacher-Kreuzer. Die Kampagne solle deshalb weitergeführt werden, kündigte der AUV-Geschäftsführer an. Sollten punktuell nach Einschätzung der jeweiligen Gemeinde zusätzlich Kontrollen als lenkende Maßnahmen erforderlich sein, empfahl Schwaiger den Kommunen, die jeweils zuständige Polizeidienststelle zu kontaktieren.

„Wir haben massives Toiletten-Problem“

Verbandsrat Hans Thullner aus Übersee sprach ein anderes Problem an, das sich in Corona-Zeiten verstärkt habe. „Wir haben ein massives Toiletten-Problem.“ Immer öfter haben heuer Menschen ihre Geschäfte hinter Büschen und an Trampelpfaden erledigt, Ansammlungen von Papier-Taschentüchern verunreinigten die Landschaft. „Wir müssen uns Gedanken machen“, mahnte Thullner. Mary Fischer aus Rimsting regte an, Wegweiser-Tafeln mit Aufklebern zu versehen, die den Weg zur nächsten öffentlichen Toilette weisen.

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Bürgermeister Bernhard Hainz aus Gstadt berichtete, dass seine Gemeinde zusammen mit dem Nachbarn Breitbrunn positive Erfahrungen mit Dixie-Klos an den Badeplätzen gemacht habe. „Wir werden auch im Winter Abhilfe schaffen“, kündigte Hainz an und erinnerte daran, dass sich das Problem wieder verstärken werde, wenn die Lokale samt ihrer Toiletten im Lockdown geschlossen haben.

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