Kommunalwahl 2020

Landratswahl Traunstein: Siegfried Walch (CSU) zum Spannungsfeld "Naturschutz und Wirtschaft"

Siegfried Walch (CSU/BP/Junge Liste)

Die Menschen im Landkreis Traunstein wählen bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 auch einen neuen Landrat. Sechs Kandidaten bewerben sich um das Amt. Sie nehmen Stellung zu den Themen ÖPNV, Klimawandel, bezahlbarer Wohnraum und Heimat sowie dem Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Wirtschaft.

Der Kandidat der CSU zum Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Wirtschaft

Wir leben in einer Heimat mit einem einzigartigen Lebensgefühl. Wir kennen unsere Wurzeln und sind stolz auf unsere Traditionen. Im Tourismus spiegelt sich daher eine einzigartige Mischung aus Veränderungsbereitschaft, Heimatliebe und Weltoffenheit. Nur so können wir den richtigen Weg in die Zukunft finden. Zusammenhalten, anpacken, füreinander da sein: Das macht unsere Heimat aus.

Und der Tourismus ist eine wichtige Branche unserer Region: Er bietet circa 10 000 Arbeitsplätze im Landkreis mit einem Umsatz von rund einer halben Milliarde Euro.

Wir wollen daher einen gemeinsamen Weg für Landwirtschaft, Naturliebhaber und Tourismus. Für Pflanzen-, Tierwelt und den Menschen. Wir wollen einen sanften Tourismus!

+++ Hier finden Sie eine Übersicht über alle Landratskandidaten und Kreistagslisten bei der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Traunstein.

Am Wahlabend, 15. März 2020, finden Sie hier das Ergebnis der Landrats- und Kreistagswahl im Landkreis Traunstein. +++

Wir legen als Landkreis das Augenmerk auf eine Kooperation zwischen dem Chiemgau Tourismus und der Wirtschaftsförderungs GmbH – mit dem Ziel einer gemeinsamen Standortstrategie. So wird nicht nur für einen Bereich gedacht, sondern die Region als Ganzes gestärkt. Dazu müssen wir Nachwuchskräfte fördern, digitale Veränderungen mitgestalten, nachhaltige Angebote schaffen, Gemeinsamkeiten nutzen und Investitionen sinnvoll einsetzen.

Die Autobahn A 8 besteht in der heutigen Form seit nun fast 100 Jahren. Als Hauptverkehrsader ist sie unverzichtbar für die Wirtschaft und Menschen der Region. Allein zwischen den Ausfahrten Grabenstätt und Traunstein/Siegsdorf besteht an normalen Tagen eine Verkehrsbelastung von bis zu 50 000 Kfz. In Zeiten, in denen auch mit E-Mobilität und alternativen Verkehrsformen die Zahl an Pkw und Lkw weiter zunimmt, braucht es zukunftsfähige Planungen. Aus meiner Sicht ist daher nur ein sechsspuriger Ausbau sinnvoll. Der muss ja auch wieder 100 Jahre halten.

Siegfried Walch zu bezahlbarem Wohnraum im Landkreis Traunstein

Bezahlbarer Wohnraum ist eine der großen Zukunftsfragen unserer Zeit – und wir handeln bereits. Der Landkreis investiert derzeit 33 Millionen Euro für über 200 neue Wohnungen. Weitere Projekte sind bereits in Planung. Aktuell schafft der Landkreis selbst direkt Wohnraum. Mit unserer eigenen Wohnungsbau-GmbH und dem Zweckverband „Heimat.Chiemgau“ haben wir einen bayernweit einzigartigen Verbund entwickelt, mit dem wir in der Lage sind, flächendeckend das Angebot von bezahlbarem Wohnraum in der Region zu erweitern. So leisten wir unseren Beitrag zu dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

Besonders liegt dabei das Augenmerk auf bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, Schüler und Studenten – gerade auch als Teil unseres Gesamtkonzeptes für den „Campus Chiemgau“.

Für die Beschäftigten unserer Kliniken errichten wir ein Personalwohnheim. So entlasten wir den Wohnungsmarkt in unserer Region insgesamt. Nach dem Neubau unseres Kreisaltenheims in Palling werden wir das jetzige Gebäude nutzen, um günstige und qualitativ hochwertige Wohnungen zu schaffen.

Unser Appell geht dabei auch an alle Beteiligten, ebenfalls zusätzlichen Wohnraum zu schaffen oder vorhandene Immobilien zu ertüchtigen und wieder dem Mietmarkt zuzuführen.

Zugleich wollen wir es den Menschen erleichtern, nicht nur Mieter zu sein, sondern über ein Mietkaufmodell leichter Eigentum zu erwerben. Wir werden an ausgewählten Objekten also anbieten, dass Interessierte über die Dauer ihres Wohnverhältnisses etwas mehr bezahlen als nur die Miete und dafür bereits Anteile am Wohneigentum erwerben. Damit sollen es gerade junge Menschen in unserer Region leichter haben, sich selbst Eigentum zu schaffen. Denn klar ist: Eigentum schützt vor Armut.

Das sagt Siegfried Walch zum Thema Klimawandel

Für uns als Landkreis hat die Bewahrung unserer Natur höchste Priorität. Wir setzen nicht auf abstrakte Beschlüsse und ideologische Resolutionen, sondern auf konkretes Handeln – auf Innovationen und Investitionen!

Wir konzentrieren unser Handeln auf die Bereiche, die wir direkt beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise die Gebäude und Liegenschaften des Landkreises. Mit Modernisierungen nach neuesten Standards haben wir den CO2-Ausstoß bei unseren Gebäuden in den letzten Jahren um 80 Prozent von 6041 auf 1251 Tonnen reduziert. Gleichzeitig wurden so die Unterhaltskosten gesenkt, wirtschaftliche Impulse gesetzt und vor allem auf nachhaltige Energiequellen umgestellt. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter: Bis 2025 wollen wir alle Landkreis-Gebäude CO2-neutral bewirtschaften. Seit 2018 schaffen wir es zudem, 100 Prozent des Strombedarfs aller Privathaushalte, Gewerbe und öffentlicher Einrichtungen aus regenerativen und regionalen Energiequellen zu erzeugen.

Mit der Initiative „Blühender Landkreis Traunstein“ und der Einführung der „Durchwachsenen Silphie“ als insektenfreundliche Alternative zum Mais, haben wir im Bereich Ökologie neue Wege beschritten – alles mit der Landwirtschaft, nicht gegen sie. Unsere Bauern engagieren sich hier vorbildlich. Sie haben daher auch bei dieser Diskussion mehr Vertrauen und weniger Misstrauen verdient.

Zudem haben wir beispielsweise die Haushaltsmittel für Moorrenaturierungen verdoppelt. Gerade die Moore in unserer Region sind ein natürlicher und daher wichtiger Bestandteil zur Bindung von schädlichen Klimagasen. Wir sind überzeugt: Echte Nachhaltigkeit erreichen wir nur mit einem Dreiklang aus Ökologie, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verträglichkeit.

Siegfried Walch zum Thema ÖPNV

Wir wollen einen modernen, nachhaltigen, ökologischen und wirtschaftlich vernünftigen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entwickeln – und zwar landkreisübergreifend! Deshalb haben wir die Weichen gestellt, um den ÖPNV strukturell neu aufzustellen.

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, einen eigenen Nahverkehrsplaner einzustellen. Seine Kernaufgabe ist es, ein Mobilitätskonzept zu erstellen, um eine fundierte Basis für die Entwicklung des ÖPNV in der Region zu erhalten, passgenaue und konkrete Lösungen zu erarbeiten und diese permanent weiterzuentwickeln.

Wir wollen eine sinnvolle und abgestimmte Taktung, die auch Akzeptanz findet. Das heißt: keine Leerfahrten, sondern mehr attraktive Verbindungen. Das heißt auch: Bahnhöfe, die mit Fahrradgaragen und Lademöglichkeiten zu wahren „Mobilitätszentren“ werden.

Darüber hinaus planen wir einen Verkehrsverbund mit dem Landkreis Berchtesgadener Land und in enger Abstimmung zu den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Rosenheim – sowie auf österreichischer Seite.

Zudem ermöglichen wir als Landkreis unseren Schülern, Azubis und Studenten einen kostengünstigeren Zugang zum ÖPNV. Denn junge Menschen sind die größte Nutzergruppe und oft auf „Bus und Bahn“ angewiesen. Ihnen wollen wir die Möglichkeit bieten, eigenständig und ohne große Kosten im Landkreis unterwegs zu sein.

Deshalb haben wir zusammen mit den regionalen Verkehrsunternehmen das „Chiemgauer Schüler- und Studententicket“ entwickelt. Mit dem Ticket können Schüler, Azubis und Studenten künftig in ihrer Freizeit für zwei Euro pro Monat den Bus- und Bahnverkehr in der Region nutzen.

Das liegt Siegfried Walch besonders am Herzen

Wir leben in einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands und das wollen wir bleiben – für die Chancen unserer jungen Generation. Mit Rekordinvestitionen in Bildung und mit dem „Campus Chiemgau“ wollen wir die Leuchtturmregion für berufliche Bildung werden. Durch die Kombination aus Handwerksakademie, TH Rosenheim und der IHK-Akademie als Kernstücke erreichen wir eine neue Qualität für Aus- und Weiterbildung bis hin zur akademischen Qualifizierung. Und wir starten bereits jetzt!

Zudem geben wir so viel Geld für unsere Schulen aus wie noch nie. Allein in die Generalsanierungen des Hertzhaimer-Gymnasiums, der Reiffenstuel-Realschule und der Berufsschule I investiert der Landkreis rund 85 Millionen Euro.

Gleichzeitig tilgen wir Schulden. Seit 2014 haben wir die Schulden des Landkreises von 71 auf gut 38 Millionen Euro reduziert und damit fast halbiert. Unser Ziel ist: Bis zum Jahr 2030 soll unser Landkreis schuldenfrei sein. Wir wollen nicht die Rechnungen der Vergangenheit bezahlen, sondern in Zukunftsaufgaben investieren!

Darunter auch wegweisende Projekte – gerade im sozialen Bereich. Durch die Kooperation zwischen dem Klinikum Trostberg und unserem Kreisaltenheim schließen wir mit der stationären Kurzzeitpflege eine soziale Versorgungslücke. Mit dem Pflegestützpunkt haben wir zudem eine Beratungsstelle eingerichtet, die in allen Fragen unkompliziert hilft.

Hilfe erfahren wir auch durch das unzählige ehrenamtliche Engagement. Dafür gilt allen mein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“. Gerade während der Schneekatastrophe 2019 – mit über 10 000 Einsatzkräften – haben wir es erlebt: Wir halten zusammen, bei uns ist keiner allein. Das will ich auch für die Zukunft erhalten.

Persönliches über den Landratskandidaten der CSU in Traunstein

Traunstein - Siegfried Walch (CSU) ist amtierender Landrat im Landkreis Traunstein. Er will das auch bleiben und tritt bei der Kommunalwahl wieder an.

Alter: 35 Jahre.

Wohnort: Inzell.

Familienstand: ledig, keine Kinder.

Beruf: Landrat des Landkreises Traunstein.

Hobbys: Bergsteigen, Geschichte, Kultur und Ziach spieln.

Lebensmotto: Leben und leben lassen.

Greta Thunberg sollte die Leistungen der Vorgängergenerationen mehr schätzen lernen.

Der Klimawandel ist eine Herausforderung für uns alle, die mit Sachlichkeit und Weitblick angepackt werden muss. Mit Modernisierungen nach neuesten Standards haben wir den CO²-Ausstoß bei den Gebäuden des Landkreises Traunstein in den letzten Jahren um 80 Prozent reduziert. Bis 2025 wollen wir alle Landkreis-Gebäude CO²-neutral bewirtschaften.

Mit Händen und Füßen würde ich mich als Landrat gegen die Privatisierung unserer Daseinsvorsorge wehren: Trinkwasser, Kliniken, Kreisaltenheime.

Mein Lieblingsplatz ist auf dem Gipfel des Falkensteins in Inzell. Da drobn is’ einfach bärig – und ich bekomme den Kopf frei.

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