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Kneippen steht jetzt in Welterbe-Liste

Kneippenerfreut sich in Prien großer Beliebtheit. Unser Bild entstand in diesem Herbst am Feßler-Weiher, wo eines der drei frei zugänglichen Kneippbecken Priens steht.  Archiv Berger
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Kneippenerfreut sich in Prien großer Beliebtheit. Unser Bild entstand in diesem Herbst am Feßler-Weiher, wo eines der drei frei zugänglichen Kneippbecken Priens steht. Archiv Berger

Prien ist der einzige Kneippkurort in Oberbayern. Seit 1960 darf sich die Marktgemeinde mit diesem Prädikat schmücken.

Jetzt könnte das dem Ort zu einem touristischen Schub verhelfen, denn die Unesco hat Kneippen in das Verzeichnis des „Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen.

Prien/München – Der Verein der Freunde von Herrenchiemsee arbeitet mit Unterstützung regionaler Politiker seit vielen Jahren unermüdlich daran, das Schloss Herrenchiemsee (im Verbund mit Neuschwanstein und Linderhof) in die Unesco-Welterbeliste zu heben. Bauwerke und Stätten mit solcherlei Auszeichnungen ziehen weltweit Touristen an.

Was für König Ludwigs Nachbau von Versailles auf der Herreninsel noch Zukunftsmusik ist, hat das Kneippen jetzt – immateriell – erreicht. Die Gesundheitslehre des bayerischen Pfarrers Sebastian Kneipp, die auf fünf Säulen beruht und weit mehr ist als das Wassertreten, das die allermeisten mit dem Begriff Kneippen in Verbindung bringen, entstand schon im 19. Jahrhundert, ist aber heutzutage mehr denn je topaktuell. Denn Gesundheit gilt als einer der Wachstumsmärkte in der Tourismusbranche.

Anfang des Jahres hatten die Stadt Bad Wörishofen, der Kneipp-Bund und der Verband der Kneippheilbäder und Kneippkurorte einen gemeinsamen Antrag eingereicht. Jetzt wurde dieser Vorstoß belohnt.

„Ich begrüße die positive Entscheidung der Kultusministerkonferenz. Das Kneippen findet mit der auch von den Experten der Deutschen Unesco-Kommission empfohlenen Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis die verdiente Anerkennung. Der ganzheitliche Ansatz der Kneipptherapie ist heute so aktuell und wichtig wie eh und je. Die Aufwertung des Kneippens als immaterielles Kulturerbe wird dem Tourismus in diesem Bereich Rückenwind verleihen“, freute sich der Aufsichtsratsvorsitzende der Bayern Tourismus Marketing GmbH und Tourismusstaatssekretär Franz Josef Pschierer.

Zum „Immateriellen Kulturerbe“ zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. „Trotz zahlreicher Umbrüche im Gesundheitswesen erfreut sich die Kneipp-Kur als ganzheitliches Naturheilverfahren immer noch großer Beliebtheit“, freut sich Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäderverbandes.

Die traditionelle Kneipp-Kur beruht auf dem Zusammenspiel von fünf Säulen: Basis ist die „Ordnungstherapie“, die Lehre vom geregelten Leben, dem inneren und äußeren Gleichgewicht. Durch Yoga, Atemtherapie und auch Ausdauertraining kommt der Mensch wieder zur Ruhe und lernt Lösungen zu entwickeln, seinen Alltag besser zu bewältigen. Darauf aufbauend gibt es die Ernährungs-, Bewegungs-, Wasser- und Phytotherapie.

Die Aufwertung des Kneippens freut auch die neue Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH (PriMa), Andrea Hübner. „Die Auszeichnung ist für Prien selbstverständlich eine Bereicherung und stärkt das Alleinstellungsmerkmal als einziger Kneippkurort Oberbayerns“, sagte Hübner.

Drei Kneippbecken frei zugänglich

In Prien gibt es drei frei zugängliche Kneippbecken: im Eichental, im kleinen Kurpark hinter dem Haus des Gastes und am Feßler-Weiher nahe der Klinik Roseneck. Verbunden sind sie durch den Priener Kneippweg, der 2010 zum 50. Jahrestag der Kneippkurort-Ernennung aus der Taufe gehoben wurde und von der Anlage im Eichental durch den Ortskern und über den Herrnberg bis zum Prienavera führt, wo es ebenfalls ein solches Kaltwasserbecken gibt. Die Kneippbecken im Eichental und am Feßler-Weiher waren erst vor kurzer Zeit renoviert worden.

Als einziger Kneippkurort Oberbayerns bietet Prien für gesundheitsbewusste Gäste seit einigen Jahren auch maßgeschneiderte Aufenthaltspakete an. Zur Priener Kneippwoche, die im September 2016 unter Federführung des rührigen Kneippvereins zum vierten Mal stattfinden wird, bietet die PriMa ein Paket, in dem neben sieben Übernachtungen unter anderem auch Museumsbesuche, der Eintritt ins Prienavera und ein Drei-Gänge-Menü enthalten sind.

Der Kneippverein bietet übers ganze Jahr regelmäßig unter anderem Wanderungen, Wasser- und Wirbelsäulengymnastik sowie neuerdings auch Bauchtanz an.

„Für Januar 2016 ist ein Treffen zwischen PriMa und Kneipp-Verein geplant, bei dem auch die weitere Zusammenarbeit zum Thema Kneipp, Produktentwicklung und deren Vermarktung besprochen wird“, kündigte Hübner an.

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