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Marcus Spangenberg las aus seinem Buch vom "anderen König" Ludwig II.

Vom Knaben mit träumerischen Augen

Prien - Der Augsburger Kunsthistoriker Marcus Spangenberg ist wohl einer der größten König-Ludwig- II-Kenner überhaupt. Seine Lesung vor 50 Zuhörern im Foyer des kleinen Kursaals, veranstaltet von der Bücherei Prien, handelte vom "anderen König".

Spangenberg spannte einen großen Bogen über das Leben des Märchenkönigs, dessen Mythos auch heute noch unverändert und dessen Tod immer noch rätselhaft ist.

Bereits in seiner Schilderung vom Knaben Ludwig mit den träumerischen Augen deutete Spangenberg die homosexuelle Neigung Ludwigs an, der sich gerne als Mädchen verkleidet habe. Später habe er eine Schwäche für einen seiner Lakaien gehabt. Die Beziehung zu seinem Cousin Paul von Thurn und Taxis war besonders innig, wie aus dem Tagebuch Ludwigs und Briefen seines Cousins hervorgeht.

Spangenberg betonte, dass es aber keinerlei Aufzeichnungen über sexuelle Handlungen oder Missbrauch gebe. Lediglich von heißen Küssen und Umarmungen sei die Rede gewesen.

Marcus Spangenberg brachte 50 Zuhörern mit Passagen aus seinem Buch den "anderen König" näher.

Spangenberg zitierte auch einen Leibkoch König Ludwigs: "Ich weiß nicht mehr, was ich kochen soll, denn der König kann wegen seiner ausfallenden Zähne nur noch Haschiertes oder Püree essen." Und die Cousine Ludwigs, die österreichische Kaiserin Sisi: "Man kann Ludwigs Mundgeruch nur ertragen, wenn er sich ein parfümiertes Tuch vor den Mund hält.

Hatte dies alles den Mythos über den Märchenkönig ziemlich entzaubert, so stellte Spangenberg aus den Aufzeichnungen des Franzosen Hugues Krafft Ludwigs Ehre wieder her. Krafft hatte 1886 die drei Königsschlösser besucht und lässt in seinem Buch eine Wirtin sprechen: "Der König hat doch so viel Schönes geschaffen." Spangenberg zeigte auch Fotos, die Krafft 1886 gemacht hatte, darunter Schloss Neuschwanstein im Bau.

Franz Huber von der "Hirschberger Zithermusi" gab der Lesung eine anheimelnde Note. Er spielte zumeist recht melancholische Weisen. Selbst das "Neuschwansteinlied" war dabei.

Das Buch von Marcus Spangenberg, "Ludwig II - der andere König", ist im Pustet-Verlag erschienen.

gf/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © Berger

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