LESERFORUM

Kling, kling aus dem Weg

Zum Bericht „Bußgelder für die Unvernünftigen“ im Lokalteil:

Nicht nur der Corona-Sommer brachte die Überlastung des Chiemsee-Rundweges ans Tageslicht. Schon seit geraumer Zeit werden die Radfahrer immer mehr. Das hat Zug um Zug dazu geführt, dass einige Stücke davon für den Radverkehr gesperrt wurden. Fußwege wurden daraus, so unter anderem auch besagter Abschnitt an der Stippelwerft. Soweit, so gut. Mit dem Aufkommen von E-Bikes verschärfte sich die Situation. Diese Räder werden deutlich schneller bewegt und sie sind deutlich breiter (Lenker). Zudem werden mehr Anhänger für Kinder gezogen. Dieses Verbot für Radfahrer ist also kein Selbstzweck, sondern eine Schutzmaßnahme für Fußgänger, dem schwächsten aller Verkehrsteilnehmer.

Die Wirklichkeit ist leider eine andere. Nicht nur an einigen schönen Wochenenden werden Fußgänger in vielen Fällen gnadenlos zur Seite gefahren. Egal ob alte Menschen oder Kinder, kling, kling, aus dem Weg. Leider nicht nur von einer Minderheit der Radfahrer.

Und wenn dann ein Leserbriefschreiber meint, er müsste sich seines hartnäckigen Ignorierens von Verboten rühmen, ist das nur ein Beweis von Rücksichtslosigkeit und Ignoranz.

Eine Lösung dieser Problematik ist auf der einen Seite ein konsequentes Ahnden der Verstöße, Aufklärung und ganz zentral: Radwegeplanung und Radwegebau. Hier haben die Kommunen leider die Zeit verschlafen und reagieren jetzt mit Stückwerk. Ein großer Wurf dahinter ist nicht zu erkennen. Radwege müssen zügig und gefahrlos zu befahren sein, Orte auf kurzem Weg verbinden, für Pendler benutzbar sein. Nur wenn sich fahrbare Alternativen anbieten, wird sich der zunehmende Radverkehr rund um den Chiemsee in gute Bahnen mit einem fairen Miteinander lenken lassen.

Florian Friedrich

Rimsting

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