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Fasching, Corona und eine Baustelle

Fasching statt Krieg? Wie sehr der Krieg in der Ukraine Kinder und Senioren beschäftigt

Solche Bilder können auch bei Kindern und Senioren Eindruck hinterlassen: Eine Frau umarmt zwei Kinder an einem von örtlichen Freiwilligen betriebenen Kontrollpunkt, nachdem sie vor dem Konflikt in der Ukraine geflohen sind.
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Solche Bilder können auch bei Kindern und Senioren Eindruck hinterlassen: Eine Frau umarmt zwei Kinder an einem von örtlichen Freiwilligen betriebenen Kontrollpunkt, nachdem sie vor dem Konflikt in der Ukraine geflohen sind.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Dass in Europa Krieg herrscht, ist ein Schock für viele Menschen im Chiemgau. Die OVB-Heimatzeitungen haben sich umgehört, wie Kinder und alte Menschen mit der Situation umgehen. Und sind dabei auf ganz unterschiedliche Reaktionen gestoßen.

Bernau/Prien – Durch Skikurs und Quarantäne seien die Kinder und Erzieher des „Haus für Kinder“ in Bernau gerade abgelenkt, berichtet Leiterin Veronika Schnaiter-Porschitz. „Meine eigenen Kinder kriegen den Krieg aber schon mit und spielen das teilweise nach“, sagt sie. Acht und neun Jahre seien ihre zwei Jüngsten, der Krieg spiele schon eine Rolle, aber mehr noch nicht: „Den Transfer kriegen Kinder in dem Alter noch nicht hin, das ist für sie einfach noch weit weg.“

Persönliche Situation macht viel aus

Anders sei es bei Freunden, die in der Ukraine Verwandtschaft haben. „Da ist es noch mal ein bisschen anders, wobei sie derzeit auch durch Freunde und die Ferien abgelenkt sind“, sagt Schnaiter-Porschitz. Wie Eltern sich vorbereiten und mit der Situation oder Ängsten wegen des Krieges umgehen können, dafür gebe es keine allgemeingültige Aussage. Familien, die Krieg selbst erlebt haben, gebe es auch in Bernau. „Die gehen damit sicherlich anders um“, sagt die Leiterin.

Sie rät zu einem Mittelweg, weder zu verharmlosen, noch zu dramatisieren: „Wir versuchen Antworten zu geben, wenn die Kinder fragen.“ Man kenne das aus der Trauma- oder Trauerbegleitung und wisse daher: „Kinder halten die Antworten auf ihre Fragen auch aus.“

Eine untergeordnete Rolle spielt der Ukrainekrieg auch im Kinderhaus Unterm Regenbogen in Bernau. „Solange die Kinder noch nichts sagen, greifen wir das nicht auf“, berichtet Andrea Neuner, die das Kinderhaus leitet. Die Mitarbeiter haben sich aber schon zusammengesetzt, um zu besprechen, wie sie mit möglichen Sorgen um Ängsten wegen des Krieges umgehen.

Bislang seien die Kinder ganz gut durch den Fasching abgelenkt gewesen, berichtet Neuner. „Die Kinder verstehen das vermutlich noch nicht so ganz, auch welche Folgen das nach sich zieht“, sagt Neuner. Wenn es aber so weit komme, dass sich ein Kind meldet, würden sie sich dem Thema stellen.

Erinnerungen an den Weltkrieg

Dass das Thema aber für viele Menschen schwer zu bewältigen ist, weiß Neuner aus ihrer eigenen Familie: „Meine Oma ist 87 und hat in Rosenheim direkt am Brückenberg gewohnt, der im Zweiten Weltkrieg sehr stark getroffen worden ist. Für die ist die jetzige Situation schon schwer und eine schlimme Erinnerung.“

Dass Kriegserfahrungen bei vielen Senioren im Alter ohnehin hochkommen, etwa in Träumen, berichtet Theresia Meisl, die das Priener Caritas Altenheim St. Josef leitet. In Gesprächen mit einzelnen Bewohnern sei der Krieg schon ein Thema, wie er eben viele Menschen derzeit beschäftigt und erschreckt. Aber er sei nicht das zentrale Thema: „Wir haben in den Wohngruppen auch noch ein bisschen Fasching gefeiert.“

Im Seniorenheim Laurentiushof in Bernau sei das noch nicht so ein großes Thema, berichtet Hausleiter Robert Beck. „Wir haben eine große Baustelle vor der Haustür, die bringt gerade eher Unruhe ein“, sagt Beck. Insofern sei sein Haus vermutlich nicht repräsentativ.

So geht es Kindern in der Ukraine

Die Mädchen und Jungen in der Ukraine brauchen dringend Hilfe, denn die Kinder trifft die bewaffnete Krise besonders hart, berichtet die Hilfsorganisation UNICEF auf ihrer Internetseite. Rund 500 000 Kinder leben allein in den schon seit Jahren umkämpften Gebieten in den Regionen Donezk und Luhansk. Viele haben durch die Angriffe alles verloren, sowohl ihr Zuhause als auch Freunde und Angehörige, die im Konflikt ums Leben gekommen sind.

Seit dem Beginn des Konflikts 2014 sind rund 750 Schulen beschädigt worden. Einschusslöcher im Klassenzimmer, gefährliche Fahrten mit dem Schulbus und Albträume sind bereits schon seit Längerem Realität für junge Menschen in der Region. Auch ein regelmäßiger Schulbesuch war wegen Gefechten oft nicht möglich. Landminen und Blindgänger sind eine große Bedrohung für Kinder in der Ost-Ukraine. Denn die Region ist eins der am stärksten verminten Gebiete der Welt. Quelle: UNICEF

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