Kirchweih feiern trotz Pandemie

Aufs Kirtahutschn müssen die Kinder heuer verzichten.
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Aufs Kirtahutschn müssen die Kinder heuer verzichten.

Oberwössen –. Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: Landesweit wird das Kirchweihfest gefeiert.

Traditionell findet es in Bayern am dritten Sonntag im Oktober statt. Weil dann die Ernte eingebracht und die Feldarbeit erledigt ist.

Aber Kirchweih-Freuden in Corona-Zeiten? Darüber hat sich Anja Voit, die Gaubrauchtumswartin aus Oberwössen, für den Chiemgau-Alpenverband für Tracht und Sitte Gedanken gemacht. Gerade in Zeiten, an denen Veranstaltungen und persönliche Kontakte weniger werden, wirkt sich das auf das Kirchweihfest aus.

Dazu Voit: „Zusammenkünfte mit Musik und Tanz wie Almkirta oder Kirchweihmärkte können nicht stattfinden. Auch ein Kirchgang ist oft aus Platzmangel oder aus gesundheitlicher Sicht nicht möglich, da müssen wir uns um den Erhalt des Brauchtums sorgen.“

Aber was tun? Dazu hat die Brauchtumswartin ein paar Vorschläge, Gedanken und Ideen. „Warum nicht Kirchweih im kleinen Kreis der Familie feiern? Das geht zum Beispiel mit einem besonderen Frühstück oder mit Krapfen und Kirchweihgans im eigenen Haus. Auch ein besonderes Gwand werten den Tag auf und schenken dem Brauchtum seinen Stellenwert.“ Auch die Kirta- oder Kirchweih-Tanzveranstaltungen fallen heuer aus. „Mit einer zünftigen Musi aus dem Radio oder vom Tonband kann der Mann doch auch in der Küche mal seine liebe Frau zum Tanz auffordern“, so Voit.

Auch zum Ausfall der heurigen Kirtahutschn auf Bauernhöfen oder bei Trachtenvereinen ließe sich zumindest teilweise Ersatz schaffen, etwa könne daheim im Garten eine kleine Kirtahutschn für die Familie gebaut werden. „Mit ein bisschen Fantasie können wir – wenn auch anders – unsere Bräuche weiterhin feiern. Die Bräuche sind unsere Identität, unsere Wurzeln dürfen wir uns von keinem Virus abtrennen lassen“, so die Brauchtumswartin.

Außerdem appelliert sie an Trachtler-Familien und besonders deren Kinder, Bilder zum Thema Kirchweih daheim zu malen. Die Werke wären geeignet, in den Vereinskästen ausgestellt zu werden. Gewünscht wird auch, dass diese Kirchweih-Eindrücke dem Chiemgau-Alpenverband zur Verfügung gestellt werden. Dessen Vorsitzender Michael Huber aus Rottau begrüßt die Initiative seiner Brauchtumswartin. Er sagt dazu: „Das Feiern ist das eine. Wenn das aber nicht wie gewohnt möglich ist, dann ist es eine Hilfe, wenn wir mit Ersatz-Aktivitäten das Bewusstsein für die bei uns gewachsenen und unser Leben prägenden Bräuche gerade bei den Kindern und Jugendlichen wachhalten.“ hoe

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