Kirchengemeinden am Chiemsee: „Eine Notzeit, die auch Chancen birgt“

Der Pfarrverband Seeon arbeitet weiterhin am Gottesdienst-System. Die Verantwortlichen sind sicher, dass auch nach Corona nichts so wird wie es war.

Seeon/Seebruck/Truchtlaching –„Wir sind mit den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats in gutem und kontinuierlichem Austausch“, erklärt Pfarrer Rüdiger Karmann. „So auch in der vergangenen Woche nach der Heiligen Messe in Truchtlaching“. „Uns ist bewusst, dass die Coronazeit eine Notzeit ist, die viele Einschränkungen mit sich bringt, aber auch Chancen aufwirft, die Pfarrgemeinde zu gestalten“, fügt er hinzu.

Dabei arbeitet der kleine Kreis weiter am Gottesdienst-System im Pfarrverband Seeon, wobei noch kein endgültiges Ritual festgelegt werden konnte. „Die Krise mit den Hygienebestimmungen gibt die vielen Veränderungen vor“, sagt Pfarrer Karmann. „Uns ist bewusst, dass diese bei vielen Gemeindemitgliedern auch Ängste hervorrufen.“ Dabei warnt er ein wenig: „Es wäre utopisch zu glauben, dass nach der Coronazeit alles wieder so sein wird, wie es vorher war – das wird wahrscheinlich nicht der Fall sein – da sind wir uns sicher.“ Dabei hofft er auf die Gremien, die die Entscheidungen treffen und wie die Leute mitgehen werden. Die Liturgie wird zurzeit auf Sicht gestaltet, es muss oft auf die Anweisungen der Erzdiözese, sprich des Kultusministeriums reagiert werden. Corona zwingt den Pfarrverband, auch bei den Feiern der Erstkommunion neue Wege zu gehen, dies wurde mit den Müttern in der Vorbereitung besprochen.

Erstkommunion am 14. Juli

Der Empfang der Erstkommunion wird auf fünf bis sechs Kinder und deren Familien in begrenzter Zahl pro Erstkommunion-Feier reduziert. Daraus resultiert, dass ab Dienstag, 14. Juli, jeweils um 15 Uhr, sechs Erstkommunionfeiern in Serie stattfinden werden.

„Im Blick auf die Liturgie möchte ich ganz genau hinhören, wie wir die Pfarreien gut in die Zukunft begleiten können“, gibt Pfarrer Karmann zu verstehen. „Dazu habe ich kein Patentrezept – das zu ergründen, geht nur miteinander“. Ziel ist es, den Familien und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, mehr an der Liturgie teilzunehmen, ohne die Senioren außen vor zu lassen. „Da wäre es mein Wunsch, dass sich jede und jeder ein Stück bewegt“. „Wir sind herausgefordert, unsere Herzen und unser Denken von Kirche und Glaubensvollzüge umzukrempeln“, fügt Diakon Hans Eder an. Das gegenwärtige liturgische Programm wird von den Verantwortlichen als Notprogramm gesehen. don

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