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Klimawandel wirkt sich auf alte Gemäuer aus

Kirche St.Valentin in Ruhpolding in Gefahr: Mit Harz gegen die Risse

BILD KOMMT NEU ! Bauleiter Christian Knopp zeigt auf einen der Risse im Gemäuer zwischen Kirche und Sakristei. Die Klebebänder zeigen die Bewegung des Baukörpers während der Verfestigungsmaßnahme.
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Bauleiter Christian Knopp zeigt auf einen der Risse im Gemäuer zwischen Kirche und Sakristei. Die Klebebänder zeigen die Bewegung des Baukörpers während der Verfestigungsmaßnahme.
  • VonLudwig Schick
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Moderne Technik hilft dem alten Kirchengemäuer und der angrenzenden Sakristei in St. Valentin in Ruhpolding. Diese drohte nämlich abzusinken, Risse und Sprünge bedrohten die Statik der Kirche. Schuld ist der Klimawandel: Trockene Sommer der Vergangenheit haben den Boden mit Mitleidenschaft gezogen, was scherwiegende Folgen für die Kirche hat.

Ruhpolding – Mit modernster Technik ging ein Spezialisten-Team der Filialkirche St. Valentin in Zell buchstäblich auf den Grund. Umfangreichen Stützungsarbeiten waren erforderlich geworden, weil die angebaute Sakristei seit geraumer Zeit gravierende Setzungsschäden aufwies. Der Grund: Der Anbau steht auf instabilerem Untergrund als das Kirchengebäude.

Trockene Sommer und weitere Störfaktoren

„Nicht nur das aufgerissene Gewölbe in der Sakristei selbst, das bereits mit Stützträgern gesichert werden musste, sondern auch immer mehr Risse und Spalten zwischen Kirchenbau und Sakristei bereiteten uns Sorgen“, sagt Pfarrer Otto Stangl und spricht damit auch für das Gremium der Kirchenverwaltung. Bedenken, die Sakristei könne einstürzen, waren „mehr als berechtigt“. Sogar bis in den Chorraum mit seinem gotischen Kreuzrippengewölbe hinein setzten sich die Schäden fort.

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Für Bauwerksprüfer Johannes Döpper vom Ingenieurbüro BG Trauntal, der die Sanierungsmaßnahme von fachlicher Seite aus begleitet, liegen die Ursachen klar auf der Hand: „Bedingt durch die vergangenen, trockenen Sommer wurde dem Untergrund Feuchtigkeit entzogen. Das setzte der südseitig gelegenen Sakristei mehr zu als dem Kirchenbau, der offenbar auf Holzpfählen sicherer und damit fester steht.“ Es ergäben sich dadurch zwangsläufig Reibungspunkte. „Wenn bindiger Lehmboden wie hier austrocknet, kommt es zur unerwünschten Absenkung“, erklärt Döpper, der als weiteren Störfaktor den zunehmenden Schwerlastverkehr sowie Baumaßnahmen in der Umgebung ausmacht. Die Folge: Bis zu fünf Zentimeter spreizte die Klaffung zuletzt im Mauerwerk auseinander.

120 Injektionen brauchte es

Bevor die Baugrundverbesserung in Angriff genommen werden konnte, gab es noch statische und archäologische Voruntersuchungen, bei denen auch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landratsamts Traunstein und das Landesamt für Denkmalpflege eingebunden waren. Für die nachhaltige Baugrundverfestigung sorgte jetzt ein erprobtes „DeepInjektion-Verfahren“, das in solchen Fällen oft eingesetzt wird und noch dazu Kosten spart. „Ein anderes Verfahren hätte bestimmt 1,5 bis zwei Millionen Euro verschlungen“, ist sich Ingenieur Döppner sicher.

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Bei der nun gewählten Methode wird gezielt ein Zwei-Komponenten-Harz in den Untergrund eingebracht, das sich schnell ausbreitet und die Fundamentsohle in kurzer Zeit verfestigt. Wie Bauleiter Christian Knopp erläuterte, mussten dazu 120 Injektionslanzen entlang der Außenmauern bis zu fünfeinhalb Meter tief ins Erdreich gesetzt werden: „Hochempfindliche Laser-Empfänger an relevanten Stellen steuern und kontrollieren den Prozess während des gesamten Vorgangs.“ Klebebänder, die über den Rissen angebracht seien, zeigten zudem optisch die Bewegung des Baukörpers.

Kirchenstiftung muss Teil der Kosten tragen

Nach ersten Erkenntnissen verlief die einwöchige Sanierung ganz erfolgreich im Sinne aller Beteiligten. Allerdings, so Johannes Döpper, könne man erst in einem halben Jahr sagen, ob die Aktion von dauerhaften Bestand ist. Die geschätzten Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich nach Angabe von Pfarrer Otto Stangl auf 175.000 Euro; davon trägt die Diözese München-Freising 85 Prozent, die restlichen 15 Prozent in Höhe von 26.000 Euro kommen auf die Kirchenstiftung zu. Die nötigen Ausbesserungs- und Verschönerungsarbeiten werden zur gegebenen Zeit ausgeführt

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