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Deutliche Worte zur heutigen Kirchensituation

Ruhestandspfarrer Bernhard Schweiger feiert 95. Geburtstag und übt harte Kritik an der Kirche

Pfarrer Bernhard Schweiger ist bekannt für seine fundierten Predigten, wie hier in der Pfarrkirche St. Georg in Ruhpolding, wo er lange Jahre als Ruhestandsgeistlicher wirkte. Heute feiert der Geistliche Rat seinen 95. Geburtstag.
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Pfarrer Bernhard Schweiger ist bekannt für seine fundierten Predigten, wie hier in der Pfarrkirche St. Georg in Ruhpolding, wo er lange Jahre als Ruhestandsgeistlicher wirkte. Heute feiert der Geistliche Rat seinen 95. Geburtstag.
  • VonLudwig Schick
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Ruhestandspfarrer Bernhard Schweiger feiert am Donnerstag, 20. Oktober, seinen 95. Geburtstag im Schwesternheim St. Hildegard in Bad Adelholzen, wo er seinen Lebensabend verbringt. Zur Entwicklung in den deutschen Bistümern hat er eine klare Meinung.

Ruhpolding/Siegsdorf – Im Juni vergangenen Jahres feierte Ruhestandspfarrer Bernhard Schweiger das seltene 70. Priesterjubiläum. Am Donnerstag, 20. Oktober, steht für den unerschütterlichen Verkünder des christlichen Glaubens und des Evangeliums ein weiterer, persönlicher Meilenstein an: nämlich sein 95. Geburtstag. Dementsprechend wird der Geistliche Rat im Schwesternheim St. Hildegard in Bad Adelholzen, wo er seit einem Jahr seinen Lebensabend verbringt, im Kreise der Mitbewohner sowie der Belegschaft im Mittelpunkt stehen. Ob Besuche im „Präsenzmodus“ nach der Corona-Quarantäne möglich sind, war beim Gespräch im Vorfeld mit unserer Zeitung nicht abzusehen.

Fühlt sich perfekt in Adelholzen aufgehoben

Seit dem Umzug von Ruhpolding in die Einrichtung der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul wohnt Pfarrer Schweiger mit acht Geistlichen und dreißig Ordensschwestern verschiedener Kongregationen zusammen. Eigentlich war geplant gewesen, dass er seine „Rente“ im bis dahin ordensgeführten Alten- und Pflegeheim St. Adelheid in Ruhpolding verbringt. Nachdem die Einrichtung einer anderen Nutzung zugeführt wurde, musste er erneut umziehen. In der Ruhpoldinger Pfarrei hatte der Jubilar in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren mehrere seelsorgerische Aufgaben bis hin zum allgemeinen pastoralen Dienst übernommen. Mittlerweile hat er sich in Adelholzen gut eingelebt, wo er sich perfekt aufgehoben fühlt, erzählt er zufrieden am Telefon.

Christliche Rituale bestimmen Tagesablauf

Auch hier bestimmen die christlichen Rituale den Tagesablauf, das liturgische Morgengebet Laudes ebenso wie nachmittags Rosenkranz und Vesper sowie die sonntäglichen Messen, die meistens von den Patres von Maria Eck abgehalten werden. Was ihn seit Längerem belastet, ist die fortschreitende Sehbeeinträchtigung, die ihm das Lesen unmöglich macht. Auch zu unterscheiden, was auf dem Teller liegt, ist schwierig. Wenigstens kann er noch ein bisschen fernsehen.

Seelenverwandtschaft mit emeritierten Papst Benedikt VI

Für kleine Spaziergänge nimmt er den Rollator zu Hilfe. Von der Hörbücherei lässt er sich neuerdings Tonträger kommen, meistens theologische Themen oder geschichtlicher und kultureller Stoff. Da wird sicher einiges aus der Feder des emeritierten Papst Benedikt VI. dabei sein, mit dem ihn eine gewisse Seelenverwandtschaft verbindet, wie Schweiger sagt. Beide erhielten am 29. Juni 1951 die Priesterweihe, wenn auch getrennt voneinander – Joseph Ratzinger in Freising, er im Regensburger Dom.

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Die derzeitige Entwicklung in den deutschen Bistümern verfolgt er mit großem Interesse, inklusive sexuellem Missbrauch und dessen Aufarbeitung. Seiner Überzeugung nach kann sich Kirche als solches nur erneuern, wenn sie sich von Grund auf bekehrt. Das ist aber nur möglich, wenn sich jeder Christ, ob geweiht oder nicht, im Sinne des Evangeliums bekehrt und den Glauben im Herzen verankert, gibt der Jubilar zu bedenken. Er fügt hinzu: „Da wird ein Synodaler Weg, auch wenn er noch so gut gemeint ist, nichts ändern.“ Nur wenn das Evangelium am Anfang steht, steht einer Erneuerung nichts mehr im Wege. Das hätten die vergangenen zwei Jahrtausende immer wieder gezeigt, sagt Schweiger. Und weiter: „Von einer Schönheitsoperation wird der Kranke nicht gesund. Die Ursachen liegen ganz woanders“. MG

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