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Verfaulter Balkenkranz im Kirchturm

Ernstes Risiko: Die Glocken von Gstadt müssen schweigen

Außer Dienst: Die Glocken im alten Kirchturm müssen Ruhe geben, um das marode Gebälk zu schonen.
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Außer Dienst: Die Glocken im alten Kirchturm müssen Ruhe geben, um das marode Gebälk zu schonen.
  • VonElisabeth Kirchner
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Zu lange ist offenbar die Sanierung der Kirche St. Petrus auf die lange Bank geschoben worden, inzwischen stellt die Statik ein ernsthaftes Risiko dar. Nicht nur, dass die Glocken nicht mehr geläutet werden können, bei stürmischem Wetter muss der Friedhof gesperrt werden. Die Sanierungskosten gehen in die Hunderttausende, die Pfarrei hofft auf Spenden.

Gstadt – Derzeit gibt es kein Glockengeläut in der Gstadter Kirche. Was aber nicht an deren Zustand oder an einer kaputten Zeituhr liegt, sondern der Bausubstanz der Filialkirche St. Petrus geschuldet ist. Bei stürmischem Wetter muss wegen statischer Probleme des Turms der Friedhof vorsichtshalber gesperrt werden.

Sanierung immer wieder verschoben

Dass die Katholische Kirche St. Petrus in Gstadt, deren Ursprünge bis auf das 10. Jahrhundert zurückgehen, sanierungsbedürftig ist, darauf hat schon der Vorgänger des jetzigen Pfarrers, Andreas Przybylski, hingewiesen. Immer wieder seien das Dach und die Statik untersucht worden, immer wieder wurde eine Sanierung von den kirchlichen Genehmigungsbehörden in München verschoben, erzählt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Dachstühle und Eindeckung in St. Petrus in Gstadt müssen dringend saniert werden.

Nach der letzten Untersuchung sei festgestanden: Die Kirche und der dazugehörige Friedhof müssen für einige Tage vollständig gesperrt werden. Denn der Turmhelm sitzt auf einem verfaulten Balkenkranz.

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„Nach den aktuellsten Daten des Statik-Büros sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass unter normalen Umständen keine akute Gefahr für die Friedhofsbesucher besteht“, betont Christian Staber, Verwaltungsleiter des Pfarrverbands Selige Irmengard auf Anfrage.

Die abschließende Einschätzung des Statik-Büros und der Bauaufsicht habe die Kirchenverwaltung nun zu einer differenzierten Entscheidung veranlasst. Inzwischen sei der Friedhof der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht worden.

„Bei stärkerem Wind, Unwettern und so weiter muss der Friedhof gesperrt bleiben und darf absolut nicht betreten werden. Außerdem muss auch weiterhin auf das Läuten der Glocken verzichtet werden, da ansonsten die prekäre Situation im Dachstuhl des Turms noch verschärft werden würde. Bei gutem Wetter kann der Friedhof ansonsten wieder betreten und genutzt werden.“

Dachstuhl und Dach müssen saniert werden

Bereits seit einigen Monaten laufen die Vorbereitungen für eine Sanierungsmaßnahme an der Filialkirche St. Petrus. Das Ziel ist die Sanierung der Dachstühle und die Erneuerung der Dachdeckung von Kirchenschiff und Kirchturm. Auch wenn es noch keine Kostenberechnungen gibt, weiß Christian Staber anhand erster Schätzungen, dass allein die Sanierung des Turms um die 300 000 bis 400 000 Euro ausmachen wird.

Das sind Kosten, die die kleine Kirchenstiftung keinesfalls allein tragen könne. Aber die Schäden sind gravierend, merkt Staber im Gespräch mit an: „Da muss dringend was passieren.“

Laut Kirchenpfleger Hans Murner kann nur mit vereinten Kräften eine umfangreichere Baumaßnahme zur Rettung der kleinen Kirche zustande kommen. Staber hat inzwischen die nächsten Schritte für eine zeitnahe Genehmigung der Sanierung eingeleitet. Die Pfarrei Breitbrunn habe schon Unterstützung zugesagt, und auch die Erzbischöfliche Finanzkammer habe nun ebenfalls „zeitnah erste Unterstützungsgelder in Aussicht gestellt.“

Pfarrei benötigt Unterstützung

Pfarrer Andreas Przybylski bedankte sich jedenfalls zwischenzeitlich bei allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die seit Monaten versuchen, auf die dringend erforderliche Sanierung aufmerksam zu machen. „Ohne deren Einsatz und Hartnäckigkeit, wäre die Gefahr vermutlich noch länger nicht erkannt beziehungsweise anerkannt worden.“

Die Gstadter Kirchenbesucher müssen wohl noch länger auf einen Friedhofsgang bei stürmischem Wetter und Glockengeläut verzichten.

Für die Sanierung der Gstadter Filialkirche braucht es dringend weitere Unterstützung. Wer spenden möchte, kann sich an die Pfarrei wenden.

Eine der ältesten Kirchen im Chiemgau

Die Filialkirche St.Petrus in Gstadt zählt zu den ältesten Gotteshäusern im Chiemgau, wunderschön gelegen am erhöhten Chiemseeufer. Ihr Grundbestand ist romanisch. Den Anbau eines gotischen Chorraumes erhielt die Kirche um 1500 und um 1778 wurde sie mit zarten Rokokoornamenten versehen. Der Hochaltar aus dem Jahr 1655 wurde 1948 aus der Kirche in Urschalling übernommen. Die Gemälde im Chor und im Langhaus von 1948 stammen von Christoph Zepter aus Gstadt.

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