Kindergartenplätze in Grassau reichen nicht

Im BRK-Gebäude im obersten Stockwerk sollen vorübergehend ein Kindergarten und eine Krippengruppe untergebracht werden. Im Familientreff im Erdgeschoss ist bereits eine Krippengruppe beheimatet.
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Im BRK-Gebäude im obersten Stockwerk sollen vorübergehend ein Kindergarten und eine Krippengruppe untergebracht werden. Im Familientreff im Erdgeschoss ist bereits eine Krippengruppe beheimatet.

Gemeinderat stimmt dafür, das Dachgeschoss des BRK-Hauses auszubauen, um Platz für weitere Gruppen zu gewinnen. Der neue Kindergarten wird nicht vor 2023 fertig sein.

Von Tamara Eder

Grassau – Nach dem derzeitigen Stand reichen die vorhandenen Kindergartenplätze nicht aus. Wie Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) in der Marktgemeinderatssitzung betonte, gebe es dringenden Handlungsbedarf. Einstimmig sprach sich das Gremium für einen Ausbau des Dachgeschosses im BRK Gebäude für die Installation der Kindergartengruppen aus.

Vier Kinder müssen außen vor bleiben

Trotz Aufstockung der bestehenden Kindergartengruppen von 25 auf 26 Kinder reichen die Plätze nicht aus, um den Bedarf zu decken. Laut Kattari können so weitere sechs Kinder untergebracht werden, vier bleiben außen vor. Es sei möglich, drei Kinder in Übersee und ein weiteres im Montessori-Haus unterzubringen. Damit wäre der Bedarf rein rechtlich gedeckt.

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Der Rathauschef berichtete, dass an der Gänsbachstraße ein neuer Kindergarten gebaut werden soll. Der Erbpachtvertrag für das Grundstück sei bereits unterzeichnet. Allerdings sei nicht damit zu rechnen, dass der neue Kindergarten vor 2023 bezugsfertig sei. „Wir brauchen aber jetzt eine Lösung“, so Kattari, zumal es einen Rechtsanspruch gebe. Während in Grassau die Kindergruppen noch aufgestockt werden können, ist dies in Rottau mit derzeit 29 Kindern nicht mehr möglich. In den letzten Wochen sei auch über einen Waldkindergarten nachgedacht worden. Da das mögliche Grundstück jedoch einen Teich habe, sei es für die Einrichtung nicht geeignet. Einen weiteren Standort gebe es nicht.

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Aber nicht nur die Kindergartenplätze, sondern auch die Krippenplätze reichten nicht aus, so der Bürgermeister. Das Dachgeschoss des BRK Gebäudes könnte für die Einrichtung einer Kindergarten- und einer Krippengruppe ausgebaut werden. Derzeit werden die Räumlichkeiten vom Verein Integer und dessen Kleiderkammer genutzt. Für den Verein gebe es eine Lösung im ehemaligen Katek Gebäude, erklärte Kattari.

Für die Einrichtung einer Gruppe im BRK Dachgeschoss müsste man 140 000 Euro in die Hand nehmen, erklärte er. Möglich wäre dann ein Kindergartenbetrieb Anfang des nächsten Jahres. Die Diakonie Rosenheim würde die Trägerschaft übernehmen. Da auch Krippenplätze fehlen, könnte das komplette Dachgeschoss ausgebaut werden. Laut Kattari würde das rund 200 000 Euro kosten. Mit diesen Notgruppen könnte der Engpass bis zur Fertigstellung des neuen Kindergartens überbrückt werden. Der Rückbau der spezifisch für den Kindergarten eingebauten Anlagen würde etwa 30 000 Euro kosten.

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Olaf Gruß (SPD) erinnerte daran, dass gerade für solche Notfälle das Dachgeschoss als Rohbau erhalten wurde, um allen Nutzungsmöglichkeiten offenzustehen. „Unsere Kinder sollten es uns wert sein“, betonte er. Marina Gasteiger (SPD) fügte hinzu, dass in einer ungünstigen Zeit viel Geld investiert werden müsse. Allerdings müsste der Rohbau ohnehin irgendwann fertiggestellt werden. Eine Aufstockung der Kindergartengruppen halte sie nicht für gut.

Einstimmig gegen die Aufstockung

Werner Haslinger (CSU) vermutet, dass die Räumlichkeiten beim Schulhausumbau wieder gebraucht werden könnten. Laut Franz Heuberger (SPD) sei diese Lösung sozialverträglich und im Grunde verliere die Gemeinde jährlich nur 10 000 Euro auf die nächsten drei Jahre für den Rückbau. Josef Grießenböck (FW) erklärte, er habe sich für eine Aufstockung der Kindergartengruppen eingesetzt.

Grießenböck fragte, wie die Betreuung der vier Kinder bis zum Frühjahr 2021 funktioniere. Laut Kattari stehe ein Kind ab November ein weiteres ab Dezember auf der Warteliste. Zwei Kinder beanspruchen bereits ab September einen Platz. Die Anmeldezahlen änderten sich jedoch täglich. Schließlich entschied sich der Rat einhellig (20:0) dafür, das Dachgeschoss des BRK-Gebäudes auszubauen. Die Errichtung eines Waldkindergartens soll dennoch weiterverfolgt werden.

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