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Lage entspannter als 2020

In Priener Kindergärten gilt ab September: „Jedes Kind bekommt einen Platz“

Im Garten des katholischen Kindergartens St. Irmengard ist die Wiese mit Absperrbändern samt bunter Fähnchen in Sektoren unterteilt, damit sich die Gruppen in der Corona-Zeit nicht vermischen.
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Im Garten des katholischen Kindergartens St. Irmengard ist die Wiese mit Absperrbändern samt bunter Fähnchen in Sektoren unterteilt, damit sich die Gruppen in der Corona-Zeit nicht vermischen.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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2020 musste der Markt Prien in Windeseile einen neuen Kindergarten bauen, damit keine Mädchen und Buben auf der Straße stehen. Heuer scheint die Lage deutlich entspannter zu sein. Denn im Container-Kindergarten Prievena hat die Gemeinde noch Räume für eine Gruppe in Reserve.

Prien – Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs ab September in einen Priener Kindergarten schicken wollen, können aufatmen: „Ich kann, Stand heute, jedem Elternteil versprechen, dass jedes Priener Kind einen Platz bekommt.“ Martin Plenk, Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus, hat den Überblick über die Anmeldezahlen und kann die Lage deshalb einschätzen.

2020 war das noch ganz anders. Angesichts einer Warteliste mit 40 Namen stampfte der gerade neu gewählte Marktgemeinderat im Frühsommer einen zusätzlichen Kindergarten quasi aus dem Boden. Das Haus für Kinder Prievena entstand in Modulbauweise auf dem Parkplatz des König Ludwig Saals. Die Container sollen als Provisorium so lange herhalten, bis in Wildenwart ein gemeinsamer, fünfgruppiger Kindergarten der Gemeinden Prien und Frasdorf in Betrieb gehen kann. 3,8 Millionen Euro soll er kosten.

Im Herbst zweite Gruppe im Prienvena

Eine Gruppe mit 25 Mädchen und Buben wird derzeit im Prievena betreut. Aller Voraussicht nach wird ab September eine zweite Gruppe eröffnet. Die Räume dafür waren beim Aufbau wohlweislich schon geschaffen worden. Die Diakonie als Betreiber, der auch das Personal stellt, sei schon mit der Planung beauftragt, sagte Plenk im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Über 220.000 Euro hat die Gemeinde für zwei Jahre in die Übergangslösung Prievena gesteckt, den Löwenanteil für die Miete der Container, die schon zuvor für einen Kindergarten im Raum Garmisch-Partenkirchen gedient hatten.

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Durch die Eröffnung einer zweiten, voraussichtlich erstmal kleineren Gruppe, könnte sich auch die Perspektive eröffnen, dass Kinder aus neu nach Prien zugezogenen Familien auch während des Kindergartenjahres kurzfristig einen Platz bekommen können. Sie landeten bisher meistens auf Wartelisten.

Ein Provisorium gibt es auch noch am Haus für Kinder Marquette im Fliederweg. Die Betriebserlaubnis für die Container dort, in denen eine Gruppe untergebracht ist, lässt die Gemeinde gerade für weitere drei Jahre verlängern. Sie läuft heuer aus.

Etwa ein Drittel der 429 Plätze belegt mit Vorschulkindern

429 Kindergartenplätze gibt es Plenk zufolge aktuell in den Priener Einrichtungen. Erfahrungsgemäß sind etwa ein Drittel Vorschulkinder und verlassen die Einrichtungen. Das bestätigt auf Anfrage Birgit Krumrey, Leiterin des katholischen Kindergartens. 45 der 135 Plätze dort werden mit den Sommerferien frei.

Die Zahl der Neuanmeldungen ab September liege bei 220. „Die Eltern wollen auf Nummer Sicher gehen“, weiß Plenk aber aus der Vergangenheit, dass darunter sehr viele Doppel- und Dreifachmeldungen sind. Mütter und Väter reservieren bei mehreren Einrichtungen gleichzeitig, um ihre Chancen zu erhöhen. Der Fachmann glaubt, dass nach dem Abgleich der Listen aus den Kindergärten am Ende etwa die Hälfte übrig bleibe.

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Früher war die Absprache eine mühsame Angelegenheit, schmunzelt Plenk rückblickend. Am runden Tisch trafen sich die Vertreter aller Kindergärten im Rathaus und glichen auf Zuruf die Namen auf ihren Anmeldelisten ab, die oft nicht einmal alphabetisch geordnet gewesen seien. Drei Stunden habe das gedauert.

Kindergärten können Kapazitäten effektiv vergeben

Dank der EDV-affinen Rathausmitarbeiterin Rita Sandig verfüge die Gemeinde jetzt über ein selbst entwickeltes Computerprogramm, auf das auch die Kindergärten Zugriff hätten. Bei Plenk läuft alles in Excel-Dateien zusammen. Hat ein Kind einen Platz bekommen, erfahren das alle Kindergärten, bei denen der Name im System steht, und können ihre Kapazitäten so effektiv vergeben. „Das Risiko von Doppelbelegungen wird extrem minimiert“, ist der Chef des Ordnungsamtes froh über die neue Planungssicherheit.

Offensichtlich wirkt das System. Krumrey hat aktuell noch fünf Kinder auf der Warteliste für September, weil alle Plätze schon reserviert seien. 2020 um diese Zeit seien es 70 gewesen, erinnert sie sich.

St. Irmengard mit 135 Plätzen am größten

Die drei größten der sieben örtlichen Kindergärten sind der katholische Kindergarten St. Irmengard (135 Plätze), das Haus für Kinder Marquette (113) und der Waldorfkindergarten (74). Die Steigerung der Kapazitäten spiegelt die gesellschaftliche Entwicklung wider. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Angebot an Kindergartenplätzen in Prien verdoppelt.

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Plenks Aufnahmeversprechen gilt wohlweislich nur für Mädchen und Buben, deren Eltern in Prien leben. Kinder aus auswärtigen Familien können nur auf einen Platz hoffen. Wenn sie schon einen Priener Kindergarten besuchen, müssen sie sich aber keine Sorgen machen. „Wir schmeißen kein Kind raus, das schon da ist“, versichert Plenk.

Die Kinderbetreuung lässt sich der Markt Prien einiges kosten. Nach Angaben der Gemeinde summieren sich Investitionen und Verwaltungsausgaben heuer auf 2,64 Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse wendet der Markt Prien im Jahr allein 1,54 Millionen Euro für Kindertagesstätten auf.

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