Kindergärten und Kitas in der Corona-Krise: Viele Kinder bleiben daheim

Viele Kindergartenräumestehen derzeit leer. Eltern übernehmen die Betreuung in der Coronakrise oft selbst. Eltern in systemrelevanten Berufen bauen aber auf die Unterstützung von Kindergärten und -tagesstätten. Diese haben aber oft wegen der maxmialen Anzahl pro Raum Kapazitätsprobleme. Insgesamt aber kann der bedarf an Betreuung locker gedeckt werden. berger
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Viele Kindergartenräumestehen derzeit leer. Eltern übernehmen die Betreuung in der Coronakrise oft selbst. Eltern in systemrelevanten Berufen bauen aber auf die Unterstützung von Kindergärten und -tagesstätten. Diese haben aber oft wegen der maxmialen Anzahl pro Raum Kapazitätsprobleme. Insgesamt aber kann der bedarf an Betreuung locker gedeckt werden. berger

Nur noch zu fünft sind die Kinder im Haus für Kinder Marquette in Prien. Wo sonst mehr als 100 Kinder spielen, kommt jetzt lediglich eine Handvoll. Und auch im Katholischen Kindergarten St. Irmengard werden derzeit nur täglich vier bis fünf Kinder betreut.

Prien/Rimsting – Die Eltern der zu betreuenden Kleinen sind systemrelevant, das heißt sie sind in Corona-Zeiten in ihrem jeweiligen Job unabkömmlich. Deshalb haben sie einen Anspruch darauf, dass ihr Nachwuchs betreut wird.

Zahl der Eltern mit Anspruchist gestiegen

Der Kreis der Berechtigten wurde mehrmals erweitert, so dass die Zahl der Berechtigten für eine Notfallbetreuung gestiegen ist. Dazu zählen Eltern, die in Bereichen der „kritischen Infrastruktur“ arbeiten und im Dienst sind, wie beispielsweise Gesundheit und Pflege, Nahverkehr, Polizei und Rettungskräfte sowie die Lebensmittelversorgung. Aber die Nachfrage nach einer Betreuung scheint gar nicht so groß zu sein, wenn man sich in den örtlichen Kindertagesstätten und Grundschulen umhört.

Bis zur sechsten Klasse sollen Kinder von Eltern, die im sogenannten Bereich der kritischen Infrastruktur arbeiten, dennoch in den Einrichtungen betreut werden. Der Caritas-Kinderhort Wirbelwind hat aber nach eigenen Angaben derzeit keine Notgruppe zu betreuen.

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Auch bei der Kindertagesstätte-Kindergarten „Wurzelkinder“ in Rimsting ist es sehr ruhig geworden. 119 Kinder zwischen 1 und 10 Jahren werden normalerweise in der Einrichtung tagsüber betreut, „aktuell ist es aber überschaubar“, so Anika Wohlhaupter, Leiterin der Rimstinger KiTa.

Laut Auskunft der Franziska-Hager-Mittelschule hätten zwar auch dort einige Eltern Anspruch auf einen Notfallplatz, jedoch wollten viele in dieser angespannten Situation ihre Kinder anscheinend lieber zu Hause wissen. Denn es sei nur ein Kind vor den Osterferien angemeldet gewesen, aber das sei dann krank geworden. Für die Ferien hatte bislang kein Elternteil Bedarf angemeldet. Auch in Bernau bietet sich ein ähnliches Bild: Der Betreuungsbedarf in den ersten Wochen sei sehr gering gewesen und auch momentan müssen keine Kinder in der Schule betreut werden, erklärt Grundschul-Rektorin Petra Henz. „Dennoch freuen sich die Kinder, wenn es wieder „normal“ mit der Schule losgeht - zumindest was wir aus den Rückmeldungen der Kinder schließen können.“

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Auch in den örtlichen Kindertagesstätten ist es sehr viel ruhiger geworden. 60 Kinder zwischen einem und sechs Jahren sind dort im Haus für Kinder dort normalerweise, aktuell sind es aber gerade mal drei, im katholischen Kindergarten St. Bartholomäus in Hittenkirchen gar keines (sonst 25) und im katholischen Kindergarten St. Laurentius zwischen einem und vier Kinder statt der eigentlich 68 Kinder.

Hygieneabstandkann nicht immer eingehalten werden

Die tageweisen Unterschiede bei den zu betreuenden Kindern erklärt Simone Tewes, Verbundsleiterin der katholischen Kindergärten von Prien, Bernau, Aschau, Frasdorf und Sachrang, damit, dass die Eltern oftmals spontan einspringen müssten. Natürlich sei es wünschenswert, dass das Betreuungsteam einen Tag vorab Bescheid wisse, wie viele Kinder am Folgetag in den Kindergarten kommen, aber es seien schwierige Zeiten.

Die Teams wechseln sich ab und die Kindern werden in kleinen Gruppen betreut. Voraussetzung sei natürlich, dass Betreuer und Kinder gesund sind. Auch wenn der Abstand von 1,5 Metern bei den Kleinkindern meist nicht gewahrt werden könne, sei es schlussendlich wichtig, die Kinder auch in diesen Zeiten bestmöglich zu betreuen.

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