LESERFORUM

Kenntnisse erforderlich

Zum Bericht „Die Jüngsten machen das Rennen“ im Lokalteil:

Der Gesetzgeber hat in der Gemeindeordnung Artikel 36 ff festgelegt, dass der Erste Bürgermeister befugt ist, „dringliche Anordnungen zu treffen und unaufschiebbare Geschäfte zu besorgen“, die „Dienstaufsicht über Beamte, Angestellten und Arbeiter der Gemeinde zu führen“, sowie „im Rahmen der Geschäftsordnung die Geschäfte zu leiten und zu verteilen“. Er hat rechtswidrige Entscheidungen des Gemeinderats zu beanstanden und der Rechtsaufsichtsbehörde zu melden.

Diese Aufgaben erfordern ein erhebliches Maß an Kenntnissen, – juristische, wirtschaftliche, finanzielle, haushaltsrechtliche – die nur durch einen beruflichen Werdegang und eine entsprechende Ausbildung nachgewiesen werden können.

Ein Bürgermeister ohne entsprechende berufliche Erfahrungen kann die Verpflichtung aus der Gemeindeordnung, die öffentlichen Einrichtungen für das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wohl der Einwohner zu schaffen und zu erhalten, nicht erfüllen. Es ist unverständlich, wenn behauptet wird, das Amt des Bürgermeisters sei ein politisches Amt und kann von jedem Einwohner ausgeübt werden, wenn er/sie nur einem Verein oder einer Partei angehört.

Wie in den wirtschaftlichen Unternehmen ist auch für eine Gemeinde derjenige Bewerber vorzuziehen, der neben Persönlichkeit über die beruflichen Kenntnisse verfügt, die für die auszuübenden Aufgaben erforderlich sind.

Joachim Helm

Prien

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Wie erfreulich, dass sich alle Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters Transparenz und fairen Umgang miteinander als wichtigste Prämisse für ihre Zukunftsarbeit auf die Fahnen schreiben. Transparenz stellt auch die CSU-Kandidatin in ihrem Grußwort als eines ihrer Hauptziele heraus, handelt aber in Bezug auf alle Fragen zu ihrer beruflichen Ausbildung diesem Vorsatz genau entgegengesetzt: Sie verweigert jegliche Transparenz. Wie glaubwürdig ist eine Kandidatin, von welcher die Wähler, die nach den vergangenen zwölf Jahren wissen wollen, ob man sie aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation vertrauensvoll in das Amt eines Gemeindeoberhauptes wählen kann, keine präzise Antwort erhalten? Eine Kandidatin, die offenbar keine Ausbildungsnachweise vorzulegen hat und versucht, ihre Eignung bis zur letzten Wahlveranstaltung mit Tätigkeitsaufzählungen zu qualifizieren? Hatten wir das in ähnlicher Weise nicht schon seit zwölf Jahren? Ob Prien damit wirklich „mehr kann“?

Katharina Götz

Prien

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