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Baumweg

Kelten verehrten Bäume als Sitz der Götter – Neue Info-Tafeln zwischen Seebruck und Truchtlaching

Der gemeindliche Bauhofmitarbeiter Sepp Mayer tauschte zuletzt unter anderem die alten Baumweg-Infotafeln von 2016 gegen neue Exemplare aus. Die Baumweg-Initiatorin Martina Ziereis freute sich sehr darüber und hofft, bald wieder ihre Führungen anbieten zu können.
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Der gemeindliche Bauhofmitarbeiter Sepp Mayer tauschte zuletzt unter anderem die alten Baumweg-Infotafeln von 2016 gegen neue Exemplare aus. Die Baumweg-Initiatorin Martina Ziereis freute sich sehr darüber und hofft, bald wieder ihre Führungen anbieten zu können.
  • VonMarkus Müller
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Der rund vier Kilometer lange Baumweg zwischen Seebruck und Truchtlaching wurde jetzt neu beschildert: Wanderer entdecken auf den erneuerten Info-Tafeln Faszinierendes und Mythisches über die heimischen Bäume und Sträucher sowie ihre Verwendung durch unsere Vorfahren.

Seeon-Seebruck – Mit neuen Info-Tafeln versehen worden ist der im Herbst 2016 eröffnete vier Kilometer lange Baumweg: Er führt vom Parkplatz an der Floßanlegestelle im Seebrucker Ortsteil Graben durch das angrenzende Moos und an der Alz entlang in Richtung Truchtlaching zum Keltengehöft Stöffling.

Bäume hatten für die Kelten vor etwa 2500 Jahren eine besondere Bedeutung: Sie waren Sitz ihrer Götter und damit heilig. Sie waren aber auch der Mittelpunkt ihres Stammes. In ihrem Schatten wurde Recht gesprochen, es wurden Verträge ausgehandelt und auch Kriege beschlossen. Auch rund um den Chiemsee gibt es noch deutliche Spuren ihrer Ansiedlungen.

Faszinierendes und Mythisches

So lässt der beschilderte, rund vier Kilometer lange Baumweg Wanderer auf den jetzt erneuerten Info-Tafeln Faszinierendes und Mythisches über die heimischen Bäume und Sträucher sowie ihre Verwendung durch unsere Vorfahren entdecken.

Zwei Tage war Bauhofmitarbeiter Sepp Mayer damit beschäftigt, entlang des Baumwegs Informationstafeln durch aktualisierte zu ersetzen, verwitterte zu reinigen sowie neue Pfosten zu setzen. „Die Tafel zur Esche werden wir wieder entfernen, da es hier wegen des Eschensterbens kaum mehr gesunde Bäume gibt“, erklärte Mayer. „Ein paar Meter weiter pflanzen wir noch einen Weißdorn, da dieser am alten Standort abgeschnitten worden ist.“

Tafeln mit Biologen ausgearbeitet

Die Initiatorin des Baumweges, Martina Ziereis freut sich über die neuen Info-Tafeln und hofft, dass sie auchbald wieder mit ihren Gästen die beliebten Baumführungen startenkann, die sie vor über zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Sie hatte die Tafeln mit dem Diplom-Biologen Andreas Höner ausgearbeitet.

Großer Beliebtheit erfreut sich der informative Baumweg zwischen dem östlich der Alz gelegenen Seebrucker Ortsteil Graben und dem Weiler Stöffling. Er kann zu Fuß erkundet und sogar teilweise mit dem Fahrrad abgefahren werden. Müller

Bei den botanischen und historischen Texten stand ihr zudem der 2014 verstorbene Seebrucker Ortsheimatpfleger und Museumsleiter, Dr. Alfons Regnauer als Ratgeber zur Seite. Die Baumweg-Eröffnung hat der Initiator des rund 23 Kilometer langen gemeindlichen archäologischen Rundwegs, der im besagten Bereich abschnittsweise mit dem Baumweg verschmilzt, leider nicht mehr erlebt.

Buchen als Feuerholz beliebt

Anschaulich beschrieben werden auf den Baumweg-Tafeln die Laubbäume Linde, Esche, Birke, Weide, Pappel, Buche, Hainbuche, Eiche und Erle, die Nadelbäume Fichte und Kiefer, die Wildsträucher Haselnuss, Weißdorn und Holunder sowie die Lebensräume „Hecke“ und „Abgestorbene Bäume“. Zur leichteren Identifizierung sind jeweils die Blätter, Blüten und Früchte oder Samen abgebildet.

Zudem gibt es stets einen passenden kulturhistorischen Auszug aus dem Baumführungskonzept von Ziereis. Bei einer Pappel unweit des Keltengehöftes liest man, dass das besonders leichte Holz in der Papierindustrie Verwendung findet. Gleich nebenan heißt es bei einer Feldhecke, dass Hecken den Menschen und dem Vieh schon in vorgeschichtlicher Zeit Schutz geboten hätten. Bei einer alten Baumgruppe an der Alz steht geschrieben, dass die Buche bereits bei unseren Vorfahren als Feuerholz beliebt gewesen sei. Mit der reinigenden Lauge aus Asche und Wasser sei Kleidung gewaschen worden.

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Eichen waren den Kelten heilig

Vor einer alten Eiche heißt es, dass allein über 500 Insektenarten mit und von dieser starken, langlebigen Baumart leben würden. Schon den Kelten sei die Eiche heilig gewesen. Dass der Holunder, dessen Blüten und Früchte seit jeher als Naturmedizin und Nahrungsmittel verwendet werden, Haus und Hof schützt, glaubten bereits die Germanen. Diese und viele weitere wissenswerte Informationen zu Flora, Fauna und Kulturgeschichte warten auf die Baumweg-Besucher in wunderschöner Natur.

Auch andere bekannte Rad- und Wanderwege wie der Klosterweg, Mozart-Radweg, Heinrich-Kirchner-Skulpturenweg, Benediktweg und Kult-Tour-Radweg führen dort vorbei.

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